{"id":10092,"date":"2020-01-28T15:30:34","date_gmt":"2020-01-28T14:30:34","guid":{"rendered":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/?p=10092"},"modified":"2020-01-30T02:11:13","modified_gmt":"2020-01-30T01:11:13","slug":"hinter-den-fronten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/2020\/01\/28\/hinter-den-fronten\/","title":{"rendered":"hinter den Fronten"},"content":{"rendered":"<p>in meinem letzten <a href=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/2020\/01\/25\/viele-fronten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beitrag<\/a> habe ich dargelegt, wie man sich f\u00fchlen k\u00f6nnte, wenn man auf dem sehr steinigen Weg von einer Autostadt zu einer lebenswerteren Stadt beinahe t\u00e4glich auf alle m\u00f6glichen Widerst\u00e4nde st\u00f6\u00dft. Und bevor in den Begriff &#8222;steiniger Weg&#8220; wieder zuviel interpretiert wird: hier ist lediglich das Stilmittel der Metapher gew\u00e4hlt worden; steinige Wege gibt es in Stuttgart h\u00f6chstens als Radwege.<br \/>\nUnd heute fr\u00fch ist dieser Beitrag offenbar irgendwie bei der Stadt Stuttgart angekommen. Auf diversen Wegen wurde mir mitgeteilt, dass der Sprecher der Stadt Stuttgart mich <a href=\"https:\/\/twitter.com\/svmatis\/status\/1222075789010776064\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zitiert<\/a> hat und versucht, das nun etwas anders darzustellen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10094\" aria-describedby=\"caption-attachment-10094\" style=\"width: 612px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10094\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Matis-Gegendarstellung.png\" alt=\"Gegenrede von Matis zu meinem Beitrag\" width=\"612\" height=\"455\" srcset=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Matis-Gegendarstellung.png 612w, https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Matis-Gegendarstellung-300x223.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 612px) 100vw, 612px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10094\" class=\"wp-caption-text\">Screenshot von twitter<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vielleicht vorweg: Deutsch ist zwar meine Muttersprache, allerdings wars das dann schon. Ich bin Diplom-Ingenieur und habe weder ein Deutsch-Abitur noch eine Ausbildung in Kommunikationswissenschaften, o.\u00e4. Dennoch interessiere ich mich etwas f\u00fcr Sprache und viele meiner Worte sind tats\u00e4chlich absichtlich so gew\u00e4hlt, ohne dass ich jedes einzelen auf die Goldwaage lege (die ich auch gar nicht habe).<br \/>\nAuch die Strategie, sich von einem privaten Account in eine \u00f6ffentliche Diskussion einzuschalten oder sie zu starten, stelle ich immer wieder mal fest. Das passiert nicht nur hier bei der Stadt Stuttgart, sondern so arbeitet zum Beispiel auch das Social Media Team von Daimler. Dort werden alle unverf\u00e4nglichen Aussagen \u00fcber die offiziellen Firmenaccounts get\u00e4tigt und wenn es dann mal ins Konkrete geht oder eine Aussage get\u00e4tigt wird, die nicht ganz der Wahrheit entspricht oder nicht 100% konform mit den Firmen-Werten ist, schaltet sich der &#8222;Head of Digital Transformation&#8220; privat ein, diskutiert mit und erweckt den Eindruck, als ob er f\u00fcr die Firma spreche, obwohl er in seinem Profil explizit stehen hat &#8222;Views are my own. Always&#8220;.<\/p>\n<p>Der erste Punkt der Kritik: man m\u00fcsse sich ja gar nicht engagieren.<br \/>\nKeine Ahnung, was das f\u00fcr eine Aussage sein soll. Von allen Seiten h\u00f6rt man st\u00e4ndig immer wieder, dass (ehrenamtliches) Engagement gut sei und einen gro\u00dfen Vorteil f\u00fcr die Geselllschaft bringt.