Fahrradgaragen

das Thema „Fahrradgaragen“ wird schon seit einiger Zeit in Stuttgart diskutiert. Ich habe mich schon recht früh in das Thema eingearbeitet und daher kenne ich mich daher relativ gut aus. Das merke ich auch daran, dass viele Leute davon noch überhaupt gar nichts wissen oder bei mir Details erfragen.

Daher möchte ich es, nachdem die erste Fahrrad-Garage in Stuttgart nun seit wenigen Tagen steht, hier mal etwas aufarbeiten. Sollte etwas falsch sein oder fehlen, einfach kurz Bescheid geben.

Angefangen hat es, meines Wissens nach, mit diesem Antrag, der im Oktober 2017 zum Doppelhaushalt 2018/2019 der Stadt Stuttgart gestellt wurde, #419/2017:
–> https://www.domino1.stuttgart.de/web/ksd/ksdRedSystem.nsf/0/F34F17E55FB079EAC12581BE0047BBD5
Der Inhalt von Punkt 3b, auf einen Satz zusammenfasst: Die Stadt soll 60 Fahrradgaragen, speziell für hochwertige Pedelecs und Lastenräder in den Wohngebieten für die Bewohner:innen bauen und kriegt dafür 400.000€. Er wurde im entsprechenden Unterausschuss angenommen, wenn auch mit einer nur knappen Mehrheit. Daraufhin ist jedoch nichts passiert, was man als Außenstehender bemerkt haben könnte.

Im Oktober 2018, also etwa ein Jahr nach dem Beschluss, hat der Zweirat Stuttgart diesen Antrag öffentlich gemacht und auch mit Hilfe des Stuttgarter Magazins Lift innerhalb kurzer Zeit mehrere Hundert Interessierte Stuttgarter Einwohner:innen gefunden, die einen solchen sicheren (Lasten-) Radparkplatz haben wollen.
–> https://zweirat-stuttgart.de/2018/10/19/die-stadt-will-fahrrad-garagen-bauen/
Die Interessierten wurden kartiert und es waren schnell viele Stellen, wo die geforderten vier Parteien in unmittelbarer Nähe wohnten. Damit hätte man sofort diesen Auftrag des Gemeinderates umsetzen können.
Die Reaktion der Stadt war jedoch verwirrend. Anstatt sich für die Initiative zu bedanken, wurde sehr schnell vom Stadtsprecher verkündet, dass es „nicht stimme“. Bis heute hat er jedoch noch keine Antwort darauf gegeben, was an der Zweirat-Darstellung falsch sein soll. Dann legte er nach und behauptet, dass „der [Gemeinde-] Rad das nicht beschlossen“ hätte, worauf er sogar von einer Gemeinderätin korrigiert wurde.
–> https://twitter.com/svmatis/status/1054748676411809792
Was der Hintergrund dieser Aussagen des Stadtsprechers ist, ist bis heute nicht bekannt.

In Februar 2019, vermutlich auf Druck des Radentscheid Stuttgart, wurde diese Seite auf der Homepage der Stadt veröffentlicht:
–> https://www.stuttgart.de/item/show/466797/1/3/668707
Auch hier ist wieder zu lesen, dass die Stadt Radgaragen in Wohngebieten erstellen will. Von Lastenrädern ist schon nichts mehr zu lesen. Ein Konzept solle im Sommer vorgestellt werden.
Am 9. Juli 2019 stand das Thema Fahrradgaragen dann auf der Agenda des Radforums PG1. Dieses Radforum ist zwar eine öffentliche Veranstaltung, die jedoch nicht öffentlich beworben wird. Hier wurde ein Bild von einer potentiellen Fahrradgarage gezeigt. Da war klar, dass Lastenräder dort sicherlich nicht rein passen werden. Auch der angedachte Ort unter der Paulinenbrücke ließ die Interessierten verwundert zurück. Das ist definitiv kein Wohngebiet. Ob ich das damals gezeigte Bild veröffentlichen darf, ist mir aktuell nicht klar, es ist aber schon sehr nah an der aktuell aufgestellten Garage.
Letztendlich wurde gesagt, dass dies nun ein Pilot sei (Quelle). Ich kann mich erinnern, dass diese Pilotphase nun erstmal zwei Jahre gehen soll (Quelle), bevor irgend welche weiteren Überlegungen und Planungen durchgeführt werden. Schnell war man auch dabei, eine Entgeltordnung für diese Garagen zu erstellen. Während Autofahrer:innen in Stuttgart lediglich 30,70€ für einen Anwohnerparkausweis zahlen müssen, ist ein solcher Stellplatz in dieser Garage für 90€ im Jahresabo oder für 1€ pro Tag buchbar.

Zu den angesprochenen, angeblich rechtlichen Problemen:
1. gibt es alleine im Stuttgarter Westen etwa 9.500 Parkplätze (Untersuchung dazu). Hiervon nun ganze zehn Parkplätze für solche Fahrradgaragen umzuwidmen, sollte doch absolut kein Problem sein. Erst recht nicht in einer Stadt, die zumindest irgendwie probiert den Eindruck zu vermitteln, eine „echte Fahrradstadt“ (Quelle dazu) sein zu wollen.
2. habe ich in Leipzig gelernt, wie sie Fahrradbügel auf die Straße/Parkplätze bringen konnten. Sie haben die weißen Straßenbegrenzungslinien einfach um diese Fahrradparkplätze gezogen. Somit waren sie nicht mehr Teil der Straße, sondern man konnte damit alles andere anstellen. Es gibt also kreative Lösungen, wenn man etwas umsetzen will. Während anderswo Lösungen suchen, hat man in Stuttgart immer wieder den Eindruck, dass hier mit viel Aufwand immer wieder nur Ausreden gesucht werden.
3. gibt es diverse Städte in Europa und auch in Deutschland, die es schon geschafft (oder soll man schreiben „gewollt“) haben, sichere Fahrradstellplätze für die Anwohner:innen bereitzustellen, siehe hier.

Mein Vorschlag wäre ja, dass diese Fahrradgaragen in die Wohngegenden mitten auf die Straßen gestellt werden. Diese werden aktuell fast immer nur als bequeme und ampelfreie Durchgangsstraßen genutzt. Diese neuen Garagen könnten daraus dann viele Sackgassen machen, mit einem roten Fahrradweg, der trotzdem noch durch führt; sie ständen direkt vor den Häusern der Radbesitzer:innen, würden sogar keine dieser ach-so-wichtigen Parkplätze wegnehmen und eine Art „Superblock-Straßennetz“ erzeugen, mit dem andere Städte schon sehr gute Erfahrungen gemacht haben (Quelle). Nebenbei wird der Autoverkehr deutlich reduziert und um diese Garagen könnten noch kleine Parks, Bäume oder eben freie öffentliche Räume entstehen, wo Menschen mitten in der Stadt dann leben können und nicht nur toter Platz für fahrende oder parkende Autos bereitgestellt wird. In relativ kurzer Zeit würde die Anzahl der Autos dadurch stark sinken und man gewinnt weiteren, wertvollen Platz für die Stadtbewohner:innen.
Das stelle ich mir unter einer #Fahrradstadt oder einer lebenswerten Stadt vor.

