{"id":8364,"date":"2018-01-29T09:25:24","date_gmt":"2018-01-29T08:25:24","guid":{"rendered":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/?p=8364"},"modified":"2018-01-29T11:50:50","modified_gmt":"2018-01-29T10:50:50","slug":"reefton-greymouth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/2018\/01\/29\/reefton-greymouth\/","title":{"rendered":"Reefton &#8211; Greymouth"},"content":{"rendered":"<p>vor dem Hostel steht diese Bank, auf der schon einige Personen ihre Heimatstadt hinterlassen haben. Stuttgart habe ich nicht gefunden, aber mir f\u00e4llt da doch glatt wieder die Geschichte aus einem anderen Hostel ein. Eines dieser Teenager-M\u00e4dels fragte so rum, woher denn die Leute kommen und als ich &#8222;Stuttgart&#8220; sagte, meinte sie etwas \u00fcberheblich, dass die meisten, die &#8222;Stuttgart&#8220; sagen, ja gar nicht von dort k\u00e4men, sondern von irgendwelchen kleinen K\u00e4ffern irgendwo in Baden-W\u00fcrttemberg. Ich sagte dann einfach nur &#8222;Stuttgart-West&#8220; und konnte sehen, wie sie M\u00fche hatte, dass ihr Kiefer nicht einfach runterklappte, damit hatte sie wohl nicht gerechnet und versuchte ihr &#8222;Esslingen&#8220; (bzw. das ihrer Eltern) damit sch\u00f6n zu reden, dass sie ja auch in 20min mit der S-Bahn in Stuttgart sei. Ich wusste nicht mehr allzu viel zu diesem Gespr\u00e4ch beizutragen und sagte nur, dass ich das wei\u00df und es zum Hauptbahnhof eigentlich sogar nur 17min sind.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/wp-1517214568089..jpg\" width=\"1024\" height=\"611\" \/><br \/>\nAber gut, ich bin ja im Urlaub und muss mich nicht um die Erziehung der freilaufenden Kinder hier k\u00fcmmern.<br \/>\n200m nach dem Hostel steht noch ein Reiseradler rum. Es ist Eric aus Holland, der schon seit fast drei Stunden unterwegs ist. Also fahren wir jetzt mal zu dritt weiter. Erst auf dem Highway 7, in der guten Stunde sind uns vielleicht 20-30 Autos begegnet. Josef meinte, dass es schon etwas viel Verkehr hatte &#8211; ich kenne vermutlich keine Stra\u00dfe in Deutschland, auf der weniger los w\u00e4re. Am ersten H\u00fcgel h\u00e4ngen wir Eric ungewollt ein bisschen ab, weil wir nicht richtig aufpassen. Als er uns wieder eingeholt hat, h\u00f6ren wir, dass er offenbar Musik aus einem ca. flaschengro\u00dfen Bluetooth-Lautsprecher zur Motivation dabei hat. Er spielt gerade Ramstein &#8222;We&#8217;re all living in America, America ist wunderbar&#8220;. Ob er es extra auf uns abgestimmt hat (ich als Deutscher und Josef, der teilweise in den USA aufgewachsen ist) oder eher Zufall ist, habe ich nicht erfragt. Josef kannte mit seinen 19 Jahren Ramstein zumindest nicht. Danach kamen noch ein paar Ramstein Songs, bevor er eher vern\u00fcnftige Musik (z.B. REM) abspielte.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/wp-1517214568145..jpg\" width=\"1024\" height=\"692\" \/><br \/>\nWer jetzt einwendet, dass es ja gar nicht so hei\u00df sein kann, weil Josef eine lange Jacke anhat, der irrt. Er will sich keine Sonnencreme leisten und f\u00e4hrt daher in einem langen J\u00e4ckchen rum (vielleicht sollte ich hier eher Jeck&#8217;chen schreiben).<br \/>\n<!