<br \/>\nOder es ist nur eine Anspielung auf meinen Slogan &#8222;Niemand muss Auto fahren&#8220;? Ich glaube zwar nicht, dass ich von der Stadt soweit beobachtet werde, dass sie diesen Slogan kennen oder mir zuordnen k\u00f6nnte &#8211; aber wer wei\u00df. W\u00e4re dann aber auch schlecht gemacht.<br \/>\nLetzendlich habe ich die Erfahrung von buchst\u00e4blich tausenden Menschen, mit denen ich w\u00e4hrend der Unterschriftensammelphase des Radentscheid Stuttgart gesprochen habe und die sich fast ausschlie\u00dflich f\u00fcr unser Engagement bedankt haben und es gut finden, dass wir das machen. Aber wenn jemand auf der &#8222;anderen Seite&#8220; dieses Engagements steht, wie eben hier die Stadt Stuttgart, dann ist diese Aussage aus ihrer Sicht vielleicht wieder etwas verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Der zweite Punkt: ein toter Riese am Ende des Kampfes, als (rhetorische?) Frage.<br \/>\nAuch hier vielleicht wieder eine Anspielung auf den Hashtag #DavidgegenGoliath, den ich verwendet habe. Ja, twitter bietet nur eine begrenzte Zahl von Zeichen an und von diesen Tweet-Threads mit bis zu zig Tweets in Reihe, um einen Punkt klar zu machen, halte ich nicht viel; daf\u00fcr gibt es, auch 20 Jahre nach deren Entstehung, schlie\u00dflich immer noch Blogs (sie baden gerade ihre H\u00e4nde drin[<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tilly_(Werbefigur)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hihi<\/a>, toller Link dort unter 2.]).<br \/>\nIch denke, dass ich in meinem Beitrag ganz gut dargelegt habe, dass die ca. 100 Leute, die sich damals f\u00fcr den Radentscheid engagiert haben, durchaus in einer eklatanten Unterzahl sind, wenn man die Politik, die Verwaltung und das lokale Medien-Monopol entgegen ihren jahrzehntelang gelebten \u00dcberzeugungen dar\u00fcber informieren will, was in anderen St\u00e4dten oder L\u00e4ndern schon l\u00e4ngst an der Tagesordnung ist. Um dies besser zu beschreiben, habe ich mal das digitale Projekt <a href=\"https:\/\/zweirat-stuttgart.de\/category\/100-staedte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">100 St\u00e4dte<\/a> angefangen, welches aufzeigt, dass es <em>weltweit keine einzige Stadt<\/em> gibt, die ihre Probleme mit dem MIV gel\u00f6st hat. All diese St\u00e4dte setzen auf Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Radverkehr, f\u00fcr den Fu\u00dfverkehr, f\u00fcr lebenswerte St\u00e4dte und wollen den Autoverkehr somit (drastisch) reduzieren, zum Teil komplett entfernen.<br \/>\nWenn Stuttgart sich dagegen verschlie\u00dft, wird es bestimmt eines Tages als &#8222;toter Riese&#8220; (oder Dinosaurier) enden, oftmals spricht man in dem Zusammenhang von &#8222;Detroit 2.0&#8220;. Wie die Zukunft wirklich wird, kann nat\u00fcrlich niemand voraussagen. Aber wir k\u00f6nnen auf die Wissenschaft h\u00f6ren, auf Studien, auf Beispiele aus anderen St\u00e4dten und ihre Erfahrungen damit. Diese &#8222;100 St\u00e4dte&#8220; sind nat\u00fcrlich noch lange nicht vollst\u00e4ndig, ich habe noch viele, viele weitere Beispiele im Hinterkopf, komme aktuell aber nicht dazu, mich hier weiter zu engagieren. Es hat aktuell aber schon einen Status erreicht, der mehr als deutlich macht, dass St\u00e4dte auf allen Kontinenten das Kapitel &#8222;autogerechte Stadt&#8220; abschlie\u00dfen und in eine andere, bessere Zukunft abgebogen sind. Ich habe bisher noch kein halbwegs realistisches Szenario f\u00fcr ein bl\u00fchendes Stuttgart gesehen, das ohne die Automobilbranche, wie wir sie heute kennen, auskommt.<\/p>\n<p>Zum dritten Punkt, dass es Fronten im Krieg gibt.