Fazit
Inzwischen sind über zwei Jahre seit dem beschriebenen Antrag vergangen. Es gibt keine einzige Fahrradgarage in Wohngebieten, obwohl es schon 60 sein sollten. Von dem beantragten Geld ist nichts für den eigentlichen Zweck verwendet worden. Es gibt jetzt nur diesen einen Pilotversuch, der über zwei Jahre laufen wird, bis die Stadt über das weitere Vorgehen entscheidet. Lastenräder kann man in dieser Garage überhaupt nicht abstellen.
Es fällt mir schwer, an dieser ganzen Geschichte etwas positives zu sehen. Und ich will gar nicht daran denken, dass es in anderen Bereichen, wo ich mich nicht eingearbeitet habe, ganz ähnlich läuft.

Impressionen meiner #Festive500 Radtouren

Festive 500

unter den Radfahrer:innen auf der Nordhalbkugel gibt es seit 2010 eine etwas besondere Veranstaltung. Auf Strava, das ich gerne als das „facebook für Sportler“ bezeichne, hat die Radbekleidungsfirma Rapha eine Herausforderung mit dem Namen #Festive500 ausgerufen: man soll zwischen Heilig Abend und Silvester mindestens 500km Rad fahren.
Im Jahr 2013 war ich auf meinem allerersten ersten Radurlaub in Australien und bin in diesem Zeitraum von der Grenze zwischen NSW und Victoria bis hinter Melbourne gefahren (also dort, wo jetzt auch diese verheerenden Feuer brennen). Ich nahm diese digitale Auszeichnung für die eher nebenbei gefahrenen 590km also einfach so mit.

Zurück in Deutschland konnte ich mir damals immer noch nicht vorstellen, dass man hier im Winter eine solche Strecke zurücklegen könne.

2017 war ich wieder im (langen) Urlaub und fuhr in der Zeit zum großen Teil auf der Tour Aotearoa vom nördlichsten Punkt Neuseelands, Cape Reinga, bis in die Gegend von Auckland. Das waren 680km, die ich bei bestem Radfahrwetter in toller Landschaft machte und damit kam ich auf den 1.384. Platz von 82.700 Teilnehmern.

Im kommenden Winter 2018 war ich nicht im Urlaub, habe aber einfach mal probiert, an dieser Herausforderung trotzdem mitzumachen. Als ich sah, dass andere Bekannte auch dabei waren, war mein Ehrgeiz gepackt und ich wollte es schaffen. Mir gingen dabei zwei Fahrräder kaputt, aber es waren ja noch andere verfügbar und am Ende hatte ich gerade so eben 506 recht hart erradelte Kilometer zusammen.

Inzwischen also schon fast eine Tradition, habe ich es im ziemlich warmen Winter 2019 wieder in Angriff genommen. Dabei war ich auch bei typischem Nebel in der Ulmer Gegend.
Impressionen meiner #Festive500 Radtouren
Und bin auch sonst mal in der Nähe der Schwäbischen Alb gewesen. Wo genau das hier war, müsste ich mal in den GPS-Daten nachschauen. Aber diese Aussicht hat doch was.
Impressionen meiner #Festive500 Radtouren
Dies ist – wenn ich es richtig erinnere – noch im Stuttgarter Speckgürtel, irgendwo nordöstlich mit Blick in Richtung Stuttgart.
Impressionen meiner #Festive500 Radtouren
Da ich ja nicht der Typ bin, der gerne zu einstelligen Uhrzeiten aufsteht, sind meine Touren eben etwas später am Tag gestartet. Verbunden mit den kurzen Tagen, bin ich oft in Dunkelheit gefahren. Einen solchen Sonnenuntergang mit Blick auf Stuttgart, dem Fernsehturm und der Mondsichel habe ich aber nur einmal gehabt. Es war natürlich auch nicht geplant, sondern einfach nur Glück, dass ich genau zu der Zeit an genau diesem Ort war. Ich habe mich nur ein bisschen geärgert, dass ich keine vernünftige Kamera dabei gehabt hatte.
Impressionen meiner #Festive500 Radtouren
Dann habe ich es auch endlich mal geschafft, zum ersten Mal auf dem neuen, in BW einzigem, Radschnellweg zwischen Stuttgart und Böblingen zu fahren. Man muss dazu erst auf den zweithöchsten Punkt Stuttgarts fahren, die sog. Rohrer Höhe. Aus der Innenstadt, die auf ca. 250m NN liegt, sind das dann schon gute 250 Höhenmeter, bis man dort bei ca. 520m ist. Ob das die weltbeste Wahl für die Strecke war, könnte man ja nochmal diskutieren.
Am Hinweg ist es schon spätnachmittags gewesen, der Rückweg war dann im Dunkeln. Dabei habe ich auch gemerkt, wie die Beleuchtung dort funktioniert. Als ich einbog, war der Radschnellweg im Dunkeln, durch Bewegungsmelder wurde ich erkannt und es waren dann immer drei Laternen vor mir an. Wenn ich eine passierte, egal mit welcher Geschwindigkeit, ging die dritte vor mir wieder an. Hinter mir gingen die Lampen aber nicht mehr so schnell aus.
Impressionen meiner #Festive500 Radtouren
Auf der anderen Seite von Böblingen wird der Radschnellweg offensichtlich schon mal weiter gebaut. Dort herrscht vermutlich auch noch die Denke vor, dass im Winter ja sowieso niemand Fahrrad fährt, deswegen wurde hier auch weder eine Umleitung noch – Gott bewahre – ein Tempolimit oder gar eine Radspur auf der großen Straße daneben eingerichtet.
Impressionen meiner #Festive500 RadtourenÄhnliches auch im Stuttgarter Stadtgebiet. Auch hier wird scheinbar am Waldweg zwischen Feuerbach und Botnang irgendwas gebaut. Niemand weiß es so recht, weil es im Baustellenkalender der Stadt nicht drin steht. Von Feuerbach kommend habe ich keine Umleitung gesehen, in Botnang stand ein Schild, das die Radfahrer:innen und Fußgänger:innen auf einen anderen, nicht asphaltierten Waldweg geleitet hat.
Ich bin natürlich auf der Straße gefahren.
Impressionen meiner #Festive500 Radtouren
Auf anderen Strecken hatte ich aber mehr oder weniger absichtlich auch Wald- und Feldwege dabei. Dass einige dieser Nebenstrecken durch die Landwirtschaft nur noch schwierig zu befahren waren, hätte ich im Dezember auch nicht gedacht.  Mein Rad sah daher auf jeden Fall ziemlich dreckig aus (bzw. es sieht immer noch so aus).
Impressionen meiner #Festive500 Radtouren
Am 31.12. habe ich mit der letzten, nur noch 37km kurzen Tour, mit der Festive 500 Herausforderung bei 505km abgeschlossen. Ich bin damit auf den 21.126. Platz von fast 120.000 Teilnehmer:innen gekommen.

