Archiv für den Monat: Januar 2014

gepackte Koffer

wenn der Flieger erst abends um 21:00 Uhr geht, hat man einen ganzen Tag Zeit – aber kein „zuhause“ mehr. Das Fahrrad wird im Laden reisefertig verpackt, mein Gepäck ist auch dort. Also streue ich noch ein letztes Mal durch die Stadt, auch durch das Museum of Contemporary Art. Deren „ums Eck Logo“ erinnert mich von der Art her ein bisschen an ein paar Bilder, die ich mal künstlerisch bei mir aufhängte….

Sydney Festival

als ich meinen Flug buchte, dachte ich noch, dass ich mal beim Sydney Festival vorbeischauen wollte. Irgendwie sind jetzt keine allzu interessanten Veranstaltungen.
Ich finde aber dennoch ein Konzert das sich ganz interessant anhört, und so geht mein letzter Abend in Australien mit Emily Barker auf einem Sky Deck mit dieser Aussicht über Sydney zuende.

unfertig

bisher war ich 34 Tage unterwegs, davon 27 auf dem Rad; bisher hatte ich etwa 2780km aufgezeichnet. Ausserdem habe ich irgend so eine Krankheit, die mich ständig dazu verleitet über alle Brücken fahren zu müssen. Also geht es noch ein letztes Mal aufs Rad und ich mache ein paar „runde“ Zahlen: genau 35 Tage (fünf Wochen) unterwegs und davon 28 Tage (genau vier Wochen) fuhr ich mit dem Rad von einem Ort zum nächsten. Zusammen waren das jetzt über 2800km, also ein Schnitt von knapp über 100km an jedem gefahrenen Tag.
Die Pausen waren nicht körperlich nötig, sondern aus technischen Aspekten oder weil ich sonst einfach zu schnell wieder „zurück“ gewesen wäre. Überhaupt habe ich gemerkt, dass die mentale Vorbereitung viel wichtiger als die körperliche Verfassung ist. bekannte Strecken (v.a. mit deren Höhenprofil) fuhr ich ohne Murren, auch wenn sie sehr lang, heiss oder bergig waren.
Achja, die Brücken, natürlich gibts in Sydney die Harbour Brigde, aber die fährt man in einem Käfig. Daher hier die Anzac-Bridge.

Ankunft –> Ende

das wars! Heute bin ich die letzten 100km gefahren und bin damit wieder in Sydney angekommen. Wie bei der Ankunft vor über fünf Wochen hat es auch diesmal wieder geregnet. Aber glücklicherweise nicht so stark. Die Strecke hätte echt schön sein können, es ging u.a. durch den Royal National Park; allerdings habe ich davon nicht viel gesehen, da ich teilweise in den Wolken gefahren bin.
In Sydney war es dann zum Teil katastrophal zu fahren. In den Vorstädten wird versucht, die Fahrradfahrer auf kleineren Strassen Richtung Stadtmitte zu lenken (wobei da einige fehlen) und dann bin ich bei Nieselregen im Feierabend-Verkehr Downtown angekommen und hatte keine Ahnung wohin ich musste. Und dann noch aller voller Autos und „Kampfradlern“. Puh!
Jetzt bleiben mir noch zwei Tage bevor ich wieder nach Hause darf/muss.

Geld

australisches, buntes Geld
heute ist mal wieder ein Tag Pause, in Wollongong. Das ist eine recht langweilige Industriestadt etwa 80km von Sydney entfernt. Die ganze Innenstadt ist eine einzige Baustelle, da noch etwa ein Jahr lang die bestehende Fussgängerzone, inkl. der hier schon obligatorischen Shopping-Mall, erneuert wird.
Naja, dann lass mal über Geld reden. Wie es aussieht, kann man oben sehen; schön bunt und ziemlich stabil, mit transparentem Fenster. Und die Münzen-Größen haben auch nichts mit derem Wert zu tun, die 2 Dollar Münze ist fast die Kleinste. Die Stückelung ist wie bei uns: 2 – 1 – 0,5 – 0,2 – 0,1 – 0,05 (v.l.n.r.)
Ob es die 1 und 2 Cent Münzen gar nicht gibt, oder sie nur gemieden werden (wie z.B. auch in Finnland) weiß ich nicht. Beim Einkaufen wird auf jeden Fall immer gerundet – unvorstellbar im „überkorrekten“ Deutschland! Wenn man beim Einkaufswert von 5,01 mit 10$ zahlt kriegt man hier immer 5$ zurück und keine Nachfrage, ob man vielleicht einen Cent hat oder gar 4,99$.
In der Bäckerei gestern reichten mir sogar passende 5,40$ um die Waren von 5,50$ zu bezahlen.

