{"id":7127,"date":"2017-09-19T23:30:46","date_gmt":"2017-09-19T21:30:46","guid":{"rendered":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/?p=7127"},"modified":"2017-09-20T15:31:21","modified_gmt":"2017-09-20T13:31:21","slug":"marimichi-moncton","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/2017\/09\/19\/marimichi-moncton\/","title":{"rendered":"Marimichi &#8211; Moncton"},"content":{"rendered":"<p>als ich gehe, bedanke ich mich noch bei Brian, dass er mir noch das Zimmer organisiert hat und fahre los. Die Regenjacke habe ich an, zum einen, weil ich vom Regen nicht \u00fcberrascht w\u00e4re, zum anderen um etwas w\u00e4rmer zu sein. Nach einer Stunde sind die Regenwolken jedoch weg und ich kann sie ausziehen.<br \/>\nHeute ist wieder direkter Gegenwind und ich k\u00e4mpfe mir einen ab. Nach der Erfahrung gestern habe ich nach Hostels in der N\u00e4he gesucht und in Moncton gibt es wieder eins; das sind halt 150km.<\/p>\n<p>Auf dem Weg dorthin sehe ich diesen Schnitzel-Wagen mit &#8211; nat\u00fcrlich &#8211; deuschen Fahnen. Der Besitzer ist Deutscher, der seine Firma verkauft hat und jetzt nach Kanada ausgestiegen ist. Er meint, dass er das eher als Hobby macht, weil man sonst als &#8222;alter Mensch&#8220;, der eher alleine lebt, dazu tendiert, &#8222;komisch&#8220; zu werden. Gegessen habe ich dort dann lieber nichts, sondern den Unfall angeschaut, der an der Kreuzung im Hintergrund passierte. Es ist wohl jemand vor einer Polizei-Kontrolle abgehauen und hat dann noch ein Polizei-Auto gerammt. Das ist \u00fcbrigens einer der ersten Unf\u00e4lle (insgesamt waren es bisher nur drei?), die ich hier sehe.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-977 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505870555694..jpg\" \/><\/p>\n<p><!--more-->Als ich dort noch quatsche, f\u00e4hrt ein ein anderer Reiseradler vorbei, den ich vorher schon an einer Tankstelle getroffen habe. Er ist aus Vancouver, startete wegen der Waldbr\u00e4nde in B.C. jedoch in Calgary. Als er meint, dass er an seinen besten Tagen 140km macht, sage ich nicht mehr viel dazu, auch nicht, dass mein &#8222;Lebensziel&#8220; eine Eddington-Zahl von 145 ist (das hei\u00dft, dass ich an 145 Tagen mind. 145km fahren will). Wir fahren auf jeden Fall nicht zusammen weiter, ich sehe ich wenige Kilometer sp\u00e4ter an einem Zeltplatz stehen, ich &#8222;muss&#8220; heute noch 70km weiter fahren.<\/p>\n<p>Wie ich auf die Schnapsidee kam, bei dem Gegenwind und meiner l\u00e4ngeren Reise heute, noch einen kurzen Umweg direkt an die K\u00fcste zu machen, wo der Wind nat\u00fcrlich noch st\u00e4rker ist, wei\u00df ich auch nicht mehr.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-978 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505870636702..jpg\" \/><\/p>\n<p>Aber wenigstens brauchte ich dann ein paar kleine Pausen, in denen ich die Umgebung fotografieren konnte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-979 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505870721226..jpg\" \/><\/p>\n<p>Dann ging es wieder landeinw\u00e4rts. Auf meiner Seite des Flusses war Schatten und K\u00fche (und jede Menge kleinere, aber fies steile H\u00fcgel), auf der anderen Seite ist Sonne. Sp\u00e4ter stellte sich heraus, dass ich hier sowieso &#8222;falsch&#8220; gefahren bin und einen weiteren Umweg von vielleicht 10km machen musste.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-980 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505870858284..jpg\" \/><\/p>\n<p>Dabei habe ich dieses Schild gesehen, wo Radfahrern nur noch 1m Platz gegeben werden soll. Auf anderen habe ich schon 1,5m gesehen, was ja auch eher eine sinnvolle L\u00f6sung f\u00fcr nicht allzu ge\u00fcbte Radler ist. Scheinbar sind die sich hierzu nicht so ganz einig.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-981 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505870916369..jpg\" \/><\/p>\n<p>Dann bin ich auf 120m hoch (nur wenige Kilometer von der 0m-K\u00fcste entfernt) und verstehe langsam, wieso mir eine Joggerin viel weiter unten &#8222;you&#8217;re awesome&#8220; hinterhergerufen hat. Das war echt ein St\u00fcckchen Arbeit, mit dem beladenen Tourenrad hier hoch zu kommen. In der Ferne, etwa 15km weiter, kann ich schon Moncton sehen. Endlich!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-982 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505871092268..jpg\" \/><\/p>\n<p>Als ich mal zu der Seite schaue, wo das Wetter herkommt (mal wieder eine andere Richtung, als der Wind hier unten auf der Stra\u00dfe), sehe ich diese Regenwolkenwand. Ich hoffe, dass es diesmal anders endet, als die bisherigen Male, als ich Regenwolken fotografierte und kurz darauf im Schauer stand. Ich habe dank Gegenwind und der ganzen H\u00fcgelchen aber keine Kraft mehr, jetzt noch einen &#8222;Endspurt&#8220; auf den letzten 8km hinzulegen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-983 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-1505871144897..jpg\" \/><\/p>\n<p>Ich habe es geschafft und bin trocken im Hostel angekommen. Dort finde ich abends noch raus, dass ich es wohl nicht mehr nach Newfoundland und St. Johns schaffen werde. Die &#8222;geschickte&#8220; F\u00e4hre f\u00e4hrt am 23. September zum letzten Mal, die &#8222;Ungeschickte&#8220; f\u00e4hrt zwar immer noch, aber an die andere Seite; d.h. ich m\u00fcsste von dort 900km bis St. Johns fahren und dann die gleichen 900km nochmal zur\u00fcck zur F\u00e4hre. Und das alles bei kalten Temperaturen (es gibt dort jetzt schon Frost-Warnungen) oder sogar Schnee. Daf\u00fcr bin ich nicht ausger\u00fcstet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>als ich gehe, bedanke ich mich noch bei Brian, dass er mir noch das Zimmer organisiert hat und fahre los. Die Regenjacke habe ich an, zum einen, weil ich vom Regen nicht \u00fcberrascht w\u00e4re, zum anderen um etwas w\u00e4rmer zu sein. Nach einer Stunde sind die Regenwolken jedoch weg und ich kann sie ausziehen. 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