<br \/>\nKlar. Fronten gibt es aber auch bei H\u00e4usern, bei K\u00fcchen oder der Meteorologie; nachzulesen beim <a href=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Front\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Duden<\/a>. Ansonsten ist es ein durchaus \u00fcbliches Stilmittel in der t\u00e4glichen Kommunikation, man findet auch 44 Treffer zu &#8222;Front&#8220; auf stuttgart.de. Jeder versteht halt das, was er verstehen will. Mehr gibt es hierzu auch gar nicht zu sagen.<\/p>\n<p>Dann zum letzten Punkt: es w\u00e4re eine &#8222;Falschbehauptung&#8220;, wenn ich von Boykott spreche.<br \/>\nIch sehe es ja eher so, dass eine Aussage auf meiner privaten Webseite keine &#8222;Falschbehauptung&#8220; ist, sondern eher eine &#8222;Meinung&#8220; und habe auch dargelegt, wie ich dazu komme. Im Beitrag rede ich davon, dass &#8222;die Verwaltung der Stadt Stuttgart immer wieder Beschl\u00fcsse des Gemeinderates ignoriert oder gar aktiv boykottiert&#8220;.<br \/>\nDann f\u00fchre ich das eben nochmal mit ein paar weiteren Fakten aus und jede:r Leser:in kann sich sein eigenes Bild davon machen.<br \/>\n2009 hat die Stadt Stuttgart das <a href=\"https:\/\/www.stuttgart.de\/verkehrsentwicklung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Verkehrsentwicklungskonzept 2030<\/a> erstellt, das gibt es unter diesem Link auch als 32MB-PDF mit 139 Seiten zum Download. Leute, die sich mit dem Thema &#8222;Mobilit\u00e4t in Stuttgart&#8220; auseinandersetzen, werden es vermutlich kennen. Allen anderen kann ich es nur empfehlen, weil da grunds\u00e4tzlich gute Dinge drin stehen (die nur so leider nicht gelebt werden). Es ist offenbar unter der Antragsnummer 590\/2010 behandelt worden, ist darunter aber bei der <a href=\"https:\/\/www.stuttgart.de\/external\/show\/ratsdokumente\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Suchmaschine<\/a> der Stadt nicht zu finden. Dieses Verkehrsentwicklungskonzept wurde auf jeden Fall von einer Mehrheit des Stuttgarter Gemeinderats beschlossen. Nach meinem Verst\u00e4ndnis ist der Gemeinderat das h\u00f6chste, demokratisch gew\u00e4hlte Organ der Stadt &#8211; entsprechend wichtig sind seine Beschl\u00fcsse.<br \/>\nDa ich mich prim\u00e4r beim Radverkehr auskenne, hier mal schnell zwei Beispiele:<br \/>\nEs gibt ein Gesamtkonzept zum Thema Radverkehr.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-10096\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Gesamtstrategie.png\" alt=\"Gesamtstrategie Radverkehr laut VEK\" width=\"777\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Gesamtstrategie.png 777w, https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Gesamtstrategie-300x132.png 300w, https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Gesamtstrategie-768x337.png 768w, https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Gesamtstrategie-624x274.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 777px) 100vw, 777px\" \/><\/p>\n<p>Ganz oben, wohl eher zuf\u00e4llig, das Thema <strong>Fahrradparken<\/strong>. Dazu habe ich auch vor kurzem meine Meinung <a href=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/2020\/01\/05\/fahrradgaragen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ge\u00e4u\u00dfert<\/a>. Hierbei kann ich mir tats\u00e4chlich mit viel Optimismus vorstellen, dass es aufgrund von \u00f6ffentlichem Druck tats\u00e4chlich bis 2030 noch halbwegs zufriendenstellend gel\u00f6st werden k\u00f6nnte. Warum das Thema allerdings die letzten zehn Jahre auf Eis lag, bleibt verwunderlich. Ein <strong>Hauptradroutennetz<\/strong> ist Stand heute noch ein gro\u00dfes Wunschdenken. Es gibt nicht mal eine einzige vern\u00fcnftige Hauptradroute (HRR) und die Stadt streitet seit Jahren um die HRR2. Bei der Geschwindigkeit wird in den