Killalea State Park

zum Glück musste ich gestern doch nur noch 10km gegen den Wind ankämpfen, bis ich ein Bett fand; im Killalea State Park auf einem Campingplatz. Es war zwar günstig, aber ziemlich weit von der „Zivilisation“ entfernt. Das hatte zur Folge, dass es wegen fehlender Lust noch ewig zum Einkaufen zu fahren kein Abendessen und auch kein Frühstück gab. Dafür habe ich geträumt, dass ich – unbemerkt – von Taschendieben in der New Yorker U-Bahn bestohlen wurde. Es wird höchste Zeit, dass ich wieder in den deutschen, chronischen Schlafmangel-Modus komme, damit dieser Quatsch aufhört.
Der erste Weg am morgen war in eine Art Bäckerei um zu frühstücken. Das Mädel meinte, dass ich diese beiden mächtigen Teile wohl nicht schaffen werde, ob ich denn eine Tüte zum Einpacken bräuchte – nenene, ich könnte sogar noch viel mehr essen!
Auf dem weiteren Weg habe ich dann noch ein iPhone gefunden und es zur Polizei gebracht. Mir ist auf die Schnelle nix besseres eingefallen aber das war vermutlich das richtige….
Von dritten Tag in Folge mit starkem Gegenwind brauche ich wohl nix zu erzählen, oder?!

Und wer weiß, was das für Markierungen auf der Strasse sein sollen?

Kiama (geplant)

irgendwie ist die Luft raus – was soll nach dem Canberra-Ausflug noch kommen?
Ich schenkte dem netten Besitzer des Kitsch-Museums noch einen gefundenen 10mm Profi-Imbus und ein knallgelbes Fischerhemd, obwohl er mich schon gegen halb acht mit seiner Gartenarbeit weckte. Aber er hatte eine gute Ausrede: „if these plants are dead, when my wife comes home, I’ll be dead, too.“
Heute habe ich mir mal wieder eine kurze Strecke von etwa 60km vorgenommen, laut Wettervorhersage wieder mit starkem Gegenwind. So ein Mist (es stimmte)! Am angedachten Ziel im Kiama war wohl eine Schülerpraktikantin in der Touristen-Info, die von „Backpackers“ noch nie was gehört hatte. Ihre Kollegin konnte mir auch nur den lokalen Pub (~70AUD) oder das Motel (120) nennen. Der Pub hatte erst ein Bett frei, dann auf einmal doch nicht. Also gut, dann eben doch noch 35km gegen den Wind ins nächste Dorf strampeln. Und dabei macht das Radeln heute gar kein Spass; an einer Stelle wollte ich schon absteigen: Gegenwind mit Baustellen-Staub im der Luft, starke Steigung, enger und voller Highway – einfach nur bäääh! Da motiviert auch kein Seven Mile Beach mehr.

Huskisson

ganz schön komisches Gefühl, komplett alleine in einem Hostel zu sein. Und dann wurde ich auch noch von der Chefin quasi rausgeschmissen, indem sie schon vor der Checkout-Zeit das WLAN Modem ausschaltete. Blöde Kuh! Gerade heute ist mein Prepaid-Konto abgelaufen und ich wollte es gerade online erneuern; und dann lügte sie mich auch noch an.
Dann halt ohne aufs Rad und los, ich habe sogar vergessen, das sonderbare „Logo“ mit vielen, vielen Herzen zu fotografieren (und machte mir keine Gedanken mehr darüber, warum das Hostel wohl am nächsten Tag komplett ausgebucht war).
Die Strecke war öde, sehr viel auf dem vielbefahrenen Highway. Bei einer Nektarinen- und Pfirsich Farm machte ich einen kurze Pause und wollte einfach nur eine Frucht kaufen – das wollten die beiden Damen am Tresen nicht, sie schenkten sie mir (sogar zwei).
Am Nachmittag in der Touristen-Information war der Typ mit meiner „günstige Unterkunft?“-Anfrage wieder überfordert und schickte mich in die Pampa in so eine Art Kitsch-Museum….
Achja, heute (!) habe ich übrigens die ersten Schoko-Osterhasen hier in Australien gesehen (bei 40°!).

