in Singapur /1

diese Stadt ist einfach beeindruckend! Wo auch immer man hingeht, könnte man staunend und mit offenem Mund stehenbleiben. Es ist eine Mischung aus dem asiatischen Chaos, das ich bereits in Bangkok kennengelernt habe und der europäischen Art, wie ich sie von zuhause her kenne.
Downtown gibt es Straßenschluchten, wie man sie in nordamerikanischen Städten erwartet, allerdings sind die Wolkenkratzer hier gerne mal etwas anders als in der langweiligen standard-Stahl&Glas Bauweise.

Diese Pyramide soll die Entwicklung der Menschheit zeigen, es geht immer nach oben. Nicht verwunderlich, dass ganz unten ein Radfahrer ist, sozusagen als Grundlage.

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nach einem langen Flug

eigentlich wollte ich so einen Quatsch ja nicht mehr machen: 25h reisen, davon 4h Aufenthalt in Shanghai und Ankunft morgens gegen fünf. Aber an diesen Entschluss erinnere ich mich immer erst wieder, wenn es zu spät ist.
Am Flughafen ist eine riesige Schlange an meinem Check-In und sie bewegte sich in den 20min, die ich dort wartete, fast nicht. Mit der Geschwindigkeit werde ich den Flieger verpassen – also packe ich den Laptop aus, checke online ein und gebe dann nur noch meine Tasche ab. Beim ersten Wiegen war ich etwas erschrocken, denn die Waage zeigte 36 an. Kommt mir zwar komisch vor, aber ich packe dennoch mal alles mögliche noch ins Handgepäck. Die nächste Waage zeigte dann nur noch 11kg an. Das ist deutlich plausibler und ich packe das ganze Zeug wieder zurück. Wie die NASA bei einer Mars-Mission, bin ich wohl auch auf diese blöden Einheiten reingefallen; die 36 waren wohl lb, also Pfund.
Im ersten Flieger, der 15h nach Shanghai flog (Abflug nachmittags um halb vier), war ich überraschenderweise gar nicht müde. Auch mein Supertrick, einfach einen Film anzuschauen (dabei schlafe ich normalerweise innerhalb wenigen Minuten ein) hat viermal nicht geholfen. Dann habe ich halt noch im „in-flight-entertainment“ beim Black-Jack die Bank geknackt und frage mich, wie ich jetzt wohl an die dort gewonnenen >1Mio Spielgeld$ komme? Mein Nachbar hat sich schon beim Beginn des Fluges an einen freien Fensterplatz gesetzt, somit hatte ich in der Mitte wenigstens etwas mehr Platz. Nachdem ich bei den meisten meiner Flüge zufällig immer einen Fensterplatz habe, ist es nicht verwunderlich, dass ich jetzt auch mal in der Mitte sitzen „muss“. Vielleicht hätte ich bei der Buchung das schon auswählen können, aber die Seite von Eastern China Airline ist nicht besonders gut, es gab zehn Preise für meinen Flug, aber keine Beschreibung, was diese bedeuteten – ich habe halt den günstigsten genommen.

In Shanghai wurde ich dann doch etwas müde und habe am Flughafen etwas vor mich hingedöst. Da ich mit dem dortigen Transrapid schon mal gefahren bin und es draußen so regnet, dass sogar auf dem Flughafen zentimeterhoch das Wasser steht, habe ich keinen großen Drang, für diese kurze Zeit noch durch die chinesische Einwanderungsbehörde zu gehen.

Dann nochmal fünf Stunden bis Singapur; auch hier Regen. Ich versuche zur frühen Stunde ein Ticket für den ÖPNV zu bekommen, das ist aber schwierig. Der Schalter hat zu, in Automaten kriegt man keine (Mehr-) Tagestickets und kann auch nicht per Kreditkarte zahlen. Nur an einem „Welcome to Singapore“ Stand kriegt man ein 3Tage-Tourist+ Ticket. Das (+) bedeutet, dass es statt 20$ 38$ kostet und man dafür aber drei Postkarten dazu bekommt. Solche Verbrecher!