n\u00e4chsten zehn Jahren sicherlich kein Netz entstehen. Ebenso sind keinerlei Arbeiten an <strong>Stadtteilnetzen<\/strong> sichtbar. Ich wei\u00df aktuell lediglich vom Stuttgarter Westen, dass es dort 215m Radwege gibt, und das bei einem Stadtteil mit \u00fcber 52.000 Einwohnern. Im Osten haben wir nach den zwei Unf\u00e4llen auf der Talstra\u00dfe recherchiert und 108m Radwege gefunden. Eine <strong>Verkehrssicherheitsarbeit\/\u00d6ffentlichkeitsabeit und Kommunikation<\/strong> h\u00e4tte man auch schon am ersten Tag nach dem Beschluss des VEK starten und bis heute laufen lassen k\u00f6nnen. Stattdessen wurde dem Radentscheid versprochen, dass noch im Jahr 2019 ganz sicher eine Kampagne zu 1,5m \u00dcberholabstand durchgef\u00fchrt wird. Wenn man heute, im Januar 2020 mal drau\u00dfen auf der Stra\u00dfe fragt, ob jemand etwas davon mitbekommen hat, wird es wohl ern\u00fcchternd ausfallen. <strong>Service rund um&#8217;s Rad<\/strong> &#8211; was soll man sich darunter vorstellen? Die eine Reparaturs\u00e4ule, die die Stadt am ersten <a href=\"https:\/\/www.stuttgart.de\/item\/show\/273273\/1\/9\/683614\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">#Radvent<\/a> in der Eberhardstra\u00dfe er\u00f6ffnet hat? Sorry &#8211; aber bei dem Thema ist die Zivilgesellschaft auch schon viel weiter. Der ADFC hat in Zuffenhausen eine solche S\u00e4ule aufgebaut (was offenbar \u00fcber 300 eMails mit der Stadt ben\u00f6tigte, bis man sie trotz diesem VEK davon \u00fcberzeugen konnte, dass man sowas wirklich machen darf), auch die <a href=\"http:\/\/www.stadtluecken.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Stadtl\u00fccken<\/a> haben unter dem \u00d6sterreichischen Platz bereits eine solche Reparaturs\u00e4ule aufgebaut. Dazu kommen noch diverse &#8222;offenen Werkst\u00e4tten&#8220; (z.B. im Hobbyhimmel, im Umweltzentrum von ADFC, im Keller5, etc.). Die <strong>Verkn\u00fcpfung zum \u00d6PNV<\/strong> ist durchaus gut. Allerdings ist mir nicht bekannt, ob es an diesem VEK lag, oder ob es vorher schon so gel\u00f6st war. Falls hier jemand mehr wei\u00df, h\u00f6re ich mir das gerne an. Zu <strong>Qualit\u00e4tssicherung<\/strong> ist es schwierig, etwas zu sagen. Aber die Radwege in Stuttgart sind durchgehend schlechter als die Stra\u00dfen und werden oft als Abstellfl\u00e4chen f\u00fcr Verkehrsschilder, M\u00fclltonnen und Parkpl\u00e4tze verwendet. Die Fahrrad-<strong>Wegweisung<\/strong> finde ich hier in Deutschland sowieso nutzlos, wie ich auch schon mal <a href=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/2018\/06\/12\/amsterdam-arnhem\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">beschrieben<\/a> habe. <strong>Gute und sichere Wege<\/strong> gibt es bis heute nicht. DIe Stadt erz\u00e4hlt zwar gerne etwas von 180km Radwegen; das w\u00e4re beim aktuellen Stra\u00dfennetz von 1450km zwar auch schon keine gute Leistung. Und wenn man wei\u00df, dass davon lediglich 8km richtige Radwege (d.h. kein Mischverkehr mit Fu\u00dfg\u00e4ngern) sind, wird es noch deutlicher, dass dieses Ziel in sehr weiter Ferne ist und bis 2030 bestimmt nicht mehr umgesetzt werden kann.<\/p>\n<p>Und noch ein zweites Bild aus dem VEK2030 zum Thema Radverkehr. Nur zur Info: Die Qualit\u00e4t habe nicht ich so schlecht hinbekommen, das ist ein Screenshot aus dem Dokument. Vor zehn Jahren war das png-Format vielleicht noch nicht so verbreitet (und ich manchen Bereichen hat man vielleicht bis heute noch nix davon geh\u00f6rt).