Ulladulla

ja, viele Ortschaften haben hier sonderbar klingende Namen, wie z.B. Ulladulla. Dort sitze ich um halbsechs bei 39°C auf einer Terrasse im Schatten und esse eine Kleinigkeit (und schwitze vor mich hin, das hat aber nix mit dem Essen zu tun).
Nachdem ich in den letzten drei Tagen meine zwei Bergetappen mit zusammen 325km hatte, fuhr ich heute nur 55km (mal wieder komplett verhügelt und mit starkem Gegenwind bis etwa 10min nach dem Einchecken) – schliesslich muss ich langsam ans „Abtrainieren“ denken. Allerdings sollte ich heute aufpassen, dass ich nicht wieder solche Mengen wie in den letzten Tagen in mich reinschaufle; vor allem, weil ich heute morgen auch schon ein schön buntes Frühstück hatte.
Ich bin jetzt etwa 220km von Sydney und ca. 50km vom ÖPNV entfernt und habe noch genau sieben Tage Zeit – viel kann hoffentlich nicht mehr schief gehen!
Achja, „schief gehen“: die Speiche ist repariert, das hat diesmal nur 20min gedauert (beim letzten Mal knapp 24h) und kostete lediglich 15AUD (51,50 beim letzten Halsabschneider).

noch mehr Berg

ich musste feststellen, dass man selbst eine „Königs-Etappe“ noch steigern kann, indem man einen kleineren Umweg (bis auf fast 1200m) über das Dörfchen Captain’s Flat einbaut. Blöderweise waren davon dann etwa 25km „Gravel Road“, also nicht asphaltierte Strassen – die ich dafür fast komplett für mich alleine hatte; ist aber mit meinem ungefederten Rad katastrophal zu fahren! Dazu kam dann noch ein bisschen Gegenwind und eine weitere gebrochene Speiche – alles ziemlich Motivations-tötend….
Und dazu habe ich noch ein bisschen geschummelt: die Hälfte meines Gepäcks hatte ich auf dem Canberra Ausflug gar nicht dabei, sondern in Bateman’s Bay gelassen. Morgen gehts voll beladen weiter.

Canberra, zum 2.

heute war ich mal kurz im Parliament House, dem australischen Regierungssitz. Es ist ein sehr grosses Haus (4500 Räume) und bei einer Führung habe ich ein bisschen etwas über das australische Politik-System gelernt. Leider war sie mit den geplanten 45min und tatsächlichen 65min viel zu kurz; nicht nur, weil ich noch ein Kino-Termin hatte.
Der ist dann aber doch spontan ausgefallen und ich durfte alle essbaren Reste eines Krankenzimmers aufessen – im Gegenzug dazu half ich ein bisschen beim Auszug.
Ich werde Canberra wohl immer mit dem Krankenhaus assoziieren. (Den Rollstuhl habe ich aber ganz schnell wieder gegen mein deutlich bequemeres Rad eingetauscht! Mal wieder ein Quatschmacher-Tag….)

Berg-Etappe

nach dem gestrigen Quatschtag stand heute wieder ernsthaftes Radfahren auf dem Plan. Das erkennt man auch gleich am Strassennamen; dies hier ist nicht mehr der Princes- sondern der Kings-Highway. Mein Weg führte von Bateman’s Bay an der Küste 160km ins Landesinnere nach Canberra. Dabei jede Menge Berge und Hügel, der höchste Punkt war über 850m. Darauf war ich diesmal allerdings vorbereitet, ich habe auf bikely.com eine ähnliche Strecke gefunden und wusste daher, was auf mich zukommt. Diese Berge haben mir heute überhaupt nix ausgemacht. Was mich etwas störte, waren die sehr schwülen 35°, trotz Schwitzen schaffte es mein Körper – gerade bergauf ohne Fahrtwind – nicht immer, mich auf vernünftigen Temperaturen zu halten.
Und hier ist die Strecke. Eine ähnliche Strecke wirds übermorgen wieder zurück gehen, und dann sinds nur noch zwei oder drei Tage gemütliches radeln bis Sydney.