--more-->Auch heute geht es wieder in einem Flusstal <a href=\"https:\/\/www.strava.com\/activities\/1380810045\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">entlang<\/a> und wir nehmen nach dem Highway sogar noch eine Nebenstra\u00dfe, auf der sogar noch weniger Verkehr ist. Zeitweise sind wir gem\u00fctlich zu dritt nebeneinander gefahren. Und auch als wir nur zu zweit nebeneinander fuhren, wurden wir heute zu dritt nicht angehupt oder knapp \u00fcberholt, was alleine oder zu zweit durchaus \u00f6fters passierte. Alle Autos hielten sehr guten Abstand zu uns. Das ist wohl diese &#8222;Safety in Numbers&#8220;, von der immer wieder gesprochen wird.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/wp-1517214568248..jpg\" width=\"1024\" height=\"592\" \/><br \/>\nAls wir von einem Traktor \u00fcberholt werden und ich gerade in der Mitte fahre, entscheide ich mich spontan dazu, jetzt einen Mini-Sprint hinzulegen, um in dessen Windschatten zu kommen. Mit 35-40km\/h geht es dann 10cm hinter diesem Traktor weiter (auf dem Foto ist bisschen mehr Abstand, weil ich ja mit einer Hand fahren konnte und mit der anderen das Smartphone bedienen musste). Eric hat es auch geschafft, Josef traut sich nicht so recht und strapelt sich, vermutlich mit sehr viel wenig Windschatten, hinter uns einen ab. Nach 2km ist das Vergn\u00fcgen leider schon wieder vorbei.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/wp-1517214568176..jpg\" width=\"1024\" height=\"895\" \/><\/p>\n<p>Ansonsten machen wir auch anderen Quatsch, wie unsere R\u00e4der zu tauschen. Josef hatte schon \u00f6fters mal angemerkt, dass er mein Rad so toll findet und ich lasse ich dann mal solange damit fahren, bis er an einem H\u00fcgel vom Gewicht der Taschen genug hat. Sein Rad ist sehr leicht gepackt, vor allem, weil es die H\u00e4lfte seines Gep\u00e4cks sogar noch in einem Rucksack mit sich tr\u00e4gt. Mal sehen, wann er diese Episode in sein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCxe9Yf6sYVLMXvM51i_JrVA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Video-Tagebuch<\/a> einarbeitet.<br \/>\nUnd ich denke mir, dass ich f\u00fcr kommende Urlaube auch nur mit so wenig Gep\u00e4ck unterwegs sein werde. Davon merkt man fast nichts auf dem Rad und vielleicht schaffe ich es ja nochmal von Trondheim aus (oder gar noch weiter n\u00f6rdlich) wieder zur\u00fcck zur Zivilisation zu radeln&#8230;.<\/p>\n<p>Irgendwo f\u00e4hrt dann dieser M\u00e4hdrescher durch einen Fluss, den zugeh\u00f6rige Traktor konnte ich leider nicht einholen, da hier gerade ein H\u00fcgel war. Wie halt immer, nach einem Fluss. Nachdem es steil runter in das querende Flusstal geht, geht es \u00fcber eine Br\u00fccke und danach wieder rauf, meist steil. Ich habe auch einen gr\u00f6\u00dferen Stein zwischen den Zwillingsreifen des Traktoren klemmen sehen und wollte den nicht gerade um die Ohren fliegen haben.<br \/>\nTats\u00e4chlich lag dieser Stein, kindskopfgro\u00df, wenig sp\u00e4ter mitten auf der Stra\u00dfe. Obwohl ich ja wenig Sympathien f\u00fcr Autofahrer habe, habe ich sogar angehalten und den Stein neben die Stra\u00dfe geschmissen. Wenn ich daf\u00fcr nicht mal einen Orden verdient h\u00e4tte.