Taumarunui – Whangamomona

da ich die Tour Aotearoa nicht mehr weiterfahren wollte/konnte, muss ich mich jetzt eben selbst entscheiden, wo lang ich fahren will. Heute ist das nicht sehr schwierig, es gibt einen „Forgotten World“ Highway.

Der ist so forgotten, dass es dort nicht mal eine Tankstelle für die nächsten 150km gibt. Das ist mir zwar egal, da ich mit diesem Mountain-Bike jedoch keine 150km am Tag schaffe (erst recht nicht, nachdem ich heute mal wieder erst nach Mittag losgefahren bin), muss ich wohl noch an etwas zum Essen für heute Abend und morgen denken.

Ziemlich am Anfang komme ich an diesem Erdrutsch vorbei, im weiteren Verlauf kommen da noch ein paar. Ich bin kein Straßenbauer und kann daher nicht sagen, ob diese Straße einfach schlecht gemacht wurde, oder ob man hier einfach nix gegen die Mächte der Natur machen kann.

Etwas später dann eine solche Geröll-Wand. Auch hier ist, ähnlich wie damals in Kanada, ziemlich viel Gestein runter gekommen, als ich dran vorbei gefahren bin. Eigentlich hat es die ganze Zeit leicht „gerieselt“ und links und rechts der Straße lagen Steine in allen Größen rum. Erwischt hat mich keiner.

Da gefällt es mir im Wald doch deutlich besser, mal ganz abgesehen vom Schatten dort. Den ganzen Tag haben mir nur eine Handvoll Autos überholt, es ist wirklich sehr einsam dort. Irgendwo mittendrin habe ich dann mal einen Fußgänger überholt. Keinen Wanderer mit Rucksack, sondern einfach ein ganz normaler Typ mit Shorts und T-Shirt. Was der dort machte kann ich mir nicht erklären.

Die Landschaft wird etwas „rauher“, die Berge etwas steiler und insgesamt „welliger“.

An diesem Fluss soll wohl eine früher Siedler inkl. seiner Frau begraben sein. Das Edelstahl-Kreuz soll man angeblich von dieser Brücke aus sehen können (für die Faulen, die dort nicht hinlaufen wollen). Ich sehe nix, kann aber auch sein, dass ich einfach in die falsche Richtung geschaut habe. Ist jetzt aber auch nicht so schlimm, ein Kreuz habe ich tatsächlich schon mal gesehen (sogar täglich ein paar, die hier so an den Straßen rumstehen).

Dann mal was neues: ein Tunnel! 200m lang und innen pechschwarz ich habe wirklich keinen Meter weit gesehen. Nur das Licht am anderen Ende führte mich durch (weil ich zu faul war, die Lampe aus dem Gepäck zu fischen). Glücklicherweise bin ich auch nicht an den Seiten hängen geblieben. Ab und zu fährt wohl mal einer der großen dreistöckigen Tiertransporte (ich vermute mit Schafen) hier lang, daher wurde der Boden vor ein paar Jahren etwas weiter ausgehoben. Was ich gemacht hätte, wenn in der Situation ein solcher LKW mir entgegen gekommen wäre? Auf jeden Fall mal blöd geschaut und vielleicht probiert, schnell umzudrehen….

An dem Campingplatz bin ich noch weiter gefahren, auch die Geschichte über „Ghost Towns“ hat mich hier nicht groß interessiert.

Am nächsten Sattel gibt es wieder eine Aussicht auf die Vulkan-geformte Landschaft ringsherum.

Bei dem Bild dachte ich mir, dass ich das mit der Baumgrenze etwas anders kenne. Ab einer bestimmten Höhe sind keine Bäume mehr, hier ist bis dahin alles abgeholzt und darüber wachsen sie wieder.

Dann komme ich in der Republik Wangamomona an. Außer einem Hotel gibt’s dort nicht viel, es hat 30 Einwohner und einen Zeltplatz. Ich stelle mir lieblos mein Abendessen hin und fühle mich dabei schon fast wie in Stuttgart, dabei beobachte ich die Ponys, die auf dem Zeltplatz grasen. Es ist noch ein zweiter Radler hier, die für den „Wettkampf“ der Tour Aotearoa trainiert. Im Februar geht es für ihn los, wir trinken noch ein Bier im Hotel, dann legt er sich in sein Biwak und schläft.

Die Neuseeländer sind alle sehr überrascht darüber, wie viel Gepäck ich dabei habe. In Kanada war das noch anders, da wunderten sich alle, wie wenig es ist. Hier haben sie meist nur eine Rahmentasche, eine größere Tasche am Lenker und noch eine an der Sattelstütze – das wars schon. Keinen Gepäckträger, keinen Komfort. Wenn ich mir dieses Biwak anschaute, was nicht viel mehr als ein wasserdichter Schlafsack ist, der einfach mitten auf der Wiese liegt, bin ich schon ganz froh, über den „Luxus“ meines Zeltes.

Für morgen brauche ich mir auch keine Gedanken über die Weiterfahrt machen, denn der Forgotten World Highway geht noch 90km weiter.

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