{"id":6663,"date":"2017-08-18T23:25:13","date_gmt":"2017-08-18T21:25:13","guid":{"rendered":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/?p=6663"},"modified":"2017-08-20T19:28:24","modified_gmt":"2017-08-20T17:28:24","slug":"thunder-bay-nipigon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/2017\/08\/18\/thunder-bay-nipigon\/","title":{"rendered":"Thunder Bay &#8211; Nipigon"},"content":{"rendered":"<p>im Hostel mache ich mich langsam fertig, die Gastgeber sind ausgeflogen und haben einen Zettel hinterlassen, dass sie diverse Sachen erledigen m\u00fcssen. Dazu einen 50$ Schein, mit der Bitte an einen Curtis, den Erhalt zu quittieren. Ich schaue mich noch im Garten um und sehe diese alten R\u00e4der rumstehen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-466 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1503144293124..jpg\" \/><br \/>\nGef\u00e4llt mir nat\u00fcrlich besser, als das Auto mit dem HOSTEL-Kennzeichen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-465 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1503144279119..jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"wp-image-464 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1503144266336..jpg\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im &#8222;Vorgarten&#8220; steht, ganz hostel-typisch, ein solcher &#8222;Richtungsbaum&#8220; mit allen m\u00f6glichen St\u00e4dten drauf.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-467 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1503144305992..jpg\" \/><\/p>\n<p>Stuttgart ist auch dabei.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-468 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1503144318024..jpg\" \/><\/p>\n<p>Dann kommt Curtis vorbei und fr\u00fchst\u00fcckt erstmal gem\u00fctlich. Es stellt sich heraus, dass er sich hier um den Rasen k\u00fcmmert. Er hat eine M\u00fctze von dem Radladen an, bei dem ich gestern war. Die Familien kennen sich angeblich ganz gut, die Welt ist ja auch klein. Als ich fast fertig bin mein \u00fcberall verteiltes Zeug (damit es trocknen kann) zusammen zupacken, f\u00e4llt mir ein, dass das Zelt ja auch noch dran ist, das trocknet (hoffentlich) alleine drau\u00dfen. Gegen Mittag dann tats\u00e4chlich Abreise, nat\u00fcrlich wieder gegen den Wind. Mir wieder fast egal, da ich heute sowieso nur ca. 85km nach Nipigon fahren will. Der Wind ist noch st\u00e4rker als die Tage davor angek\u00fcndigt (&lt;30km\/h, mit B\u00f6en bis zu 50km\/h). Ich fahre los und habe die ersten Kilometer wenigstens keinen Highway, sondern nur eine normale Stra\u00dfe. Wenigstens etwas. Danach dann der Terry Fox Courage Highway, #11 und #17 zusammen, entsprechend viel Verkehr, was die Reise nicht gerade gem\u00fctlicher macht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-469 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1503144332303..jpg\" \/><\/p>\n<p>Am Himmel t\u00fcrmen sich schon wieder gro\u00dfe Regenwolken, was auf dem Bild aber nicht zu sehen ist: da in der Ferne sind noch zwei Radler! Auf einmal ist da eine gro\u00dfe Motivation &#8211; die will ich auf jeden Fall einholen!<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"wp-image-470 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1503144348525..jpg\" \/><\/p>\n<p>Das habe ich kurz drauf auch geschafft und es stellt sich heraus, dass es Ward ist! Er hat noch eine Laura eingesammelt und wir fahren heute mal zu dritt weiter. Er ist eigentlich bisschen fertig und will schon viel fr\u00fcher anhalten. Die ersten beiden Campingpl\u00e4tze gefallen ihm aber nicht so gut, die anderen beiden auf unseren Karten scheint es nicht mehr zu geben. Wir n\u00e4hern und langsam Nipigon und es gibt hier ein solches Werbe-Schild, auf dem f\u00fcr den kleinesten Laden dieser Kette in ganz Kanada geworben wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-471 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1503144360627..jpg\" \/><\/p>\n<p>Das verdeutlicht die Abwesenheit von allem m\u00f6glichen in der Gegend hier ziemlich gut, wie ich finde. Die beiden steigen dann an einem Campingplatz ca. f\u00fcnf km vor Nipigon aus, ich bin froh \u00fcber Ziviliation und fahre in das St\u00e4dtchen (mit 1610 Einwohnern). Dort wei\u00df ich, dass ich im Park bei ihrem kleinen Hafen g\u00fcnstig zelten (11$) kann. Trotzdem halte ich noch an der Touristen-Information an und lasse mir das alles nochmal best\u00e4tigen und mache noch ein bisschen Small-Talk \u00fcber&#8217;s Wetter und so. Es stellt sich heraus, dass heute Abend bis 18:00 ein gro\u00dfes Spagetti-Essen in der lokalen Kirche ist. Das h\u00f6rt sich doch nach einem guten Plan an, auch wenn es bereits 17:35 ist und ich noch ca. 4km fahren muss. Ich schaffe es noch rechtzeitig und falle in meinem Radler-Dress unter all den recht alten und sehr jungen G\u00e4sten ziemlich auf. Es gibt einige, die