Überraschend ist der Dezember dann mein Monat mit den drittmeisten Kilometern dieses Jahr geworden. Neben diesen 500km hatte ich ja noch diese andere 180km-Tour und ein paar andere, nicht ganz so lange Touren gemacht.
meine Fahrrad-Statistik
Dieses Rumfahren bei dem Wetter hat eine gewissen Faszination für mich. Es ist schwierig zu beschreiben. Es ist zwar schon recht kühl, aber nicht so kalt, dass es micht stört. Mein Körper produziert meist genug Wärme, Hände und Füße kriege ich inzwischen halbwegs warm gehalten. An den Anstiegen komme ich ins Schwitzen, auf der Ebene und bergab probiere ich immer etwas langsamer zu fahren, um eben nicht stark zu schwitzen. Solange ich in Bewegung bin, ist es fast schon gemütlich.
Und diese Nachtfahrten in unbekannten Gebieten haben noch einen ganz speziellen Reiz. Es geht meist über irgendwelche Feld- und Nebenwege, in denen ich nichts sehe, keine Bäume oder Gräben neben der Straße, keine Kurven vor mir. Nur ab und an das Piepsen des Navigationsgerätes, wenn es die nächste Abbiegung ankündigt und das Display kurz anschaltet. Dann schaue ich da kurz drauf und probiere mir schnell die Karte zu merken und hoffe, dass ich die kommende Kurve richtig kriege. Auch das ist sehr schwierig zu beschreiben – und vor ein paar Jahren hätte ich die Leute, die mir so etwas erzählten noch komisch angeschaut und sie vermutlich gefragt, ob sie das ernst meinen. Ohne ein Navigationsgerät wäre das vermutlich auch gar nicht möglich gewesen. Da hätte man halt nur sehr gut bekannte Strecken fahren können oder eben nur auf Straßen, mit einem deutlich erhöhten Unfallrisiko.
In Münster gibt es sogar eine Gruppe, die im Winter wöchentlich im Dunkelfieber ist.

Auf jeden Fall habe ich im Dezember diese Art Blume mit meinen GPS-Aufzeichnungen gezeichnet.
meine Dezember-Blume

Und je nachdem, wie das Wetter nächstes Jahr in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester wird, überlege ich mir gerade, ob ich diese 500km-Strecke nicht auch in einer einzigen Tour fahren könnte. Vielleicht von Stuttgart bis nach Amsterdam….

eigene Seite hacken

ich kam nicht mehr in meine Webseite rein. Das Login-Fenster von WordPress zeigte zwar ein Benutzernamen-Feld, aber das Password-Feld war ausgegraut. Es war also nicht mehr möglich, ein Passwort einzugeben und somit bin ich auch nicht mehr in den Administrationsbereich meiner Webseite gekommen.

Keine Ahnung, ob es ein Bug in der WordPress/Jetpack Konfiguration ist, oder ob es, wie ich im Netz in sehr alten Beiträgen gelesen habe, evtl. ein Hacker-Schutz ist. Angeblich soll es einen Mechanismus geben, der prüft, ob viele Fehlversuche beim Login aufgezeichnet wurden. Wenn das der Fall ist, dann könnte solch ein Verhalten zu beobachten sein, sollte sich aber nach einer gewissen Zeit wieder automatisch zurückstellen. Über Nacht ist nichts passiert, also musste ich weiter im Netz nach einer Lösung suchen.
Ich habe keine richtige Lösung gefunden, und habe stattdessen einfach mal das Jetpack-Plugin deaktiviert. Dazu bin ich mit einem FTP-Programm zu meiner Seite gegangen, dort in das WordPress-Plugins Verzeichnis und habe den Ordner jetpack einfach umbenannt.

Voilá – schon konnte ich mich wieder anmelden!

eine Millionen Radfahrer:innen!

eine Millionen Radfahrer:innen

Update weiter unten, sie ist gefunden! 🙂

In Stuttgart gibt es zwei Zählstellen, die die Fahrradfahrer:innen zählen.
Im letzten Jahr wurden an der Frequentierteren 990.866 gezählt.
Vor ein paar Wochen ist mir aufgefallen, dass dieses Jahr durchaus die in unserem Dezimalsystem magische Zahl von 1.000.000 geknackt werden könnte. Also habe ich immer mal wieder einen Blick auf die Seite mit den nicht-so-ganz-live-Daten geworfen, aber letzte Nacht selbst nach 2:00 keinen aktuellen Stand mehr gesehen.
Heute früh um 07:18 ging dann mein Telefon – bis ich das jedoch im Tiefschlaf soweit verstanden habe, dass ich rangehen konnte, war es natürlich schon zu spät. Eine Minute später, als ich halbwegs wach war, dann eine SMS: „Es fehlen noch 670, ich fahre jetzt los!“

Screenshot von stuttgart.de

Screenshot von stuttgart.de

Plötzlich hellwach überlegte ich mir noch schnell, was ich jetzt auf die Schnelle organisieren könnte. Ich packte meine Kamera ein, Banner vom Radentscheid und Zweirat, ADFC-Logos und den Rucksack-Überzieher mit der 1,5m Abstandskampagne der Stadt. Mit den nicht vollen Akkus des Lastenrades, der Musikanlage und der Kamera eilte ich runter und packte alles zusammen.
Um 7:38 war ich dann auf dem Rad unterwegs und kam einundzwanzig Minuten später an der Zählstelle an: auf dem Zähler stand 502. Glück gehabt, noch nicht zu spät!

Ich packte die Kamera aus, hängte die Banner, Logos und den Rucksack auf und wartete.
eine Millionen Radfahrer:innen!Tobias kam kurz darauf auch noch an und wir warteten eben zusammen. Die Spannung stieg und der Zähler kletterte immer näher an die heute relevante Zahl 670.
Das Bild ist übrigens tatsächlich von heute und dieser Radler war nicht der Einzige in kurzen Hosen! Dass es gerade noch nicht winterlich kalt ist, ist klar. Aber für kurze Hosen wäre es mir doch deutlich zu kalt.
Und ein Velomobil ist auch vorbei gefahren.
eine Millionen Radfahrer:innen!
Teilweise kamen ganze Pulks von Radfahrenden an, hier und da drückte ich mal wieder ab; immer das gelbe „Wir glauben an das Fahrrad“-Banner vom Zweirat und das Radentscheid-Stuttgart-Banner im Hintergrund.
eine Millionen Radfahrer:innen!
Gegen 8:30 schaltete ich auf der Anlage dann „We are the Champions“ ein und um 8:33 war es dann soweit: Der Zähler sprang auf 670!
Eine Dame mit einem silbernen Kettler-Alurad und grünen Schutzblechen hat den Zähler auf die Millionen gesetzt! Ohne genaueren Plan, was wir jetzt mit der Situation machen sollten kuckten wir uns bedröppelt an, beglückwünschten sie zu ihrer „Leistung“ und dann fuhr sie schon weiter.eine Millionen Radfahrer:innen!

Inzwischen gibt es auch noch einen „Videobeweis“ der einmillionsten Durchfahrt und wir müssen feststellen, dass es tatsächlich jemand anderes war. Zu zweit da zu stehen und mit anderen Radfahrer:innen und auch Fußgänger:innen zu reden und gleichzeitig irgendwie noch diesen historischen Moment einzufangen war etwas herausfordernd.
Unter dem Twitter-Account vom ADFC Stuttgart ist ein Foto aus dem Video veröffentlicht – und daraufhin hat sich sogar auch die Fahrerin gemeldet:

Videobeweis der millionsten Durchfahrt

Videobeweis der millionsten Durchfahrt

Natürlich hat es danach nicht aufgehört, der (vermutliche) Pendlerstrom riss nicht ab und es fuhren weiterhin Radfahrer:innen vorbei.
eine Millionen Radfahrer:innen!