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full\" style=\"font-size: 1rem;\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/wp-1517214568212..jpg\" width=\"1024\" height=\"648\" \/><\/p>\n<p>Bei einer kleinen Pause an einer Kuhweide haben sich die Viecher dazu entschlossen, uns mal n\u00e4her anzuschauen. Als wir das auch machen wollten und zum Zaun gingen, hatten sie dann doch etwas Angst oder Respekt und haben sich wieder etwas von uns entfernt.<br \/>\nNagut, bei mir darf ja jede\/r machen, was er\/sie will.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/wp-1517214568275..jpg\" width=\"1024\" height=\"648\" \/><br \/>\nKurz vor Greymouth trennen sich unsere Wege, Josef f\u00e4hrt 8km nach Norden zu einem Couch-Surfer, Eric will (muss) noch weiter fahren. Er hat einen sehr straffen Plan, der ihm 130km t\u00e4glich vorschreibt, sonst wird das nichts mit seiner Tour. Ich glaube, eine Radtour ohne festen Zeitplan ist der beste Tipp, den ich den Leuten geben k\u00f6nnte. Von all den &#8222;Problemen&#8220;, die ich von anderen Radfahrern h\u00f6rte, war der Stress, zu einem bestimmten Tag an einem bestimmten (und eigentlich viel zu weit entfernten) Ort zu sein, das meiste genannte, bzw. das, mit den negativsten Auswirkungen.<\/p>\n<p>Ich bleibe einfach hier in der Stadt und genehmige mir mal wieder etwas zum Essen. Die Bedienung wollte mir diese gro\u00dfen Pommes ausreden, weil es eine echt gro\u00dfe Portion sei. Ich meinte nur, dass ich Radfahrer bin und die Pommes gar nicht gro\u00df genug sein k\u00f6nnten. Sie kuckt zwar komisch und sagt dann noch, dass sie aber wissen will, ob ich es geschafft haben werde.<br \/>\nAls sie abr\u00e4umt, ist sie etwas erstaunt und ich sage ihr, dass ich jetzt in der Stadt noch einen Nachtisch besorgen werde.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/wp-1517214568306..jpg\" width=\"1024\" height=\"813\" \/><\/p>\n<p>Ob ich morgen dann diesen West Coast Wilderness Trail fahre, muss ich noch \u00fcberlegen. Ich wei\u00df schon, dass ich den Umweg \u00fcber 90km ins n\u00e4chste Dorf \u00fcber einen Sattel bestimmt nicht fahren werde, auf dem Highway sind es 40km; <em>aber da kann man ja nicht fahren<\/em>, werden sie mir morgen wohl auf der Touristen-Information sagen. Ansonsten bin ich hier in recht einsamen Gebiet. Die n\u00e4chsten zwei\/drei Tage muss ich wohl jede M\u00f6glichkeit zum Einkaufen nutzen und hier und da auch mal wild zelten. Dazu kommt noch eine Schlechtwetterfront an, die Ausl\u00e4ufer eines Zyklons werden hier mit viel Wind und Regen erwartet. Wieso kann es hier nicht einfach ein gem\u00fctliches, normales Wetter haben, sondern die ganze Zeit solche Extreme?<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"https:\/\/mega-stoffel.de\/weblog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/wp-1517214568355..jpg\" width=\"1024\" height=\"580\" \/><\/p>\n<blockquote class=\"embedly-card\" data-card-controls=\"0\" data-card-key=\"f1631a41cb254ca5b035dc5747a5bd75\">\n<h4><a href=\"https:\/\/www.relive.cc\/view\/1380810045?r=embed-site\">Relive &#8218;teilweise zu dritt im und am Flusstal entlang gefahren&#8216;<\/a><\/h4>\n<\/blockquote>\n<p><script async src=\"\/\/cdn.embedly.com\/widgets\/platform.js\" charset=\"UTF-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>vor dem Hostel steht diese Bank, auf der schon einige Personen ihre Heimatstadt hinterlassen haben. 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