sich zu mir an den Tisch setzen und mit mir quatschen wollen &#8211; ich will (nachdem ich den ganzen Tag noch nix zum Essen hatte) haupts\u00e4chlich essen. ;~)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-472 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1503144376123..jpg\" \/><\/p>\n<p>Ich esse mich mit Spagetti und Salat satt, am Ende gibt es noch Eis dazu. Weil ich als einer der letzten noch am Tisch sitze, kommen einige Helfer dieser Veranstaltung zu mir und leisten mir nun Gesellschaft. Jetzt habe ich auch mehr Zeit zum Quatschen und auf einmal kommt auch noch ein leckerer Blaubeerkuchen auf den Tisch, von dem ich mir gerne nehmen durfte. Als ich gehen will, kriege ich noch den Rest vom Apfelmus mit und ein paar Scheiben selbst gemachtes Brot (nachdem ich davor erw\u00e4hnt habe, dass ich das hier in Kanada echt vermisse). Sieht so aus, als ob das mein morgiges Fr\u00fchst\u00fcck wird.<\/p>\n<p>Am Zeltplatz angekommen baue ich mein Zelt zwischen den ganzen G\u00e4nse-Hinterlassenschaften direkt am Nipigon Flu\u00df auf. Zwischendurch kommt Don, die Besitzerin des lokalen Yoga-Studios vorbei und will mich zum morgigen Tanz einladen, da bin ich aber schon wieder weg. Sie nennt mir die Adresse in einer Stadt, etwa 120km \u00f6stlich, wo ich vorbei kommen werde. Gerne d\u00fcrfte ich auf diesem Grundst\u00fcck (mehr gibt es dort nicht) \u00fcbernachten, wenn ich will, es g\u00e4be auch einen einfachen Zugang zu einem tollen Strand am Lake Superior. Ich bedanke mich artig, sage aber, dass ich noch \u00fcberhaupt keine weiteren Pl\u00e4ne habe, dies aber gerne ber\u00fccksichtige. Mal sehen, was die anderen beiden (die d\u00fcrfen nat\u00fcrlich gerne mitkommen!) so dar\u00fcber denken.<br \/>\nAls ich fertig bin, kommt noch eine andere Radlerin vorbei. Joana radelt in die andere Richtung und wir reden ein bisschen \u00fcber unsere Strecken, damit der\/die andere wei\u00df, was ihn\/sie so erwartet. Danach gehe ich gegen neun Uhr in die &#8222;Legion&#8220;, das Vereinsheim der Veteranen, und schaue mir eine nicht besonders gute Cover-Band an. Der Nebentisch voll besetzt, ich spiele ein bisschen am Telefon rum und will mir die Bilder von heute anschauen und etwas zurecht bearbeiten. Da kommt die Pr\u00e4sidentin von diesem Verein vom Nebentisch zu mir und sagt, dass ich nicht alleine sitzen m\u00fcsse und r\u00fcber kommen soll. Nagut, mache ich das halt &#8211; Konversation ist allerdings schwierig, da die Band doch recht laut ist und weder der Raum noch die Sitzordnung f\u00fcrs Reden ausgelegt sind (dazu ein paar Verst\u00e4ndnisprobleme meinerseits, z.B. habe ich statt &#8222;What&#8217;s your first name?&#8220; verstanden: &#8222;What&#8217;s your birthday?&#8220;) und hier und da bestimmt entsprechend komisch geschaut und geantwortet&#8230;.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-475 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1503144418714..jpg\" \/><\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin Lavina fragt mit, ob ich <i>Nipigon Nylons<\/i> kenne und ich frage nur, ob es etwas zum Essen ist. Nein, sie holt es jetzt mal schnell <i>von zuhause(!)<\/i>. Vielleicht 15min sp\u00e4ter kommt sie wieder mit: Socken. Richtigen und kleinen, die ich an den Autospiegel oder Christbaum h\u00e4ngen k\u00f6nnte. Was ich denn besser auf dem Rad transportieren k\u00f6nne? (ja, auch diese Leute waren beim Spagetti-Essen, ich bin vermutlich inzwischen bekannt wie ein bunter Hund hier)<br \/>\nBevor ich mich entscheiden kann, wird mir diese abgenommen: die richtigen Socken w\u00e4ren doch das n\u00fctzlichste, schlie\u00dflich braucht jeder t\u00e4glich Socken. Stimmt.<br \/>\nDazu kriege ich noch einen blauen &#8222;Nipigon Hike&#8220; Buff und einen kleinen Nipigon-Ansteckpin geschenkt.<\/p>\n<p>Mit all dem h\u00e4tte ich heute nat\u00fcrlich nicht gerechnet und meine Motivation f\u00fcr die weitere Reise kommt so langsam wieder zur\u00fcck! Dazu ein Abend, an dem ich mich nicht vor den M\u00fccken im Zelt verkriechen musste.<\/p>\n<p>Mein Zelt stand unterdessen mehr oder weniger alleine auf dem Zeltplatz, alle Taschen und sonstige Besitzt\u00fcmer darum verteilt. Das ist hier, wo selbst der Baumarkt (in einem 1600-Seelen D\u00f6rfchen, 100km von der n\u00e4chsten Gro\u00dfstadt entfernt) selbst nach den \u00d6ffnungszeiten seine Waren direkt vor der T\u00fcre lagert, auch bestimmt kein Problem.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-474 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/wp-1503144402724..jpg\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>im Hostel mache ich mich langsam fertig, die Gastgeber sind ausgeflogen und haben einen Zettel hinterlassen, dass sie diverse Sachen erledigen m\u00fcssen. Dazu einen 50$ Schein, mit der Bitte an einen Curtis, den Erhalt zu quittieren. 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