Natürlich ist dies ein schönes Zeichen, aber bei dieser Gelegenheit muss auch Kritik geäußert werden. Nicht nur, dass die Beschilderung an dieser Stelle etwas verwirrend ist. Das kennen wir Radfahrer:innen ja schon zu genüge, dass der Radverkehr nie so richtig ernst genommen wird.
Auch ist diese Strecke bereits seit Jahren ein schlechter Kompromiss. Man sieht ganz gut, dass es dort einfach viel zu eng ist. Überholen ist dort überhaupt nicht möglich, weil man in der Kurve etwas mehr Platz braucht und man auch schlecht sehen kann. Bei entgegenkommenden Radler:innen, vor allem bei Lastenrädern oder mit (Kinder-) Anhängern wird es dort schon sehr eng!
eine Millionen Radfahrer:innen!

Auch die Zahl „eine Millionen“ könnte man etwas kritisch betrachten. Bereits im letzten Jahr hatte man vermutet, dass die Millionen bereits erreicht worden ist, jedoch die Zählstelle für einige Tage defekt war und überhaupt nichts zählte. (Leider finde ich diese Diskussion dazu nicht mehr.)
Da jetzt etwa 15.000 Fahrten pro Woche gezählt werden, wird es somit eine minimale Steigerung von vielleicht 2-4% der Radfahrenden dort geben.
Auch wenn man sich die detaillierten Zahlen dieser Zählstelle seit Beginn anschaut, macht es nicht den Eindruck, dass dort ein rasanter Anstieg der Durchfahrten bemerkbar ist. Die Stadt hätte gerne einen Radverkehrsanteil von 25%, also eine verdrei-/vervier-/verfünffachung des Wertes von 2012. Wenn ich jedoch stichprobenhaft den Wert von August 2012 (92.148) mit dem vom August 2019 (114.079) vergleiche, komme auf eine Steigerung von nur 23% in sieben Jahren.
Viele Leute würden ja gerne mit dem Rad fahren – aber sie brauchen dafür sichere und gute Angebote! Solange die Stadt immer mal wieder die Fahrradstraße als Umleitung einer zweispurigen Bundesstraße benutzt, sich fast ein Jahr mit einer 350m langen/kurzen und nicht besonders effektiven Fahrradstraße beschäftigt und in den letzten zwei Jahren gerade mal 2,5km neue Radstrecken (was auch immer das wieder sein soll?! Hier die Quelle) erstellt hat, werden nur sehr wenige der großen Gruppe der „Interessierten“ umsteigen. Die „Furchtlosen“ und „Gewohnheitsfahrer“ sind jetzt schon unterwegs – ganz egal, was die Stadt im Bezug auf den Radverkehr (nicht) macht. Diese Phantasiezahl der „180km Radwege“, die von der Stadt Stuttgart immer wieder genannt wird, wurden im Zuge des Radentscheids schon mal entzaubert. Bei einem Straßennetz von etwa 1.500km gibt es in Stuttgart lediglich acht (8!) Kilometer richtige Radwege!

Wir haben auch beim Beobachten des Zählers bemerkt, dass dort mitnichten jede Durchfahrt gezählt wird. Diese Beobachtung haben schon viele gemacht, wie man immer wieder lesen kann. Eines Tages könnte man sich vielleicht mal eine Stunde mit einer Kamera hinstellen und diese Vermutung mit Zahlen belegen.

Dass der weitere Verlauf in beide Richtungen von dieser Zählstelle verbesserungswürdig ist, weiß auch jede:r Radler:in. In Richtung Bad Cannstatt wird man nach einer weiteren Bettelampel direkt zwischen parkende und zweispurig fahrende Autos entlassen, vor denen man an der Stelle noch mit einer Betonwand geschützt wird; in der anderen Richtung landet man nach ziemlich unebener und kurviger Strecke im Park zwischen den Fußgänger:innen. Just heute auf der Rückfahrt stand 200m hinter der Zählstelle ein Lastenradfahrer und hat probiert Scherben von der Radspur zu entfernen.

Zuletzt fragt man sich als IT-affiner Mensch, wieso die Daten der Zählstelle eigentlich nicht als Open Data, also als offene Daten vorliegen, mit denen jede:r rumspielen kann, Apps entwickeln, Grafiken und Verläufe erstellen kann, und so weiter. Wenn die Daten erst mal frei verfügbar wären, werden sie bestimmt auch sinnvoll verwendet.

Kurz bevor ich wieder zuhause war, war mein Lastenrad-Akku dann leer und ich musste mit dem beladenen Rad nun nicht nur ohne Unterstützung durch die Stadt, sondern auch noch völlig ohne Motorunterstützung den letzten Kilometer leicht bergauf fahren.

Wer A sagt, muss auch B machen!

irgendwann im Frühjahr hat ein Manager, der mehrere Ebenen über mir ist, angekündigt, dass er im Dezember nach Indien fliegen wird, auch um dort an einer organisierten Charity-Radtour am 15.12. über 150km teilzunehmen; dadurch sollen Spenden für eine gemeinnützige Organisation gesammelt werden. Da immer von einer „offenen Kommunikationskultur“ gesprochen wird, habe ich angemerkt, dass man nicht nach Indien fliegen muss, um Rad zu fahren, das könne man doch auch ganz gut hier machen.

Update: leider hat mich meine Erinnerung etwas getäuscht und die Tour in Indien war tatsächlich schon am 14.12. – aber sich seit März lediglich um einen Tag zu täuschen, finde ich ohne weitere Notizen nicht so schlecht. ;~)

Er erwiderte darauf, dass es natürlich die Entscheidung jedes einzelnen ist, daran teilzunehmen und dass ich doch einfach selbst eine Fahrrad-Veranstaltung organisieren solle.
Ich finde, dass ich dieses Jahr tatsächlich genügend Fahrrad-Veranstaltungen organisiert habe. Sieben Mal die Kidical Mass, bei der wir jedesmal zwischen 150 und 220 Teilnehmer:innen hatten und dazu noch die Mondfahrt, wo wir über Nacht zur Stuttgarter Sternfahrt geradelt sind.
Was jetzt noch fehlte, war mein „Beweis“, dass man am 15. Dezember tatsächlich in Süddeutschland 150km radeln kann. Also besorgte ich mir ein Fahrrad-Navi, wasserdichte Winterschuhe, richtete mein Rad, das ein Radladen beim Versuch, den Schaltzug zu wechseln (!), kaputt gemacht hat und beobachtete die Wettervorhersage. Es sollte zwar nicht besonders kalt werden, dafür windig und die Regenvorhersage änderte sich stündlich in alle Richtungen.

