Trois-Rivière – St. Michel-de-Bellechasse

im Hostel frühstücke ich noch gemütlich, bevor ich mich dann langsam auf den Weg mache. Aus Trois-Riviere geht es einfacher raus, als gedacht. Ich wundere mich noch, dass ich keine Brücke sehe, das liegt aber daran, dass ich einfach noch um die Ecke fahren musste.

Heute wieder Wind, aber wenn ich nach rechts um die genannte Ecke fahren werde, dann kommt er von hinten! Endlich! Dazu superblauer Himmel, kaum Wolken und gemütliche 22°C. Das könnte ein guter Tag werden!

Angetrieben vom Wind überhole ich ziemlich viele Alltagsradler. Kaum gibt es eine Rad-Infrastruktur (die Route Verde, wie schon mal angesprochen), schon gibt es Radfahrer – eine Erkenntnis, die sich leider in vielen Köpfen noch durchsetzen muss….
Trotz vollgepacktem Touren-Rad überhole ich heute einige, werde aber auch von einigen Rennradlern überholt. Norman, der in seiner Rente jeden Tag 100-140km radelt, gibt mir einen Tipp, wie ich geschickt um eine Baustelle herumfahren kann und zieht mich dann auch über diese Umleitung. Er ist recht fix unterwegs, auf jeden Fall über meiner Reisegeschwindigkeit; im Windschatten geht das ganz gut, zumindest solange es eben ist. An den Hügeln will ich ihn einfach weiterziehen lassen. Er kennt aber kein Erbarmen und wartet immer wieder auf mich. Meine Oberschenkel brennen schon – und irgendwann meint er dann, dass er in 3,5km abbiegen muss, ich aber geradeaus weiter fahren soll. Endlich! ;~)
Er entschuldigt sich noch für sein schlechtes Englisch, was aber kein großes Problem in unserer Kommunikation ist und wünscht mir eine weitere gute Reise.

Es geht weiter an solchen Häuschen vorbei, die ich – ohne architektonisches Wissen zu besitzen – als „Südstaaten-Stil“ bezeichnen würde. Obwohl das hier vermutlich alles etwas älter als in den US-Südstaaten ist. In den Orten hier in Quebec wird über das 150-jährige Jubiläum von Kanada eher gelacht. In einer Ortschaft wurde etwas mit 350 Jahre gefeiert (wenn ich die französischen Werbeschilder richtig interpretiert habe).

Dass hier alles etwas älter ist, kann man aber auf jeden Fall überall sehen. Wie in Europa auch, gibt es hier überall Kirchen, was im Rest von Kanada eher selten der Fall war.

Dann auch wieder ein Fahrrad-Stop. Aber es war nicht viel mehr als ein Parkplatz, also bin ich schnell weiter gefahren.

Immer an diesem St. Laurenz-Fluss entlang, der hier im Hintergrund (nicht) zu sehen ist. Es fährt sich hier ganz gut, manchmal habe ich das Gefühl, wieder in den „Prairies“ zu sein, so flach ist es hier.

Bis kurz vor Quebec-City. Da habe ich eher das Gefühl, in der Nähe von Stuttgart zu sein. Hügelige Landschaft und größere Wohnhäuser, die schon von weitem zu sehen sind. Das könnte auch Gerlingen oder Ludwigsburg sein.

Da es noch recht früh ist (Danke, Rückenwind!) entschließe ich mich dagegen, in der Stadt zu bleiben und noch ein paar weitere Kilometer zu machen. Der Radweg geht allerdings auf der anderen Seite des Flusses weiter – über diese Brücke (die einzige) möchte ich aber nicht fahren, das sieht etwas stressig aus. Also durch die komplette Stadt durch zur Fähre.

Die fährt ständig, ich muss nur kurz warten. Als sie anlegt kommen ähnlich viele Menschen, wie auf dem obigen Bild zu sehen sind, auf Fahrrädern raus. Allerdings geht das viel schneller, leiser und Schadstoff-ärmer von statten!

Dann bin ich – mal wieder – „on a boat“! Es sind nur wenige Minuten, reicht aber für ein Selfie aus.

Ich nehme auf der anderen Seite die Fahrt wieder auf. Es ist schwer zu glauben, dass dieses Gewässer, an dem ich entlang fahre, wirklich ein Fluss und kein See ist, so groß wie es ist.

Auf der anderen Seite gibt es leider nur noch ein paar kleinere Ortschaften ohne Supermarkt. Daher gehe ich heute mal wieder essen. Dank Rückenwind brauche ich zwar nicht allzuviel, das war dann aber doch bisschen wenig. An einem kleinen Kiosk hole ich mir noch eine Packung Schoko-Kekse und eine Dose Bier, bevor ich an einem Zeltplatz ankomme, den ich wieder mal schwarz in cash bezahle.

In Summe waren es heute 170km, damit bin ich ganz zufrieden. Morgen soll es wohl nochmal so gutes Wetter werden. Yeah!

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