{"id":7423,"date":"2017-10-28T07:55:37","date_gmt":"2017-10-28T05:55:37","guid":{"rendered":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/?p=7423"},"modified":"2017-11-03T18:28:12","modified_gmt":"2017-11-03T17:28:12","slug":"zug-fahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/2017\/10\/28\/zug-fahren\/","title":{"rendered":"Zug fahren"},"content":{"rendered":"<p>ich bin jetzt tausende von Kilometern an der kanadischen Bahnlinie entlang gefahren. Und wenn ich von &#8222;der&#8220; Bahnlinie spreche, trifft es die Situation relativ gut. Es gibt hier kein weitverzweigtes Bahnnetz, wie bei uns, sondern haupts\u00e4chlich die Verbindung der beiden K\u00fcsten, mit ein paar kleineren Abstechern davon. Auch gibt es keinen allzu regelm\u00e4\u00dfigen Bahnverkehr &#8211; zumindest nicht hier in Halifax. Es gibt zwei Zugverbindungen, die von hier abfahren, und die nach Westen f\u00e4hrt dreimal pro Woche. Die angeschlagene Abfahrtstafel ist \u00e4u\u00dferst beschaulich, leider habe ich kein Bild davon.<\/p>\n<p>Bis nach Queb\u00e9c City dauert es 18h, man f\u00e4hrt um 13:00 ab und kommt morgens gegen sieben dort an. Das Gep\u00e4ck wird &#8222;eingecheckt&#8220;, sprich man gibt es ab und es wird dann in einem Gep\u00e4ckwagen mitgenommen. Daher soll man auch nicht gerade 2min vor Abfahrt am Bahnhof sein, sondern am Besten schon eine Stunde vorher dort sein. Ganz anders als mein Verhalten bzgl. der deutschen Z\u00fcge &#8211; wie oft bin ich erst in der Minute der Abfahrt am Zug angekommen und habe dann erst das Ticket online im Zug gekauft?<br \/>\nAber was solls &#8211; bei 18h Fahrt macht das auch keinen gro\u00dfen Unterschied mehr.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7411\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/wp-1509327886847..jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"658\" srcset=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/wp-1509327886847..jpg 1024w, https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/wp-1509327886847.-300x193.jpg 300w, https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/wp-1509327886847.-768x494.jpg 768w, https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/wp-1509327886847.-624x401.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p><!--more-->Da mit &#8222;WLAN im Zug&#8220; geworben wird, dachte ich mir, dass ich ja endlich mal wieder ein paar digitale Dinge erledigen k\u00f6nnte. Aber das ist eher ausgefallen, da es nur in den &#8222;Service Waggons&#8220;, die vor und hinter dem Bistro-Waggon sind, dieses WLAN gibt, und es dann auch noch offen ist.<br \/>\nZu allem \u00dcberfluss scheint mich auch noch eine Erk\u00e4ltung erwischt zu haben. Beim Deanery Project habe ich noch stolz erz\u00e4hlt, dass ich als Radler schon seit Jahren nicht mehr krank war und ich mir keine gro\u00dfen Sorgen um die erk\u00e4lteten Kollegen dort mache. Ein paar Tage sp\u00e4ter, nachdem ich schon zwei Wochen (?) kein Rad mehr gefahren bin, scheint es mich doch noch zu erwischen. Das passt mir zwar \u00fcberhaupt nicht, aber da kann man halt nix machen.<br \/>\nIm Zug geht die Zeit, nicht nur wegen dieser aufkommenden Erk\u00e4ltung, eher z\u00e4h vorbei. Hier und da d\u00f6se ich mal ein bisschen, richtiges Schlafen ist nicht drin. Ich habe nat\u00fcrlich das billigste Ticket f\u00fcr $120 genommen, was ganz normale Sitze sind. F\u00fcr mindestens das f\u00fcnffache h\u00e4tte ich ein Bett im Schlafwaggon bekommen, wollte ich aber nicht. Die Route geht ungef\u00e4hr dort lang, wo ich auch schon gefahren bin. Nachts ist das aber sehr anders &#8211; was mir sofort auff\u00e4llt: diese Dunkelheit. Hier gibt es kaum Lichter, selbst wenn man mal durch ein Dorf f\u00e4hrt, ist es dort stockdunkel, die wenigsten H\u00e4user haben nachts eine Beleuchtung und Stra\u00dfenlampen gibt es in diesen kleinen D\u00f6rfern scheinbar auch keine. St\u00e4dte sind dagegen hell erleuchtet, selbst noch mitten in der Nacht, wenn sicherlich niemand mehr unterwegs ist.<\/p>\n<p>So gegen zwei wandere ich mal wieder durch den Zug und merke, dass alle anderen Waggons deutlich w\u00e4rmer sind, als meiner. Ein Blick auf die Temperaturanzeigen\/Klimaanlagen zeigt: die anderen haben offenbar 24\u00b0C, mein Waggon hat 16\u00b0C und ein blinkendes rotes Licht. Da ich absolut unsinnig gepackt habe, habe ich leider nichts langes oder warmes dabei um mich gegen die K\u00e4lte zu sch\u00fctzen, also ziehe ich einfach in einen anderen Waggon um.<br \/>\nEin paar D\u00f6se-Runden sp\u00e4ter sind wir dann auch schon da.<br \/>\nDer Bahnhof ist irgendwo in einem Vorort in der Pampa, ohne Anschluss an den \u00f6ffentlichen Nahverkehr. Auf der Karte stelle ich fest, dass ich etwa 3km laufen m\u00fcsste, um an die n\u00e4chste Bushaltestelle zu kommen. Ich laufe los und nach 50m reichts mir damit auch schon wieder. Ich drehe um und nehme ein Taxi (f\u00fcr $8,50).<\/p>\n<p>Bei diesem Bedingungen verstehe ich, dass viele Leute hier kein gro\u00dfes Interesse an Z\u00fcgen haben und stattdessen lieber mit Fernbussen unterwegs sind. Und das probiere ich dann als n\u00e4chstes aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ich bin jetzt tausende von Kilometern an der kanadischen Bahnlinie entlang gefahren. 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