Also gut, ich habe eine Route geplant, die auch auf Strecken führt, die ich noch nie gefahren bin. Als ich Stuttgart verlasse, sehe ich nicht nur viele Wolken, sondern in der Ferne auch schon die Schwäbische Alb, auf die mich die Tour heute führen wird.
Impressionen ein 150km Radtour im Winter
Sobald ich näher komme, sehe ich auch hier und da mal eine Burg auf den Bergen.
Impressionen ein 150km Radtour im Winter
Worauf ich bei der Streckenplanung nicht geachtet habe, waren Steigungen. Diese 17% auf der Ochsenwanger Steige haben mich ziemlich überrascht und mich im weiteren Verlauf zu ziemlichen Flüchen veranlasst. Leider gab es oben dann nicht mal eine Möglichkeit, diese imposante Steigung irgendwie fotografisch festzuhalten. Man fährt zwar die ganze Zeit hoch, kann aber nirgends die beeindruckende Aussicht begutachten.
Impressionen ein 150km Radtour im Winter
Warum ich die Schwäbische Alb auch gerne als Schneebische Alb bezeichne (z.B. hier)? Weil dort gefühlte zehn Monate im Jahr Schnee liegt. In Stuttgart waren es beim Losfahren noch gut über 10°C und ich habe diesen Winter dort auch noch keinen Schnee gesehen. Hier oben gibt es überall noch (oder schon wieder?) Schnee.
Impressionen ein 150km Radtour im Winter
Bei Laichingen fängt es nach etwa 60km dann tatsächlich ein bisschen zum Regnen an und da ich ohne Frühstück und ohne Verpflegung losgefahren bin, entschließe ich mich zu einer kleinen Pause.
Impressionen ein 150km Radtour im Winter
Der Regen wird nicht weniger und das Regenradar verheißt auch keine Besserung. Also fahre ich nach dem Kuchen zügig weiter. Ich komme auf solchen Wirtschaftswegen durch tatsächlich schöne Gegenden, die ich auf den großen Straßen, die ich bisher mit dem Rennrad immer fuhr, noch nie zu Gesicht bekommen habe.
Impressionen ein 150km Radtour im Winter
Kurz vor Ulm ist dann diese Auffahrt auf eine Brücke über die Bahnlinie. In anderen Städten gibt es für Radfahrer:innen keine Möglichkeiten, Flüsse, große Verkehrsstraßen oder eben Bahnlinien zu queren – oder nur mit großen Umwegen. Hier wird auf wenig Platz einfach eine Rampe gebaut. Es ist so einfach, den Radverkehr ernst zu nehmen und es ihm einfach zu machen, wenn man es doch nur will….
Impressionen ein 150km Radtour im Winter
Dann fahre ich nach Ulm rein. Eine Stadt, die ähnlich viele Baustellen, wie Stuttgart hat. Davon sieht man hier wenig, aber das Ulmer Münster, der höchste Kirchturm der Welt, ist weithin sichtbar.
Impressionen ein 150km Radtour im Winter
Inzwischen wird es langsam dunkel. Das Problem am 15. Dezember ist ja, dass es beinahe der kürzeste Tag des Jahres ist. Gepaart mit meinem Problem, früh aufzustehen und loszufahren (es war heute 10:30), setzt eben schon nach wenigen Stunden die Dämmerung ein.
Impressionen ein 150km Radtour im Winter
Nach 110km bin ich bei meinen Eltern angekommen, habe nochmal Kuchen gegessen, mich ein bisschen aufgewärmt und ein paar der nassen Klamotten gewechselt, bevor ich mich wieder auf den Weg machte. Das Regenradar war wieder eindeutig: es wird regnen!
Die letzten 70km sahen für mich dann überwiegend so aus:
Impressionen ein 150km Radtour im Winter
Der Schein der Lampe zeigt mir den Weg. Ich habe überwiegen kleine Landstraßen, es sind kaum Autos unterwegs. Und es regnet und regnet und regnet. Falls mir jemand eine Lösung hat, wie man mit einer Brille beim Regen fahren kann, ohne ziemlich blind zu sein, wäre ich dankbar! Wenigstens ist es noch warm genug, dass ich ohne Handschuhe fahren kann.
In Geislingen, wo ich nach 160km eigentlich in den Zug steigen wollte, rolle ich gerade in den Bahnhof, als der Zug abfahrbereit da steht. Der einzige Ticketautomat ist besetzt und bevor ich dazu komme, mir eine Fahrkarte zu besorgen, fährt der Zug ab. Also entscheide ich mich, den nächsten Zug, eine Stunde später, dann im etwa 20km entfernten Göppingen zu nehmen. Mein bisheriger Schnitt war 22,6km/h, also müsste das funktionieren. Ich verlasse meine Route und fahre nach den Schildern den direkten Weg an der B10 nach Göppingen. Dort komme ich etwa zehn Minuten vor Abfahrt des Zuges an, kann mir noch eine Fahrkarte kaufen und gemütlich zum Gleis laufen.

Fazit: Ja klar, man kann auch hier mitten im Winter mehr als 150km am Tag radfahren! Hier die Strava– oder Komoot-Aufzeichnung. Es waren am Ende 180km in 7:45, dazu noch etwa 3h Pausen.
Nebebei: Auf Strava gibt es auch diese Festive500-Herausforderung, bei der jährlich tausende Sportler weltweit 500km zwischen Heilig Abend und Silvester radfahren, hier z.B. 2018; ich bin mit meinen 506km letztes Jahr auf dem 16863. Platz (von 98190 Teilnehmer:innen) gelandet.

Und da ich alle meine Touren aufzeichne und auch immer gerne mal neue Strecken fahre, nutze ich VeloViewer. Dort gibt es, neben vielen anderen Dingen, auch eine Karte, auf der man alle eigenen Touren sieht und es wird eben angezeigt, wo ich schon mal gefahren bin. Damit kann man dann Routen planen, die auch in bisher unbekannte Gebiete führen.
Vor meiner Tour sah es dort so aus:
meine VeloViewer-Karte vor der Tour
Und danach dann eben so – die blaue Linie ist die beschriebene Tour. Ja, es ist nicht die direkte Strecke, hier und da mit Umwegen und Zick-Zack. Aber dafür habe ich mir ein paar weitere „Kacheln“ erarbeitet.meine VeloViewer-Karte nach der Tour

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Fahrradstraße

Diesen Beitrag habe ich auf der Seite vom Zweirat Stuttgart geschrieben. Dort wurde jedoch entschieden, dass er dort nicht hinpasst, deswegen veröffentliche ich ihn eben hier:

Die Straßenverkehrsordnung sieht Fahrradstraßen vor. Analog zu einer Autobahn, bzw. Kraftfahrstraße, auf der nur Autos und keine Fahrräder erlaubt sind, verhält es sich auf diesen Fahrradstraßen: KFZ sind verboten!
Solche Fahrradstraßen gibt es selten in Deutschland und oft sind sie in Verbindung mit dem Zusatzschild „KFZ frei“ oder „Anlieger frei“. Jetzt hat die Stadt Stuttgart endlich eine erste Maßnahme aus dem zwei Jahre alten Beschluss des Gemeinderates zur „Lebenswerten Stadt für alle“ (Link) umgesetzt und eine 300m lange Straße zur Fahrradstraße umgewidmet.

