Frankfurt (O) – Wannsee

achja, genau mein Humor: so ein Kopfsteinpflaster verlegen (das liegt vielleicht auch schon seit dem Mittelalter dort) und sich dann über den Lärm aufregen.
Also einfach Tempo-30 anordnen und hoffen, dass es dann wenigstens etwas leiser wird.

Trotzdem ist es beschissen, auf solchem Kopfsteinpflaster zu fahren. Zumindest empfinde ich das so. Blöderweise hat jedes zweite Dorf hier im Osten noch Straßen mit solchem Belag (und manche dieser ach-so-tollen Radrouten ebenfalls).
Was hingegen viel besser ist: Tempo-30 anordnen, weil nach der Kurve ein Kindergarten/Schule kommt. Einfach so, jeden Werktag ist dort tagsüber Tempo-30. In Stuttgart traut sich das niemand. Dort haben sie lediglich mal Tempo-30 auf der Protz-Meile nach 22 Uhr angeordnet, damit die getunten Mist-Karren nicht so laut sind. Hilft nicht viel, weil die Fahrer trotzdem, wie so Hirnamputierte, jetzt eben bis knapp 40 beschleunigen oder halt vor den Blitzern wieder rechtzeitig aufhören.

Auch so eine Initiative habe ich in Stuttgart noch nie gesehen. Hier in Brandenburg plakatiert die AGFK offenbar zwei verschiedene Motive zum Schutz der Radfahrer: eine Erinnerung an den Schulterblick beim Abbiegen und an genügend Abstand beim Überholen.

Und bei dem Thema Werbung bleibe ich gleich noch. Nach der „noch zu haben“-Werbung vor ein paar Tagen sehe ich jetzt so eine Bundeswehr-Werbung. Frauen hätten als Chefin das letzte Wort. Sonderbar, dass gerade beim Wort „Chefin“ ausgerechnet ein Klebefehler passiert ist und das Wort ziemlich verrutscht ist – in echt sah es noch schlechter aus, als auf diesem kleinen Bild.
Für mich gilt ja nur bundeswehr.lol – ein wahrlich sinnvoller Einsatz dieser TopLevelDomain!

Und was mich echt auch noch stört: diese nervigen, benutzungspflichtigen Radwege hier überall. Es macht den EIndruck, dass die lokalen Verkehrsplaner um jeden Preis die Devise „Freie Fahrt für Autos“ umsetzen wollten. Die Radwege sind hier meist großer Mist, voller Baumwurzeln, Ästen (am Boden und auf Kopfhöhe), Schlaglöchern, etc. Und weil man keine zwei Radwege baute, wurde der eine (viel zu enge) eben auch immer als Zweirichtungsradweg definiert.
Es macht keinen Spaß, darauf zu fahren und ich habe über große Strecken diesen Mist auch ignoriert. Dann musste ich mir natürlich Hupen gefallen lassen und manche Autofahrer brüllten auch aus ihren Fenstern raus. Dass keiner angehalten hat, um mich „mal ordentlich zu belehren“ wundert mich immer noch; ein Polizei-Auto habe ich nicht gesehen.

Eigentlich wollte ich ja in Potsdam bleiben und dann am nächsten Tag bei der „Frieden geht“ Demonstration teilnehmen. Allerdings waren alle Hostels und Jugendherbergen in Potsdam ausgebucht, also machte ich mich weiter auf den Weg nach Wannsee zur nächsten Jugendherberge, die noch Betten frei hatte.
Allerdings habe ich es nicht ganz geschafft. Etwa 5km vor dem Ziel kam ein Schauer runter und ich saß eine halbe Stunde in der Bushaltestelle.

Und dann, zwei Kilometer vor dem Ziel ging es richtig ab. Auf der Straße stand 15cm hoch Wasser und die Autos veranstalteten beim Durchfahren ein interessantes Wasserspiel. Es hörte nicht auf und eine Stunde später entschied ich mich dazu, die Schuhe aus- und die Regenklamotten anzuziehen und die letzten zwei Kilometer doch noch hinter mich zu bringen.

Am nächsten Tag schaute ich mir nur mal kurz die Autobahn an, auf der ich am Sonntag bei der Sternfahrt fahren werde.

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