so viele Gedanken

diese Betroffenheit, wenn man an einer Unfallstelle auf der Autobahn im Stau steht. Zuerst ist es ja nur Ärger. Weil man ja eigentlich etwas ganz anderes im Kopf hat, als sinnlos seine Zeit im Stau zu verbringen. Wenn sich auch nach langer Zeit überhaupt nichts bewegt, verlässt man schon mal das Auto und schaut, was denn los ist.
Wenn just in diesem Moment noch der Rettungshubschrauber landet und einen offensichtlich fast toten Motorradfahrer einlädt, so führt das schon zu einer gewissen Beklommenheit. Man überlegt, ob irgendjemand von seinen Bekannten das sein könnte.
Wenn man dann im Vorbeigehen im Gespräch der Polizisten mitbekommt, dass der Motorradfahrer wohl ziemlich unschuldig war
Wenn man des Weiteren mitbekommt, dass die unfallverursachenden Autos flüchtig sind
Wenn man außerdem im Hinterkopf hat, dass man selbst auch täglich viel unterwegs ist und sich etwas ängstlich überlegt, ob man auch mal in eine solche Situation kommt

Dazu kommt noch, dass ich dann genau am selben Abend auf der Autobahn von einem Motorrad „verfolgt“ wurde. Die Bilder vom Wrack, dem fassungslosen Mitfahrer, dem kaputten Helm, den Schuhen, den Spuren im Asphalt und dem Hubschrauber immer noch ganz frisch im Gedächtnis.
Dieser Motorradfahrer hat sich offensichtlich mich als „Wegfreimacher“ ausgesucht. Habe ich jetzt eine Verantwortung für diesen Motorradfahrer hinter mir? Muss oder sollte ich meinen Fahrstil an ihn anpassen? Sollte ich besser vor ihm bleiben, oder darf ich wegfahren?

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