Archiv für den Tag: 29. Januar 2018

Reefton – Greymouth

vor dem Hostel steht diese Bank, auf der schon einige Personen ihre Heimatstadt hinterlassen haben. Stuttgart habe ich nicht gefunden, aber mir fällt da doch glatt wieder die Geschichte aus einem anderen Hostel ein. Eines dieser Teenager-Mädels fragte so rum, woher denn die Leute kommen und als ich „Stuttgart“ sagte, meinte sie etwas überheblich, dass die meisten, die „Stuttgart“ sagen, ja gar nicht von dort kämen, sondern von irgendwelchen kleinen Käffern irgendwo in Baden-Württemberg. Ich sagte dann einfach nur „Stuttgart-West“ und konnte sehen, wie sie Mühe hatte, dass ihr Kiefer nicht einfach runterklappte, damit hatte sie wohl nicht gerechnet und versuchte ihr „Esslingen“ (bzw. das ihrer Eltern) damit schön zu reden, dass sie ja auch in 20min mit der S-Bahn in Stuttgart sei. Ich wusste nicht mehr allzu viel zu diesem Gespräch beizutragen und sagte nur, dass ich das weiß und es zum Hauptbahnhof eigentlich sogar nur 17min sind.
Aber gut, ich bin ja im Urlaub und muss mich nicht um die Erziehung der freilaufenden Kinder hier kümmern.
200m nach dem Hostel steht noch ein Reiseradler rum. Es ist Eric aus Holland, der schon seit fast drei Stunden unterwegs ist. Also fahren wir jetzt mal zu dritt weiter. Erst auf dem Highway 7, in der guten Stunde sind uns vielleicht 20-30 Autos begegnet. Josef meinte, dass es schon etwas viel Verkehr hatte – ich kenne vermutlich keine Straße in Deutschland, auf der weniger los wäre. Am ersten Hügel hängen wir Eric ungewollt ein bisschen ab, weil wir nicht richtig aufpassen. Als er uns wieder eingeholt hat, hören wir, dass er offenbar Musik aus einem ca. flaschengroßen Bluetooth-Lautsprecher zur Motivation dabei hat. Er spielt gerade Ramstein „We’re all living in America, America ist wunderbar“. Ob er es extra auf uns abgestimmt hat (ich als Deutscher und Josef, der teilweise in den USA aufgewachsen ist) oder eher Zufall ist, habe ich nicht erfragt. Josef kannte mit seinen 19 Jahren Ramstein zumindest nicht. Danach kamen noch ein paar Ramstein Songs, bevor er eher vernünftige Musik (z.B. REM) abspielte.
Wer jetzt einwendet, dass es ja gar nicht so heiß sein kann, weil Josef eine lange Jacke anhat, der irrt. Er will sich keine Sonnencreme leisten und fährt daher in einem langen Jäckchen rum (vielleicht sollte ich hier eher Jeck’chen schreiben).
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