Wellsford – Helensville

als ich angekommen bin, lernen wir uns erst mal etwas kennen. Claire, die mich eingeladen hat, ist eigentlich Kanadierin, mit ihrem französischen Akzent natürlich aus Quebec und ihr Partner Kevin wohnen in diesem Haus, das – für mich recht ungewöhnlich – erst von ein paar Jahren hierher transportiert wurde. Es wurde ein paar Kilometer weiter unten an der Straße gebaut, aber da sie hier das Land haben, haben sie das Haus eben hierher bringen lassen. In Neuseeland sei das scheinbar üblich.
Die Renovierungen sind bereits soweit, dass sogar ein Gästezimmer zur Verfügung steht, das ich gerne nutzen kann. Das mache ich gerne, um mir das Zelt auf- und abbauen zu ersparen. Ich werde noch zum Abendessen eingeladen und wir unterhalten uns noch gut, bis wir „The Mountain between us“ anschauen.

Am nächsten Morgen wird mir angeboten, dass ich mit dem Auto mitgenommen werden kann. Das lehne ich zwar ab, aber dann heißt es, dass es wirklich kein Aufwand ist und die Straße echt gefährlich ist. Also sage ich halt zu, dass ich für 15km bis zu meiner Abzweigung mitfahre.
Dann fahre ich wieder selber über solche Strecken.

Ich treffe auf der Strecke Josef aus England von „The one good Road“ und wir fahren zusammen weiter.
Auf dem Bild ist er links im Hintergrund, ich habe es aber für meinen CargoBikesWorldWide-Twitter aufgenommen. Recht selten, solche Lastenräder hier. In einem Geschäft in Auckland habe ich zwar ein paar gesehen, sogar ein Rapid von der Radkutsche, aber der Verkäufer meinte, dass das hier nur sehr, sehr langsam kommt. Bis jetzt kennt er noch jede/n einzelne/n LastenradfahrerIn hier in Auckland. (so war das in Stuttgart bis vor zwei Jahren auch noch)

Josef filmt seine Reise und fragt mich, ob ich nicht mal sein „Kamerastativ“ sein will. Kein Problem und an dieser Stelle frage ich ihn, ob das wohl eine gute Stelle für seine Filme sei.
Ja, sie gefällt ihm auch, also kurze Pause und das „Drehbuch“ besprechen. Ich nutze die Zeit, um mal mein Rad vor der Landschaft zu fotografieren.

Der Vorteil an Schotterstraßen ist ja, dass man auf dem schmelzenden Asphalt nicht kleben bleibt. Es wundert mich zwar, weil es hier nicht besonders heiß ist, heute so gemütliche 25°C. Aber die Sonneneinstrahlung hier am Ozonloch scheint wohl doch eine andere zu sein, als ich es gewohnt bin.

Er teilt mir auch mal mit, dass mein Hinterrad ziemlich eiert. Dass bei meinem neuen Rad etwa 2/3 aller Speichen im Hinterrad locker sind, war mir schon klar. Aber ich hoffte, dass es noch bis Auckland hält und ich es beim Service richten lassen kann. An den Speichen rumschrauben, ohne einen Zentrierständer zu haben, wird vermutlich keine guten Ergebnisse bringen. Aber es wird scheinbar im Laufe des heutigen Tages immer schlimmer (er hat mir in einer Pause sogar mal eine sehr lockere Speiche angezogen).
Als Übernachtungsplatz kennt Josef die Fischer, die uns eigentlich übersetzen sollten. Deren Boot ist allerdings gerade kaputt, und sie bieten Radfahrern an, sie mit dem Auto zu fahren. Das wusste ich gar nicht, da ich mit ihnen nicht telefoniert habe. Daher fahre ich ja auch diesen Umweg hier. Josef klärt das mit dem Übernachten mit meinem Telefon ab (er hat kaum noch Minuten übrig) und dann kommen wir dort an. Ich beschließe, die Speichen in meinem Hinterrad doch mal soweit anzuziehen, dass ich wenigstens problemlos weiterfahren kann (der Reifen streifte teilweise schon am Rahmen), auch wenn ich dadurch einen schlimmeren Achter/Höhenschlag riskiere.
Inzwischen frage ich mich, ob MTB bei Specialized für Maintenance Bike (also Wartungs-Rad) steht. Bei einem 12 Tage alten Rad würde ich sowas alles ja nicht erwarten.

Wir bauen unsere Zelte auf und quatschen übers Radfahren. Auch er war im Sommer in Kanada, wo ihm jedoch nach 200km das Rad in einer Pause überfahren wurde.
Gegen zehn Uhr abends kommen die Fischer wieder, mit zwei kanadischen Radlern (ebenfalls aus Quebec und kaum englisch sprechend). Wir werden noch zum Tee eingeladen und reden noch ein bisschen. Dann muss Rod seine Predigt für morgen schreiben, Cheryl meint, dass wir gerne zur Kirche mitkommen können. Das lehnen wir aber alle ab, wir wollen weiterfahren.

Achja, ich habe auch mal probiert, ein Video von meinem Hinterrad zu machen (keine Ahnung, ob das mit dem Video hier funktioniert).

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