{"id":7095,"date":"2017-09-15T21:25:27","date_gmt":"2017-09-15T19:25:27","guid":{"rendered":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/?p=7095"},"modified":"2017-09-18T03:32:57","modified_gmt":"2017-09-18T01:32:57","slug":"sainte-luce-sainte-florence","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/2017\/09\/15\/sainte-luce-sainte-florence\/","title":{"rendered":"Sainte-Luce &#8211; Sainte-Florence"},"content":{"rendered":"<p>Sam meinte letzte Nacht noch, dass er recht fr\u00fch zur Arbeit gehe, schon vor acht Uhr. Ich stelle mir zwar den Wecker auf sieben Uhr, schaffe es dann aber doch nicht mehr, ihn zu treffen. Als ich kurz nach acht langsam abbaue, verl\u00e4sst Claudine das Haus, fragt mich, ob ich noch etwas brauche (mir f\u00e4llt aber nichts ein) und geht auch zur Arbeit. Mein Job ist f\u00fcr heute: Zelt abbauen und bei der n\u00e4chsten Touristen-Information mal rausfinden, wo ich heute hinfahren kann.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-945 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505564335011..jpg\" \/><\/p>\n<p>Diese Gestalten haben \u00fcbrigens letzte Nacht \u00fcber meinen Schlaf gewacht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-946 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505564412262..jpg\" \/><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nVon der Touristen-Information hatte ich mir ja mal wieder nicht viel erhoft, jedoch bin ich von deren Kompetenz \u00fcberrascht. Mir werden nicht nur die Zeltpl\u00e4tze auf dem Weg genannt (inkl. \u00d6ffnungszeiten), sondern auch, in welchen Ortschaften auf dem Weg (es sind danach nur noch drei) es Lebensmittelm\u00e4rkte gibt &#8211; und viel wichtiger &#8211; wo es keine gibt. Meine Strecke heute wird wohl wieder gute 120km werden, danach kommt f\u00fcr 60km nix mehr. Ein bisschen Planung ist also angesagt.<br \/>\nFalls ich ganz fr\u00fch in der letzten Ortschaft sein werde, fahre ich durch, das glaube ich aber nicht.<\/p>\n<p>Hier und da sind mir mal die Stra\u00dfenschilder mit Kilometer-Angaben aufgefallen. Es scheint ihnen hier Spa\u00df zu machen, nur eine einzige Ziffer zu verwenden. Ich habe das gleiche schon mal mit dreien und zweien gesehen, das sogar mit drei Ortschaften, 2km, 22km und 222km. Ob die Angaben alle stimmten, habe ich aber nicht \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-947 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505564471648..jpg\" \/><\/p>\n<p>In Amqui, der Stadt etwa 30km vor meinem Zeltplatz suche ich nicht besonders engagiert die Brauerei von der Bierroute und finde sie nicht. Daf\u00fcr habe ich mal wieder diese Zeichen an einer Kreuzung gesehen. Ich wei\u00df mal wieder \u00fcberhaupt nicht, was das bedeuten soll &#8211; vielleicht l\u00f6st sich das R\u00e4tsel mit der Zeit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-948 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505564523480..jpg\" \/><\/p>\n<p>Ich kaufe noch alles ein, was ich heute Abend und morgen fr\u00fch essen will und mache mich wieder auf den Weg. Ich habe inzwischen das Wasser des St. Laurenz Stromes verlassen und fahre quer \u00fcbers Land. Links und rechts W\u00e4lder, die schon langsam in den &#8222;Indian Summer&#8220; \u00fcbergehen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-949 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505564578258..jpg\" \/><\/p>\n<p>Ganz deutlich war es bei dem Sonnenstand in diesem Garten zu sehen. Ein leuchtend gelber Baum, w\u00e4hrend die anderen noch ganz oder zumindest teilweise gr\u00fcn waren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-950 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505564637040..jpg\" \/><\/p>\n<p>Am Zeltplatz angekommen wundere ich mich. Es ist niemand da, das B\u00fcro ist leer, alle Wohnmobile sind leer, es steht sogar ein Zelt, in dem niemand ist. Das B\u00fcro scheint aber grunds\u00e4tzlich in Benutzung zu sein, technische Ger\u00e4te sind an und blinken, auch die H\u00e4lfte der \u00d6rtlichkeiten sind offen und benutzbar. Ich streune ein bisschen rum, finde aber niemanden und keine Hinweise; lediglich ein Zettel, der die Preise f\u00fcrs \u00dcbernachten anzeigt: $28 f\u00fcr Wohnmobile, $18 f\u00fcr Zelte mit Strom, $15 f\u00fcr Zelte ohne Strom. Nagut, dann mache ich das doch. Ich dusche schonmal, um etwas mehr Zeit totzuschlagen, aber danach ist immer noch niemand dort. Es kommt noch ein weiterer Radler mit kleinem Anh\u00e4nger. Er ist ziemlich alt und spricht nur franz\u00f6sisch, ignoriert mich aber komplett. Seltsam &#8211; ich springe wie ein junger Hund zu jedem Radreisenden und will wissen was er\/sie so macht, etc. In dem Moment kommt ein Auto angefahren, es ist einer der Wohnmobil-Besitzer. Er geht in sein Wohnmobil und zieht die Vorh\u00e4nge zu. Der alte Mann geht hin und spricht mit ihm. Ich zwar hinterher, weil ich wissen will, was hier los ist, verstehe aber kein Wort. Ich probiere danach mit ihm auf englisch \u00a0zu sprechen, das funktioniert aber nicht. Ich denke, dass er sagt, dass ich hier halt einfach f\u00fcr eine Nacht zelten soll. Was solls, der Alte hat sich einen Platz gesucht, ich nehme den gegen\u00fcber. Er baut langsam sein Radgespann auseinander und sein Zelt auf, dann packt er alles(!) in sein nicht allzu gro\u00dfes Zelt und ich wundere mich, wie er darin noch schlafen kann. Au\u00dfer seinem Zelt ist auf seinem Zeltplatz nichts zu sehen. Ich hingegen verteile ja gerne alles, was ich so habe \u00fcberall rum. Abends h\u00f6re ich noch etwas Radio und als ich fertig bin, h\u00f6re ich, wie der Alte noch laut redet. Entweder sind das Selbstgespr\u00e4che (w\u00fcrde ich ihm zutrauen) oder er telefoniert (was aber nicht so recht zum Redefluss passt).<\/p>\n<p>Ein seltsamer Ort.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sam meinte letzte Nacht noch, dass er recht fr\u00fch zur Arbeit gehe, schon vor acht Uhr. Ich stelle mir zwar den Wecker auf sieben Uhr, schaffe es dann aber doch nicht mehr, ihn zu treffen. 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