Ich mache mich mal auf den Weg zum Hostel und muss auch dort nochmal eine gute halbe Stunde warten , denn die „Rezeption“ ist erst ab 8:30 geöffnet. Dort kann ich aber gleich einchecken und sogar noch ein bisschen Toast frühstücken. Dann geht es mal in die Stadt. Dieses Gebäude fasziniert mich auf den ersten Blick sofort – ich denke, das werde ich in den nächsten Tagen nochmal genauer anschauen….

in Toronto

langsam geht das Kanada-Kapitel zu Ende, meine letzte Station ist Toronto. Die Stadt, von der ich bisher immer so geschwärmt habe. Allerdings hat mein erster Besuch im Juni mich schon wieder ein bisschen auf den Boden geholt. Und auch jetzt hat es mich nicht mehr gepackt. Irgendwie bin ich jetzt wohl im „Alltags-Modus“ und alles ist „normal“. Dazu kommt, dass ich in Toronto bisher immer zu speziellen Veranstaltungen war und die Stadt dabei einfach super funktioniert hat: die ganze Innenstadt ist super einfach mit den U-Bahnen und Streetcars zu erreichen und die Musik, bzw. das Rollerderby (inkl. der Partys) taten ihr übriges; jetzt wäre zwar gerade sogar die Indie Music Week, aber so richtig Lust darauf habe ich nicht.

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in Ottawa

auf der Liste der Städte, die ich noch besuchen will, steht Ottawa als nächstes an. Die Hauptstadt Kanadas, nur knapp zwei Stunden per Bus von Montréal entfernt.
Der Busbahnhof ist wieder mal irgendwo außerhalb, ohne guten Anschluss an die Stadtmitte. Also laufe ich von dort zur nächsten Bushaltestelle – zumindest in die Richtung, in der ich den Bus vermute. Und da fahren auch ein paar Busse entlang. Allerdings greift auch hier wieder die typische kanadische Art, den Bus bezahlen zu müssen: bar und passend. An den Haltestellen gibt es auch keine Automaten, die hier helfen könnten. Also laufe ich noch etwas weiter, um ein Ticket in einem Laden zu kaufen. Der erste Laden hat keine mehr, im zweiten muss ich etwas anstehen und als ich dran komme und meinen Wunsch äußere, bietet mir mein Hintermann ein solches Ticket an, das er gefunden hat und nicht braucht, da er eine Zeitkarte hat. Damit kann ich dann noch die letzten zwei Kilometer bis kurz vor dem Hostel fahren.

Hier im Hostel war ich auf der Radtour schon mal. Es gibt, soweit ich weiß, nur drei Hostels hier in Ottawa. Dieses, wo ich gerade bin, eines in einem ehemaligen Gefängnis, was aber etwa 50% teurer ist und eines nur für Frauen. Es sind teilweise immer noch die gleichen „Mitarbeiter“ hier, z.T. Deutsche – ich frage mich, wieso man an diesem Ort in diesem recht chaotischen Hostel den kanadischen Winter verbringen will?
Und wie bereits in Montréal gibt es hier auch wieder einen alten Mann, der allen Gästen ungefragt seine nicht besonders interessanten und immer wieder gleichen Geschichten erzählt.

Naja – ich versuche einfach mal, ein bisschen durch die Stadt zu wandern und komme dabei natürlich am Parlament vorbei. Es gibt dort ständig Führungen, die aber nicht super interessant sind.

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neuer Laptop

als ich kurz zuhause war, habe ich ja doch noch schnell einen kleinen Laptop gekauft, den man auch ohne Tastatur als Tablet verwenden kann; einen Lenovo Miix 320 mit Win10 Professional.
Nachdem mein Fairphone nicht mehr verwendbar ist und ich mit dem billigen Ersatztelefon (LG K4) nicht so recht klar komme, habe ich mir dazu entschlossen, technisch etwas aufzurüsten. An die Tastatur muss ich mich noch ein bisschen gewöhnen, sonst bin ich damit eigentlich ganz zufrieden, eine Rakete ist es natürlich nicht – aber vielleicht kaufe ich ja mal einen der 500er oder gar 700er Serie, falls der mich überzeugt.
Letztens wurde mir darauf das neuste „Win10 Fall Creators Update“ angeboten. Das dauerte dann auch nur etwa vier Stunden zum Installieren (ich vermute, das liegt an der mitgelieferten Test-Virenscanner-Version). Die einzige Neuerung, die ich durch meinen Interessen-Filter mitbekomme, ist der neue „Nachtmodus“. Dabei handelt es sich um ein Verhalten, wie ich es bisher immer mit der Zusatzsoftware f.lux gekriegt habe: ab dem Nachmittag werden die Blautöne aus der Monitor-Farbgebung herausgefiltert. Diese könnten vermutlich dafür verantwortlich sein, dass man nachts nicht mehr so gut schläft. Mehr Infos dazu auf der (englischen) f.lux Seite, die oben einen (natürlich sehr schlechten) google-Übersetzer anbietet.

