Revelstoke – Golden, mein erster Pass?

eines der drei Badezimmer hier im Hostel hat ja eine super Wandbemalung.

Allerdings habe ich für solche Spielchen nicht allzu viel Zeit. Heute steht eine 150km Etappe an, dazu mit einem Pass  auf 1600m, insgesamt wohl knapp über 2000 Höhenmeter. Der Rauch sieht nicht mehr so schlimm wie gestern aus, ist aber immer noch da.
Kurz nach dem Losfahren schon dieses Schild: Ich soll nach meinem Sprit schauen, weil die nächsten 150km nix (d.h. Auch so ziemlich gar nix) mehr kommt.
Damals in Australien dachte ich ja schon, dass ich ab und zu weitab jeglicher Zivilisation war. Aber hier sind manche Gegenden echt von der Welt abgeschnitten.

Ich lerne auch, dass ich noch gar nicht in den Rocky Mountains bin. Es gibt hier mehrere Gebirgszüge, aktuell bin ich in den Columbia Mountains, die Rockys kommen erst danach. Berge gibt’s hier trotzdem.

Leider nimmt der Rauch ein bisschen was von der bestimmt beeindruckenden Sicht.

Nachdem ich schon an ein paar von diesen Parkplätzen (?) vorbeigefahren bin, wundere ich mich immer noch über diesen Kreis. Vielleicht ist es ja ein Helikopter-Landeplatz, damit man diese abgelegene Gegend auch in Notfällen noch irgendwie erreichen kann? Aber so ein Helikopter kann doch bestimmt überall auf der Straße landen, der braucht so einen „Kreis“ bestimmt nicht. Wird wohl erstmal ein Rätsel für mich bleiben.
Neben Bergen gibt’s hier auch überall Wasser. Die Straße führt üblicherweise an Flüssen, bzw. entlang der Bahnlinie. Was aber nicht heißt, dass es hier flach wäre. Beim Straßenbau hatten sie damals nicht daran gedacht, die ganzen Hügel zu begradigen.


Zum Glück muss ich aber nicht über diese riesigen Berge fahren. Irgendein Roger hat damals einen Weg ohne allzu viele Berge gefunden, den Roger’s Pass. Er geht bis auf knapp über 1600m. Wenn ich es richtig weiß, ist das mein erster „Pass“ gewesen.

Hier wird auch gebaut. Der Vorteil ist, dass ich jetzt sogar meine eigene Spur habe. Dreimal kam ein riesiger Truck vorbei (einer wurde sogar von einem jungen Mädel gefahren, sowas habe ich in Deutschland noch überhaupt nie gesehen).

Diese/r „C“ scheint vor kurzem auch diese Strecke gefahren zu sein. Es gab viele „C“s mit Pfeilen auf Parkplätze o.ä.
Und am Pass eben auch diese Ansage, die ich gleich mal für mich beansprucht habe. ;~)

Und dann war ich oben! 1630m. Fühlt sich nach der ganzen Anstrengung aber leider irgendwie trotzdem nicht so geil an.

Hier gibt’s dann wieder was zu lernen, mit dieser Kanone (oder zumindest so ähnlichen) im Hintergrund werden aktiv Lawinen bekämpft. Aber ich wollte eigentlich den schwarz/blauen Vogel neben mir fotografieren. Ich habe dort noch zwei „competitive cyclists“ getroffen, die mir alles Gute für die weitere Reise wünschen, sie haben ihre Räder schon eingepackt und sind wieder per Auto unterwegs.
Nachdem ich vor kurzem schon an dem Denkmal vorbeigekommen bin, wo die Schienenverbindung gefeiert wurde, ist hier offenbar der TransCanada-Highway #1 von beiden Seiten zusammengeschlossen worden. Scheinbar haben die Kanadier eine Geschicht/Tradition, ihr Land zu „verbinden“. Das ist vermutlich auch der Hintergrund für das Radweg-Projekt „The Great Trail“. Dort fahre ich aber nicht, weil ich für diese westlichen Provinzen darüber noch nichts Gutes gehört habe. In vier bis sechs Wochen soll das dann anders sein.

Bei den Viechern bin ich nicht so sicher. Sind es fette Eichhörnchen mit verstümmeltem Schwanz oder was anderes?
Die Aussicht von hier oben ist jedenfalls so. Besonders weit sieht man hier nirgends, weil ja immer irgendein Berg im Weg ist.

Auf der weiteren Fahrt dann ein Stau in einer anderen Baustelle. Auch hier habe ich wieder meine eigene Spur und kann gemütlich an den stehenden Autos vorbei fahren. Zur Erinnerung: Wir sind hier irgendwo im 150km weiten Nirvana zwischen den zwei Städten (die man in Deutschland eher als Dörfer bezeichnen würde) Revelstoke und Golden.

Ab und zu steht mal ein Schild, das vor herunterfallenden Gesteinsbrocken warnt. Diese kenne ich ja aus Deutschland, habe da aber nie irgendwelche Bedenken. Hier sieht das anders aus. Wenn so ein Schild steht, gibt es keine Netze oder andere Schutzmaßnahmen. Und es rumpelt immer irgendwie leicht. Kleine Steinchen fliegen immer runter, den einen Tag ist mal ein etwa Kopf-großer Brocken weniger Meter schräg hinter mir eingeschlagen.

Und dann so ein Schild: Es wird darauf hingewiesen, dass ich eine Zeitzone überfahre und meine Uhr doch eine Stunde vor stellen sollte. Nach dem recht späten losfahren und der relativ langen Tour heute komme ich daher erst recht spät im Hostel an (yeah – wieder ein Bett, obwohl zelten sogar umsonst gewesen wäre).

Mal sehen, ob das mit dem Rauch morgen dann endlich mal wieder besser wird….

Ein Gedanke zu „Revelstoke – Golden, mein erster Pass?

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