Der Schritt ist jedoch nur minimal und daher sehr ernüchternd. Zum einen ist ein 300m kurzes Stück Straße in einem Straßennetz von fast 1500km lächerlich wenig. Abgesehen davon war diese Fahrradstraße davor schon da, nur eben mit einem genannten Zusatzschild „Anlieger frei“. Jetzt sind dort drei Zusatzschilder, nun sind nur noch „Taxis frei“, „Lieferverkehr von 5-11 Uhr frei“ und „Mobilitätseingeschränkte Personen frei“. Also immer noch nicht autofrei, aber ein bisschen mehr.
Dazu kommt noch, dass beide Enden dieser Fahrradstraße nicht besonders gut gelöst sind. An der Seite des Tagblatt-Turms muss man als Radfahrer:in querenden Autos auf dem Weg zum Parkhaus Vorfahrt gewähren, auf der anderen Seite geht es dann über den schlechten Radweg an der Holzstraße über eine Tiefgaragen-Ausfahrt, man quert eine Straße, die heftig von Schleichverkehr genutzt wird, muss dann an einer Litfasssäule über einen gemischten Rad- und Gehweg vorbeifahren, ohne daran vorbei sehen zu können und hat dann, je nach weiterer Fahrtrichtung, mindestens drei Ampeln, die man überqueren muss.

Alleine diese minimale Änderung hat jedoch den SWR auf den Plan gerufen und er hat einen Bericht über diese Fahrradstraße gemacht und in der Sendung „Zur Sache! Baden-Württemberg“ ausgestrahlt. Der Zweirat/Radentscheid wurden eingeladen, um dabei teilzunehmen. Leider sind von den vielen Aussagen, die wir in dem über einstündigen Dreh mit Interview machten, fast keine im ausgestrahlten Beitrag gekommen. Das ZDF war übrigens zeitgleich dort und hat auch gefilmt, allerdings zusammen mit dem Ordnungsamt.
Zum Beitrag: Natürlich machen wir ab und zu mal Fotos von der Stuttgarter Infrastruktur. Damit wollen wir dokumentieren, dass die Lösungen, die die Stadtverwaltung ausgedacht hat, in vielen Fällen einfach nicht funktionieren. Wenn man innerhalb weniger Sekunden mehrere Autos sehen kann, die ordnungswidrig in diese Fahrradstraße einbiegen (wie hier auf facebook), dann ist das ein sehr gutes Indiz dafür, dass diese Maßnahme so einfach nicht funktioniert.

Um einen Verbesserungsvorschlag zu machen, der kaum teurer gewesen wäre, aber deutlich effektiver und dem Anspruch einer lebenwerten Stadt viel gerechter gewesen wäre: man hätte den Durchgangsverkehr entfernen müssen. Die Einfahrt von der Holzstraße aus mit Pollern, Bordsteinen oder großen Blumenkübeln absperren. Somit kann man die Fußgängerzone aus der Marktstraße bis an die Holzstraße erweitern können. Mit roter Farbe auf dem Boden hätte man den Fußgänger:innen verdeutlichen können, dass hier ein Radweg durchführt. Auf dem freigewordenen Platz könnte man weitere Bäume pflanzen, Sitzgelegenheiten aufbauen oder auch z.B. eine große Schaukel aufstellen. All das macht eine Stadt deutlich lebenswerter, als dieser freie Platz, der ständig nur von Falschparkern missbraucht wird.
Im Endeffekt wird es dadurch eine Sackgasse und der KFZ-Verkehr meidet aufgrund des zusätzlichen Aufwandes, um zu wenden und dann erfolglos wieder heraus zu fahren, nach relativ kurzer Zeit vermutlich von ganz alleine diese Straße.

eine bessere Lösung für die Fahrradstraße

eine bessere Lösung für die Fahrradstraße

Wir wünschen uns – und fordern es für die 35249 Menschen, die für den Radentscheid Stuttgart unterschrieben haben – dass effektive Maßnahmen für den Radverkehr in der Stadt umgesetzt werden. Dazu gehört ein durchgängiges und sicheres Radwege-Netz! Jeder Mensch, von 8 bis 80 soll in der Lage sein, sicher und ungefährdet durch die Stadt radeln zu können. Das geht nicht mit ein bisschen Farbe, wie dieses Blau in der Eberhardstraße oder das Rot auf der Theodor-Heuss-Straße. Der OB Kuhn hat noch im Februar davon gesprochen, dass Stuttgart zur „echten Fahrradstadt“ werden soll. Der Gemeinderat hat die Forderungen des Radentscheids übernommen und sich zu noch ein paar weiteren Punkten verpflichtet. Dass jetzt beinahe ein ganzes Jahr lang an dieser Fahrradstraße geplant wurde, bis sie nun final umgesetzt wurde, ist viel zu wenig!
Bei dem Thema, was zum Themenkomplex der Verkehrswende gehört, sind alle Verantwortlichen deutlich mehr gefragt. Vom Gemeinderat müssten mehr konkrete Beschlüsse kommen, von der Verwaltung müssten mehr Vorschläge und Lösungen kommen. Sie haben freie Bahn, sie könnten und müssten sehr viel mehr bei dem Thema einbringen; durch diverse Beschlüsse sind sehr viele Maßnahmen möglich (wie z.B. die Übernahme der Radentscheid-Forderungen, der oben angesprochenen Beschluss zur lebenswerten Stadt oder das bereits zehn Jahre alte Verkehrsentwicklungskonzept). Ganz vorne dran müsste der OB stehen und immer wieder die Richtung vorgeben – leider ist er diesbezüglich völlig ohne Ehrgeiz und Profil.

großes Geschrei: autofrei

in Stuttgart macht gerade die Nachricht die Runde, dass die ganze Innenstadt in naher Zukunft autofrei werden soll.
Das verwundert mich aus verschiedenen Gründen.

1. ist dieser Beschluss bereits über zwei Jahre alt, hier die Meldung von 2017. Warum er nun ausgegraben wird, kann ich nicht so ganz einordnen. Warum der Auftrag aus dem Haushalt 2018/2019 jetzt bis „vor 2030“ verschoben wird, ist mir auch nicht verständlich.
Vielleicht ist das alles schon ein bisschen der vorgezogener Wahlkampf, da im kommenden Jahr hier die Oberbürgermeister-Wahlen sind.
Die Grünen, die den aktuellen OB Kuhn stellen, sind vermutlich froh über diese Meldung, dass ihr „Chef“ endlich mal etwas macht, für das er bereits 2012 gewählt wurde. Und die Konservativen, inkl. des Handelsverbands und der IHK springen da natürlich auch gleich auf, weil sie alleine bei dem Begriff schon den kompletten Untergang der westlichen Welt kommen sehen. Dabei können sie sich überhaupt nicht vorstellen, dass eine autofreie Innenstadt für den Handel sogar Vorteile bringt. Das ist erst in Madrid beobachtet worden, aber auch z.B. im auto-verliebten Nordamerika, wie in Toronto oder Salt Lake City.
Oder, wie beim Spiegel ein Forscher der TU Harburg nach einem Versuch dort zitiert wird:

Es ist kein Projekt dieser Art weltweit bekannt, das gescheitert ist.

2. geht es überhaupt nicht um eine autofreie Innenstadt. In dem Beschluss wird immer wieder genannt, dass selbstverständlich der Lieferverkehr weiterhin fahren darf. Eine zeitliche Einschränkung für diesen Verkehr funktioniert seit Jahrzehnten auf der Königstraße schon nicht: dort darf man eigentlich nur bis 11:00 fahren, tatsächlich ist dort den ganzen Tag über Lieferverkehr.
Außerdem werden die Zufahrten zu den Parkhäusern und Parkplätzen weiterhin zugelassen. Auf der Karte weiter unten habe ich mal alle Parkhäuser von google über die OpenStreetMap Karte gelegt. Überall dorthin werden weiterhin noch Autos fahren dürfen und wie bereits jetzt z.B. an der Marktstraße vor dem bekannten, lokalen Modehändler zu sehen ist, werden Park- und Halteverbote von KFZ-Fahrer:innen sowieso konsequent ignoriert und genauso konsequent auch weder von der Stadt noch von der Polizei effektiv durchgesetzt.
Selbst der Sprecher der Stadt redet lediglich davon, dass es um eine „Reduzierung des Verkehrs“ geht.