<br \/>\nNach diese Grafik h\u00e4tte man allersp\u00e4testens 2015 mal kurz \u00fcberlegen und intervenieren m\u00fcssen. Damals war der Radverkehrsanteil definitiv unter dem Minimalziel von 10%. Das ist er ja sogar heute noch. Ganz genau wei\u00df das zwar niemand, weil er schon lange nicht mehr gemessen wurde, aber dass er nicht in dem Ma\u00dfe gestiegen ist, wie man sich das gew\u00fcnscht h\u00e4tte, ist allen klar.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-10097\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Radverkehrsanteil.png\" alt=\"Raverkehrsanteil laut VEK\" width=\"776\" height=\"508\" srcset=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Radverkehrsanteil.png 776w, https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Radverkehrsanteil-300x196.png 300w, https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Radverkehrsanteil-768x503.png 768w, https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Radverkehrsanteil-624x408.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 776px) 100vw, 776px\" \/><\/p>\n<p>Und ich wei\u00df, dass sogar in den Automobil-Giganten in und um Stuttgart nicht nur Auto-Fans arbeiten, sondern auch Radfahrer:innen. Nicht nur diese &#8222;Auch-Radfahrer&#8220; (die sich in jeder Diskussion immer aufspielen und nur Quatsch einbringen), sondern richtige Alltagsradler. Ein Beispiel daf\u00fcr ist Mahle, die seit Jahren jedesmal beim Stadtradeln mit einer beeindruckenden Mannschaft gewinnen. Daher bin ich mir sicher, dass auch in der Stadt Stuttgart der ein oder die andere Alltagsradfahrer:in sitzt und etwas von diesem VEK wei\u00df. Und in meiner Welt sitzt diese Person dann nicht nur stumpf am Schreibtisch und wartet auf den Feierabend, sondern denkt auch mal mit und engagiert sich ein bisschen neben dem eigentlichen Aufgabengebiet. (Auch wenn ich das nach der beschriebenen Ansicht der Stadt \u00fcber Engagement vielleicht nochmal hinterfragen m\u00fcsste.)<br \/>\nDie Vorgesetzten sollten sowieso \u00fcber diese demokratische Entscheidung bez\u00fcglich ihres Aufgabengebietes wissen.<br \/>\nUnd jetzt stehen wir im Jahr 2020 und haben definitiv keine 12% Radverkehrsanteil, also das Mindestziel &#8211; oder auch Minimalziel &#8211; nicht erreicht. Mit sehendem Auge seit mindestens f\u00fcnf Jahren auf dieses Versagen zugelaufen, ohne etwas zu machen. Vielleicht ist der politisch korrekte Begriff daf\u00fcr nicht &#8222;Boykott&#8220;, sondern eher &#8222;\u00c4nderung der Priorit\u00e4ten&#8220;. Dass man dieses Thema einfach &#8222;vergessen&#8220; hat, kann ich mir nicht vorstellen, wie ich es eben noch ausgef\u00fchrt habe. Im Endeffekt ist es auch egal, wie man es nennt. Es wurde nichts gemacht. Es wurde von Anfang an nicht genug gemacht, um das Minimalziel zu erreichen. Und als man festgestellt hat, dass man selbst das Minimalziel nicht erreichen wird, hat man keinerlei \u00c4nderung der offensichtlich falschen Strategie beschlossen. F\u00fcr mich ist und bleibt das ein Boykott des Gemeinderatsbeschlusses 590\/2010, einem demokratisch beschlossenen Grundsatzziel f\u00fcr die Stadt Stuttgart von ihren gew\u00e4hlten Vertretern.<\/p>\n<p>Vielen Dank an alle, die mich \u00fcber obigen Tweet informiert und die sich in die Diskussion auf twitter eingeschaltet haben. Ich hoffe, ich konnte damit erkl\u00e4ren, dass ich nicht &#8222;im Krieg&#8220; bin, sondern einfach nur einer von sehr vielen Stuttgarter:innen, die sich eine lebenswertere Stadt w\u00fcnschen &#8211; wenn auch mit etwas mehr Engagement als andere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>in meinem letzten Beitrag habe ich dargelegt, wie man sich f\u00fchlen k\u00f6nnte, wenn man auf dem sehr steinigen Weg von einer Autostadt zu einer lebenswerteren Stadt beinahe t\u00e4glich auf alle m\u00f6glichen Widerst\u00e4nde st\u00f6\u00dft. 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