Natürlich frage ich mich, nachdem ich schon Jahre-lang diese Funktion hatte (selbst auf den Linux Rechnern), wieso das so unglaublich lange gedauert hat, bis es im normalen Windows drin ist?
Genau zu diesem Thema habe ich im Büro vor zwei oder drei Jahren auch mal einen Verbesserungsvorschlag gemacht: dieses f.lux auf allen mobilen Rechnern zu verteilen. Der wurde zwar überaus positiv aufgenommen, erst recht vor den ganzen „digital natives“, die quasi ständig auf ihren mobilen Geräten arbeiten, aber bis jetzt (bzw. bis zu meinem letzten Arbeitstag) immer noch „intern geprüft“ wird. Jetzt ist er wohl hinfällig und es gibt endlich eine gute Ausrede, um ihn endgültig und offiziell abzulehnen.
Meistens erledigen sich die Dinge halt von ganz alleine, wenn man sie nur lange genug liegen lässt.
Was sich aber nicht alleine erledigt: das Aufladen.
Als ich den neuen Rechner eine Nacht mal am Strom hatte, war er am nächsten Morgen trotzdem nicht aufgeladen. Das hat mich erstmal gewundert, aber als ich es mal genauer untersucht habe, ist mir aufgefallen, dass der Kopfhörer-Stecker genauso groß wie der Lade-Stecker ist. Jetzt muss ich mir nur merken: Kopfhörer links, Strom rechts. Andersrum geht weder das eine noch das andere.

Lenovo ist aber nicht der einzige Hersteller, der so einen Quatsch macht; bei einem HP-Laptop ist einer Kollegin auch mal so etwas ähnliches passiert.

in Montréal

auf der Radtour bin ich an Montréal komplett vorbei gefahren. Jetzt komme ich für ein paar Tage hierher. Allerdings bin ich immer noch nicht ganz fit und das Wetter ist auch nicht gerade einladend. Im Hostel sind zur Abwechslung mal viele Franzosen, neben den ganzen Deutschen, die einfach überall sind; dazu noch ein recht alter Mann, der jedem Gast ungefragt irgendwelche sinnlosen Geschichten und Ansichten der Welt erzählt. Niemand scheint es zu interessieren, aber er redet und redet und redet einfach weiter.
Ich gehe trotzdem hier und da mal raus und wandere etwas planlos durch die Stadt. Dabei erkenne ich alle möglichen Orte wieder, die ich bei meinem ersten Besuch damals auch schon gesehen/besucht habe und auch diesmal schreckt mich das ganze französisch hier ab.
Nachdem ich in Quebéc City inzwischen auch neue Schuhe gekauft habe und hier – wie erwartet – ziemlich viele Obdachlose sehe, entscheide ich mich dazu, meine alten Laufschuhe hier an einem öffentlichen Platz frei zur Verfügung zu stellen (bzw. zu entsorgen). Ich kann mir vorstellen, dass der ein oder andere Obdachlose (die zum Teil noch schlechtere Schuhe und manchmal sogar nicht mal zusammenpassende tragen) diese immer noch weiter verwenden könnte.

Von den vier paar Schuhen, die ich zwischenzeitlich hatte (Radschuhe, FlipFlops, diese alten Laufschuhe und die neuen Allround-Schuhe), bin ich jetzt wieder bei reisetauglicheren zwei paar Schuhen. Weiterlesen

in Quebéc City

für die nächsten drei Tage habe ich mir also mal Quebéc City vorgenommen. Allerdings ist die Ausgangslage nicht unbedingt perfekt: hier sprechen alle französisch, es ist nicht das beste Wetter und dann ist da noch diese Erkältung. Ich zähle mal auf den alten Spruch „zwei Tage kommt sie, zwei Tage bleibt sie, zwei Tage geht sie“. Aber auch dann wäre ich hier ziemlich davon betroffen. Zuhause würde ich nun Tee trinken und vielleicht irgendwas mit Ingwer machen. Hier habe ich aber nix davon, also kaufe ich wenigstens mal Ingwer-Zitronen-Tee und koche hier im Hostel bei jeder Gelegenheit ein Tässchen davon mit dem alten pfeifenden Teekessel.

Das Leben geht so natürlich nur sehr träge voran, allzu motiviert bin ich nicht. Und ich versuche einfach, viel zu schlafen, um diese Erkältung schnell wieder los zu kriegen. Dennoch mache ich mich auf den Weg zur Universität um dort die Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt zu besuchen. Dort angekommen lege ich alle meinen unnützen Fahrrad-Utensilien auf den Tisch und frage, ob sie das irgendwie brauchen oder verwerten/verkaufen können. Und sie sind tatsächlich an allem interessiert, sogar an meinen echt alten Radschuhen.

Nagut, dann ist ja noch ein weiterer Punkt meiner Liste abgehakt. Weiterlesen