{"id":6623,"date":"2017-08-16T23:55:11","date_gmt":"2017-08-16T21:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/?p=6623"},"modified":"2017-08-17T06:19:52","modified_gmt":"2017-08-17T04:19:52","slug":"upsala-kakabeka-falls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/2017\/08\/16\/upsala-kakabeka-falls\/","title":{"rendered":"Upsala &#8211; Kakabeka Falls"},"content":{"rendered":"<p>der erste Weg geht heute mal in den kleinen Laden neben dem Zeltplatz. Eine ern\u00fcchternde Auswahl. Es gibt sechs Bananen dort und zus\u00e4tzlich noch zwei fast vergammelte. Ich traue mich nicht, alle zu nehmen und nehme lediglich drei und die beiden &#8222;Kochbananen&#8220; (die kriege ich daf\u00fcr sogar geschenkt). Dazu eine 700g Packung dieses typischen nordamerikanischen Wei\u00dfbrotes\/Toasts, ein Glas Marmelade daf\u00fcr und eine Packung O-Saft. Kurz drauf ist der Toast leer und ich frage mich noch, wie ich jetzt noch das halbe Glas Marmelade transportieren soll. Naja, ich stecke es halt irgendwie in die Taschen und hoffe, dass nichts passiert. Eine Banane habe ich auch gleich noch gegessen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-445 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1502941603180..jpg\" \/><\/p>\n<p>Dann mache ich noch den ziemlich mitgenommen &#8222;Making Peace&#8220;-Aufkleber vom hinteren Schutzblech ab<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-446 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1502941647567..jpg\" \/><\/p>\n<p>und es geht wieder auf die Stra\u00dfe. Heute ist der selbe Gegenwind wie gestern &#8211; nur noch st\u00e4rker. Nach 15km habe ich schon die Schnauze voll, aber halt keine Wahl. Ich muss weiter und es gibt keine M\u00f6glichkeit, irgendwelche Motivation zu &#8222;tanken&#8220;.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wind kann man schlecht fotografieren, aber ich habe es trotzdem mal probiert &#8211; was man nicht alles f\u00fcr eine kleine Pause tut.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-448 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1502941765590..jpg\" \/><\/p>\n<p>Alle 20km wird Shabaqua angeschrieben, noch 60km, noch 40km, noch 20km.<br \/>\nDavor treffe ich auf einem Rastplatz an der Zeitzonen-Grenze noch einen anderen Radler, der aber &#8222;nur&#8220; etwa 1000km von seiner Heimat in Ontario nach Kenora f\u00e4hrt. Mit irgend einem Mountain Bike, wahrlich nix besonderes, und das Gep\u00e4ck ist auch nur irgendwie draufgeschmissen. So \u00e4hnlich habe ich vermutlich damals in Thailand ausgesehen. Die Zeitzone nimmt mir nat\u00fcrlich wieder eine Stunde &#8211; aber der angek\u00fcndigte Regen kommt daf\u00fcr nicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-449 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1502941791469..jpg\" \/><\/p>\n<p>Und hier steht noch ein Schild, das erkl\u00e4rt, dass die erste Trans-Canada-Verbindung auf Fl\u00fcssen und Seen per Kanus stattfand.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-450 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1502941837754..jpg\" \/><\/p>\n<p>Der Gegenwind h\u00f6rt \u00fcberhaupt nicht auf und jede Kurve die ich fahre, wechselt der Wind genauso (wie geht das?!). Ich bin so w\u00fctend dar\u00fcber, dass ich beschlie\u00dfe, jedem, der mir nochmal etwas von &#8222;Hauptwindrichtung&#8220; erz\u00e4hlt, direkt aufs Maul zu hauen, bevor er\/sie &#8222;prevailing winds&#8220; zuende sprechen kann. Das ist nach meinen Erfahrungen n\u00e4mlich eine glatte L\u00fcge, zumindest auf der Stra\u00dfe. Es kann sein, dass in 1000m H\u00f6he das anders ist (die Wolken lassen das vermuten), aber hier unten habe ich zumindest gleich viele Tage mit Gegenwind, wenn nicht sogar mehr, als mit R\u00fcckenwind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-447 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1502941708549..jpg\" \/><\/p>\n<p>Nach den 75km stellt sich heraus, dass dieses Shabaqua keine Ortschaft ist (h\u00f6chstens eine sehr gut versteckte), sondern eher der Name der Zusammenkunft von meinem Highway #17 mit dem Highway #11 (zumindest deute ich das so).<br \/>\nDa mein heimlicher Joker Raith auch schon ausgefallen ist, laufe ich echt langsam auf Reserve. Das hier ist n\u00e4mlich Raith:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-451 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1502941881648..jpg\" \/>Ohne Wind w\u00e4re das ja alles kein Problem gewesen, aber mit dem Wind brauche ich unglaublich viel Kraft und schaffe dabei doch nur einen Schnitt von etwa 18km\/h (siehe\u00a0<a href=\"https:\/\/www.strava.com\/activities\/1137425185\">Strava<\/a>).<br \/>\nIch passiere auch die Wasserscheide, ab hier flie\u00dft also jeder Fluss in den Atlantik, das sind noch ein paar tausend Kilometer. Aber so langsam komme ich meinem Ziel n\u00e4her. Wenn ich jetzt diese Menschen-leere Gegend endlich hinter mir lassen kann, wird das auch bestimmt alles wieder interessanter.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-453 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1502941955951..jpg\" \/><\/p>\n<p>Diese Shabaqua-Kreuzung habe ich mir als heutiges Ziel ausgedacht, so wird das aber nichts. Es kommt, laut Karte, noch eine Ortschaft. Aber auch diese scheint nicht viel mehr als ein Steinbruch zu sein. Es gibt ein Schild, welches einen Campingplatz in 33km ank\u00fcndigt. Das ist etwa 50% von dem, was ich heute eigentlich machen wollte. Mit dem Wind und der Zeitzone wird das wieder ein langer Tag. Ich halte meine Augen offen, ob ich irgend einen Menschen sehe, den ich fragen kann, ob es nicht irgendwo anders einen n\u00e4heren Zeltplatz gibt. Aber es gibt hier nicht mal Menschen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich von diesem H\u00fcgel hier den Lake Superior sehen kann. An dieser Stelle sah es ein bisschen so aus, ein paar Kilometer weiter sah es aber eher nach Wald aus.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-458 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1502943038567..jpg\" \/><br \/>\nHier ist es klar, H\u00fcgel und Wald.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-454 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1502942040905..jpg\" \/><\/p>\n<p>Was nicht so toll ist: die Wetteraussichten. Es gibt eine Regenwarnung f\u00fcr die n\u00e4chsten 24h und es soll schon nachts anfangen. Wenn das stimmt, werde ich wohl morgen fr\u00fch das Zelt im Regen abbauen und einpacken m\u00fcssen. Auf der anderen Seite von Thunder Bay gibt es wohl eine Jugendherberge, das wird dann mein morgiges Ziel werden und den Tag kann ich jetzt schon abhaken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>der erste Weg geht heute mal in den kleinen Laden neben dem Zeltplatz. Eine ern\u00fcchternde Auswahl. Es gibt sechs Bananen dort und zus\u00e4tzlich noch zwei fast vergammelte. Ich traue mich nicht, alle zu nehmen und nehme lediglich drei und die beiden &#8222;Kochbananen&#8220; (die kriege ich daf\u00fcr sogar geschenkt). 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