3. ist die Innenstadt sowieso schon irgendwie weitgehend (so eine Art) autofrei. Auf der Karte sind alle Fußgängerzonen innerhalb des Cityrings blau eingezeichnet. Dazu habe ich lila die Straßen markiert, auf denen normale Autos jetzt eigentlich schon nicht fahren dürfen (abgesehen von Taxis) oder nicht fahren sollten; und, weil es teilweise ein sog. Shared Space ist, ist dort auch eine Halteverbotszone, die ebenso konsequent ignoriert und nicht durchgesetzt wird.

4. geht es sowieso nur um wenige Meter. Der aktuelle Aufreger, also der Bereich, von dem man gerade als „autofrei“ spricht, sind die ca. 350 Meter auf der grün eingezeichneten Eberhardstraße. Dazu soll, laut der Meldung ganz oben, irgendwann noch die Dorotheenstraße in dieses Konzept integriert werden. Da das aber noch nicht mal ansatzweise mit einem Termin genannt ist, habe ich diese Straße (die schräg über dem Schriftzug Stuttgart-Mitte direkt in ein Parkhaus verläuft) noch nicht eingefärbt.

Es ist also viel Geschrei um den Begriff autofrei – offenbar ohne dass sich jemand mal mit der Thematik befasst hat.
Die einen feiern es, die anderen verteufeln es – letztendlich wird am Ende (fast) nichts passieren.

"autofrei" in Stuttgart

Was in der Stadt Stuttgart unter „autofrei“ verstanden wird.

Update 1: Die Jahreszahl der OB-Wahl in Stuttgart musste ich korrigieren. Meine Erinnerung gaukelte mir 2010 vor, die Wahl war jedoch im Oktober 2012, hier die Details.
Update 2: Just am selben Tag, als ich das niedergeschrieben habe, zeigt uns San Francisco, wie man mit 600Mio$ das Konzept #autofrei auch anders durchsetzen kann, hier der Einstieg dazu bei twitter.

Lauterbach – Darmstadt

nach der Erfahrung von gestern mache ich heute gar keine großen Pläne, sondern fahre einfach mal drauf los. Im Städtchen Lauterbach werden in der Alt-/Innenstadt diese Schirme aufgehängt und beim orangenen „Fahr Rad“-Schirm muss ich dann doch mal anhalten und sie fotografieren.

Weiter geht’s – allerdings scheint der heutige Radweg nicht so komfortabel zu sein, wie gestern noch. Diese Schilderkombination von Radweg-Ende/Radweg-Anfang an jeder noch so kleinen Querstraße zeigt mal wieder überdeutlich, wie die Prioritäten verteilt sind. Selbst bei diesem kleinen Parkplatz für Wanderer, die ja der aktiven Bewegung nicht abgeneigt sind, werden die RadfahrerInnen ausgebremst und müssen sich mit den potentiell rumfahrenden KFZ auseinandersetzen.
Warum macht man in solchen Fällen nicht einfach eine Vorfahrtsregelung für die Radfahrer?

Auch sehr ungerne gesehen: Drängelgitter. Vor allem, wenn man ein Rad dabei hat, bei dem noch Packtaschen dran sind. Man sieht zwar überall, dass sie die Durchfahrt deutlich vergrößert haben und jeweils eines dieser Gitter nach hinten versetzt haben. Aber dennoch ist es eine unnötige Einschränkung von Radfahrenden. Ich könnte sowas ernst nehmen, wenn es auch nur eine einzige Stelle im deutschen Straßenverkehrsnetz gäbe, das so ausgelegt ist, dass Autos auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen müssten und mit bestimmter Beladung eine solche Stelle sogar überhaupt nicht passieren könnten.

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Kassel – Lauterbach

die Zeit in Kassel neigt sich zu Ende. Ich frühstücke noch gemütlich und dann überlege ich mir noch, wie ich wieder nach Hause komme. Mit dem FlixTrain habe ich mein Rad mitgenommen und bei der ADFC-Tour gestern noch eine veraltete Karte der hessischen und deutschen Radwege mitbekommen.
Also entscheide ich mich nach etwas hin und her für den Fulda-Radweg und denke mir, dass das 78km entfernte (Luftlinie) Lauterbach doch ein mögliches Ziel sein könnte. Falls ich zu früh dort bin, fahre ich entweder noch ein paar Umwege oder einfach noch weiter.

Zuerst aber durch die Fulda-Aue aus der Stadt raus.

Und irgendwo auf dem Weg dann diese Pilze gesehen. Das ist ja das schöne am Radfahren – solche Dinge kriegt man mit. Ob man dafür dann auch immer anhält – erst recht mit dem schweren und trägen Tourenrad – ist noch eine andere Frage.

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in Kassel

auf dem „Nationalen Radverkehrskongress“ habe ich noch mit den Leuten vom Radentscheid Kassel gesprochen. Sie haben die Ausstellung „Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt“ organisiert und in einer Documenta-Halle aufgebaut. Das hörte sich interessant an und ich hatte den Termin jetzt spontan wieder im Kalender gefunden und auch nichts anderes. Jetzt musste ich nur noch ein Zugticket besorgen und dann konnte es schon losgehen. Verwundert war ich darüber, dass man auf der Seite der Bahn sogar die FlixTrain-Züge angezeigt bekommt und diese sogar günstiger sind. Mein Reiserad ist gerade noch fertig geworden, also nehme ich es mit und beschließe, damit dann wieder heim zu fahren. Was der FlixTrain mit der Bahn gemeinsam hat: beide können Verspätung haben. Zwar „nur“ etwa eine halbe Stunde – aber wenn man schon um 06:31 losgefahren ist, ist das doppelt ärgerlich.

Vor der Ausstellung war ich erst noch in einem Workshop, der ein paar „Bottom Up“-Projekte aus Deutschland vorgestellt und diskutiert hat. Dabei waren die Freien Lastenräder, die Nordbahn-Trasse aus Wuppertal und die Parklets aus Stuttgart.
Am Tag drauf standen zwei Radtouren auf dem Plan. Eine vom ADFC, wovor mir schon alle Angst gemacht haben. „Die Andrea ist sauschnell, da kommt man kaum hinterher!“ Sowas beeindruckt mich aber nicht, es gibt tatsächlich wenige Radler, die zum Spaß fahren und denen ich nicht mal im Windschatten hinterher käme. Es war dann auch bei weitem nicht so; für die angekündigte 30km Tour ab 10 Uhr waren wir um 12:30 gerade mal bei 35km. Da stieg ich dann aus und wechselte zur zweiten Tour vom Radentscheid Kassel zu den Unesco-Weltkulturerbe-Wasserspielen „beim Herkules“. Ich musste mir noch ein paar Sprüche anhören, dass die Kasseler ja sehr trainiert seien, weil ihre Stadt so viele Berge hätte. Die Mountainbikes sahen auch so aus, die Leute aber weniger. Also ließ ich mich als „Flachland-Gast“ beschimpfen und dachte mir einfach meinen Teil. Allerdings sagte ich noch, dass sie auf mich keine Rücksicht nehmen bräuchten, ich komme sicherlich hinterher. Ich habe es dann auch nicht geschafft, immer hinten zu bleiben, sondern bin oft wieder ganz vorne gelandet. Naja – auf einem Stück haben dann sogar alle Guides aus Kassel schieben müssen, während ich eigentlich immer noch recht gemütlich hoch gefahren bin. Dort ging es ähnlich wie in Stuttgart etwa 200 Höhenmeter rauf, etwa die Hälfte davon mache ich ja schon zweimal täglich auf meinen Pendelstrecken.

