Cottbus – Frankfurt (O)

gestern Abend war ja noch etwas stressig. Ich bin aktuell noch gar nicht online hier in Deutschland/Europa. Mein bisheriger Anbieter braucht tatsächlich zwei Wochen, um meinen bestehenden Prepaid-Vertrag wieder zu aktivieren, der nebenbei vermutlich auch aktuell nicht mehr die beste Wahl ist. In der Jugendherberge stand allerdings ein Zettel, dass sie gerade nur eine „Rufbereitschaft“ hätten, und man sich eben bei einer Telefonnummer melden muss. Hm, Zwickmühle. Es ist schon nach sieben und die Rufbereitschaft endet um acht, dann ist die Jugendherberge zu. Also fahre ich auf die Schnelle noch mal zum Supermarkt in der Nähe und kaufe dort so eine Prepaid-Karte und frage, ob ich die dann gleich verwenden kann (was ich ja stark bezweifle). Ja klar, kein Problem, einlegen und los gehts.
Was sie aber vergessen haben: davor steht erst noch ein Post-Ident-Verfahren. Das könnte ich jetzt vermutlich tagelang über den Postweg probieren – oder sogar digital per App. Bisschen schlecht halt, wenn man nicht online ist – aber zum Glück bietet der Supermarkt auch noch ein halbwegs vernünftiges freies WLAN an. Dann probiere ich das doch mal, es ist inzwischen 19:35 und ich hoffe, dass das noch was wird. Um 19:50 ist das zähe Gespräch dann durch, in dem der Post-Ident-Mitarbeiter meinen Ausweis und mein Portrait fotografierte („halten sie den Ausweis anders, ne, nicht so, jetzt spiegelt es, näher dran, ich muss die Ecken sehen, jetzt ist es unscharf“, und dann das gleiche Theater nochmal für die Rückseite).
Ich eile zurück zur Jugendherberge, um dort nochmal anzurufen. Geht aber nicht, das Telefon reagiert noch nicht – zum Glück ist der Rufbereitschafter aber gerade zurück gekommen, um abzusperren und so komme ich dann doch noch zu meinem Bett für diese Nacht. Und irgendwann in dieser Nacht kam dann noch die eMail und SMS, dass ich jetzt auch tatsächlich online sei.

Da für heute eine nicht allzu lange Tour ansteht, besuche ich noch das Brandenburgische Landesmuseum.

Von dem Künstler habe ich noch nix gehört und ihn auch schon wieder vergessen. Auch haben mich die Kunstwerke eher nicht angesprochen.

Also aufs Rad und ab nach Frankfurt an der Oder. Ich denke mir, dass ich noch einen kleinen Umweg über Eisenhüttenstadt mache, warum auch nicht.
Irgendwo auf einem Radweg im Wald an einem Fluss treffe ich dann Timo aus Flensburg, meinen Zimmerkollegen aus Leipzig. Er sitzt auf einer Bank und telefoniert. Ich warte kurz, bis er fertig ist und dann fahren wir etwas gemeinsam weiter. Er will auch zur Sternfahrt, nimmt aber einen etwas direkteren Weg nach Berlin, also trennen sich unsere Wege kurz darauf auch wieder.

Sonst ist eher nichts passiert, zumindest habe ich außer diesem Haus kein einziges Bild mehr auf meinem Smartphone gefunden. Und das habe ich auch nur aufgenommen, weil es in die Kategorie „I can see faces“ gehört, wenn man einmal diese Dachgeschoss-Fenster als Augen, die Satelliten-Schüssel als Nase und das Fenster im Erdgeschoss als Mund identifiziert hat, kann man gar nicht mehr etwas anderes sehen.

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