Port Hood – Chéticamp

es war wohl eine recht gute Idee, in der Hütte zu übernachten, denn in der Nacht hat es (mal wieder) geregnet. Beim Aufräumen meines ganzen Mülls fällt mir die Bierdose auf, die etwas seltsam aussieht. Es stellt sich heraus, dass man den „Aufdruck“ zum besseren Recyclen entfernen kann und dann nur noch die blanke Dose hat – wenn man danach jedoch alles in einen Mülleimer schmeißt, ist das vielleicht gar nicht mehr so nützlich.

Irgendwie komme ich heute auch wieder nicht richtig los. Aber als ich um 10:25 vor dem lokalen Supermarkt stehe, ist es gerade richtig so, der macht sonntags nämlich erst um 10:30 auf. Es wartet noch ein anderer Reiseradler davor. Er fährt jedoch die andere Richtung und als sich herausstellt, dass er aus Spanien, bzw. bei Barcelona kommt, fallen mir natürlich gleich die Nachrichten zur Unabhängigkeitswahl ein. Darüber will er aber nicht reden. Das kann ich verstehen, ich hatte ja auch wenig Lust über die BTW17 zu reden.

Der Laden macht dann pünktlich auf, aber es gibt keine Bananen!
Ansonsten fällt mir auch nichts anderes ein, was ich kaufen könnte. Ich nehme halt noch ein Bananenbrot mit, damit ich wenigstens irgendwas habe und hoffe auf weitere Märkte, die offen und Bananen haben.

Und so geht der Tag weiter. Aus dem Ort heraus komme ich laut Karte über diese Straße. Die hört aber einfach so auf. Hinter dem Wall auf der rechten Seite ist die Straße, die ich weiter fahren will. Und bevor ich zurück fahre, schiebe ich das Rad halt die paar Meter durch die Wiese, wie es offenbar auch schon andere gemacht haben.

Es ist ein wildes Auf-und-Ab, die ganze Zeit. Ich kann, wie bereits gestern (oder wie bereits jeden Tag hier in Nova Scotia), keinen Kilometer eben fahren, ständig ist da irgendein (meist steiler) Hügel, der mich nie in eine „Routine“ kommen lässt. Mit so einem Rennrad ohne Gepäck wäre das bestimmt ein tolles Fahren, weil man mit etwas Schwung und dann noch zwei/drei Tritten im Stehen da ruck-zuck drüber gefahren ist. Das schwere Tourenrad macht dabei aber nicht mit. Der Schwung reicht nur für wenige Meter und wenn ich mich dann noch kurz im Stehen trete, dann habe ich den Hügel immer noch lange nicht geschafft. Also wieder hinsetzen, einen sehr niedrigen Gang rein und langsam hochtreten. Und das ständig.

In Zusammenhang mit dem Muskelkater von gestern (der erste auf der ganzen Tour) und den anfangs wieder schlechten Straßen ist meine Motivation schnell wieder aufgebraucht. Nach etwa 100km komme ich am Nationalpark „Cape Breton Highlands“ an. Der lokale Supermarkt hat sonntags zu und ich habe echt keine Lust mehr. Eigentlich wollte ich noch 35km weiter fahren, allerdings kommt da noch ein großer Berg mit einem Anstieg von über 400m.
Das lasse ich heute sein, ich gebe sozusagen auf. Dieses Terrain hat mich in den letzten Tagen fertig gemacht.

Für die Nacht ist auch wieder Regen angekündigt und ich schaffe es nicht, in den steinigen Boden im Nationalpark-Zeltplatz die Heringe einzuschlagen. Ich hoffe nur, dass es nicht all zu viel Regen wird und das Zelt auch ohne Spannung und unter ein paar Bäumen dem Regen standhalten wird.
Morgen gibts dann Berge, ich muss mindestens zweimal vom Wasser aus auf über 400m radeln, dazu vermutlich noch weitere kleinere Hügel. Ich hoffe nur noch, dass irgendwelche Supermärkte offen sind, damit ich auch etwas zum Essen für zwischendurch habe. Die letzte Hälfte des Bananenbrot von heute früh hatte ich eben noch als Abendbrot.

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