Die Wasserspiele sind dann ein Touri-Magnet. Die meisten BesucherInnen warten ganz oben aufs Wasser und sobald es da ist, laufen sie den Berg weiter runter zur nächsten „Attraktion“. Wir waren erst an der „Teufelsbrücke“. Diese sieht vorher/nachher etwa so aus:
Sehr schön sind dort die Horden von Touristen zu sehen. Denen konnten wir mit den Rädern auf einer etwas parallelen Straße jedoch ganz gut entfliehen.
Der nächste Punkt war dann das Aquädukt. Auch hier wieder ein vorher-Bild ohne Wasser.
Und dann das nachher-Bild mit Wasser. Die meisten sind direkt in der Sekunde, als das Wasser herabstürzte, schon weiter nach unten gezogen. Ganz so, als ob sie richtig Stress hätten….
Am Ende kommt das Wasser dann an einem Schloß in einer großen Fontäne wieder zum Vorschein. Also wieder ein Punkt, den ich auf meiner Liste abhaken kann (obwohl ich nicht mal wusste, dass der da überhaupt drauf stand). Abends suchte ich dann noch schnell was zum Essen in der Stadt und war – so hungrig wie ich eben war – etwas verwirrt über diesen „Ranzenladen“. Es hätte mich nicht verwundert, wenn es dort tatsächlich etwas zum Essen, also für den Ranzen gegeben hätte.

Creglingen – Stuttgart

weiter geht’s, rund um Baden-Württemberg. Allerdings habe ich zum Start der Tour noch kein potentielles Ziel gefunden. Ich überlege hin und her, aber es wird nicht besser. Also fahre ich einfach mal los in Richtung Süden. In Rothenburg ob der Tauber finde ich einen Radladen, bei dem ich einen neuen Sattel aus der Grabbelkiste besorgen.
Dann sehe ich ein Schild nach Schwäbisch Hall, 55km. Letztens bin ich noch nach Schwäbisch Hall gefahren und die Tour war hin und zurück nur 100km lang. Also entscheide ich mich auf die Schnelle, doch wieder nach Hause zu fahren.
Dummerweise habe ich Schwäbisch Hall mit Schwäbisch Gmünd verwechselt – ich Geografie-Profi – und damit wurde es wieder eine recht lange Tour: wieder über 160km, also ein weiterer „Century Ride“, aufgrund fehlender Motivation hat das dann sogar 13h gebraucht, davon fünf Stunden Pause.

Mannheim – Creglingen

ich habe noch ein paar Tage frei, also wieder aufs Rad. Da man von Stuttgart nicht so toll wegkommt, nehme ich den Zug bis Mannheim und übernachte dort erstmal.
Wo ich genau hinwill, war mir anfangs (mal wieder) nicht klar. Die Idee ist, ein bisschen an der Grenze von Baden-Württemberg zu fahren.

Am Ende bin ich etwas am Neckar entlang gefahren und irgendwann auf dem Taubertalradweg gelandet. Am Ende war ich gerade noch rechtzeitig in Creglingen. Ich bin immer wieder überrascht, was für Ortschaften und Ortsnamen es in meiner näheren und ferneren Umgebung gibt.

Das ganze hat gute 10h gedauert, unterwegs davon war ich knapp 8h und es wurde ein weiterer „Century Ride“, also mit 168km knapp über 100 Meilen. Wer auf Strava nachschauen will, kann mal suchen, wo ich auf einem kleinen Verkehrsübungsplatz rumgekurvt bin.

ich war noch niemals

…. in New York. Ich war noch niemals auf Hawaii, lief nie durch San Francisco in zerriss’nen Jeans.

So geht zumindest das bekannte Lied – aber ich war schon in New York und in San Francisco, wobei ich nicht mehr weiß, ob meine Jeans damals zerrissen waren. Ich war aber im Levi’s Hauptquartier – oder irgend etwas in der Art.

Wo ich allerdings noch nie war: Freitagshof, Notzingen, Hochdorf, Rosswälden oder Römerpark. Und das ist alles halbwegs in meiner Nähe. Also packe ich mal das Rennrad, setze ein paar Markierungen auf meinen digitalen Karten und mache mich auf die Suche, diese abzufahren. Das weiß ich alles, weil ich natürlich meine Daten auf Strava sammle und mit VeloViewer dann noch weiter analysieren kann. Dort werden dann z.B. auch alle Strecken angezeigt, die ich jemals gefahren bin. Und alle dieser kleines Kästchen, etwa etwa 1x1km groß sind, durch die ich durchgefahren bin, werden rot einfärbt. Und wennn alle Kästen drumherum rot sind, wird das mittendrin blau. Daher wusste ich, dass ich noch dringend ein paar Stellen in meiner Gegend mal abfahren muss:

Irgendwo, etwa 45km weg, wollte mir ein Autofahrer Quatsch erzählen. Als ich meinte, dass ich aus Stuttgart käme und da auch wieder hin fahre, hat er komisch geschaut und ist abgehauen. Gut so.
Am Ende der Tour (hier blau eingefärbt) waren ein paar fehlend Kästchen noch rot und durch diese Lücken konnte dann der blaue Anteil deutlich vergrößert werden. Das ist doch etwas motivierender, als einfach nur planlos „im Kreis“ rumzufahren.

Am Ende waren es dann doch überraschend 105km (hier auf Strava), die ich dafür in unter 4h mit einem Schitt von 27km/h gefahren bin. Nach dem Auf-und-Ab bei der Hitze in der Schweiz war das doch mal wieder etwas entspannend. ;~)
Es fehlt nur noch ein halbwegs vernünftiges Navi, damit ich nicht ständig anhalten und auf dem Smartphone nachschauen muss….

Bei dieser Baustelle kam ich noch durch, allerdings auch nur, weil ich das leichte Rennrad einfach so schultern konnte.

Diesen allzu typischen Radweg in Baden-Württemberg, der von einer bestens ausgebauten Straße ohne erkennbaren Grund in einen Schotterweg abzweigt habe ich buchstäblich links liegen lassen.

Und auch diese Unterführung, die mit einem grünen Schild als Radweg ausgewiesen ist, aber auf beiden Seiten nur Treppen hat, habe ich gemieden.

Aus solchen Gründen fahren Radfahrer nämlich auf der Straße – nicht um Autofahrer zu ärgern, sondern einfach, weil es überhaupt keine vernünftige Infrastruktur fürs Rad gibt!