in Wellington

für Wellington habe ich mir ein paar Tage Ruhe genehmigt. Muss ja auch mal sein, Urlaub vom Urlaub.
Ich schaue mir kurz das Parlament an, das aber – dank Commonwealth – so aussieht, wie in Kanada oder Australien. Zu weiteren Diskussionen (angeblich sollen ihre Wahl so ablaufen, wie die deutsche, nur halt ohne die Alternative für Dummköpfe) blieb aber keine Zeit. Arg viel mehr konnte ich am Montag auch gar nicht machen, weil hier wieder ein lokaler Feiertag ist, Wellington Day und daher alles zu ist. Irgendwie scheint mir das überproportional häufig zu passieren.

Beim Rumfahren bin ich noch zufällig an der deutschen Botschaft vorbei gekommen. Ein Betonklotz, direkt an einer sechsspurigen Straße. Man muss scheinbar seinem Image gerecht werden.

Mit dem CableCar konnte ich nicht fahren, da gerade ein Kreuzfahrtschiff vor der Stadt angelegt hat und daher hunderte zusätzliche Touristen in der Stadt sind. Gut zu erkennen an den Bändeln, die sie um den Hals tragen, wie so Kindergarten-Kinder: „Ich gehörte zur Marienkäfer-Gruppe des St. Martin-Kindergarten“.

Das goldene Nilpferd.

Und natürlich wieder mein Lieblingsthema: Fahrrad.
An jeder Ampel gibt es ganz vorne eine weitere Haltelinie für Radfahrer, nicht im aggressiven rot, sondern in grün. Dazu ist darauf immer eine kleine Markierung angebracht, wo ein RadfahrerIn am besten zu stehen und zu fahren hat. Das gibt den RadfahrerInnen Selbstvertrauen, mehr in der Mitte der Spur zu fahren und erinnert die AutofahrerInnen an jeder einzelnen Ampel daran, wo sie RadfahrerInnen zu akzeptieren haben. Ich finde das eine sehr gute Lösung, die quasi umsonst zu haben ist. (zumindest interpretiere ich das so)

Dann habe ich noch diese Plakate der Stadt Wellington gesehen, die aktiv für das Nutzen von Fahrrädern werben, dazu gehört eine ganze Website. Wenn ich mir das anschaue und mit Stuttgart vergleiche (da gibt es ja eher nichts), werde ich ganz neidisch und verstehe, wieso Wellington immer wieder in den Listen der „Lebenswerten Städte“ weit oben auftaucht.

Und wer jetzt sagt, dass man in Stuttgart ja wegen der Berge nicht Radfahren kann, soll sich einfach mal Wellington anschauen. Dort gibt es auch Berge, die nur manchmal mit Serpentinen umgangen werden, manchmal jedoch mit supersteilen Straßen.

Ob diese Werbekampagne auch dazu gehörte, oder einfach nur so das Radfahren feiert, kann ich gar nicht sagen.

Die Radstellplätze haben auch gerne mal gestrickte (?) Füße bekommen.

Und es gibt hier einen „Moon Bike Ride“. Schade, dass ich bis dahin schon wieder weg sein werde und es keine vernünftige Möglichkeit gibt, spontan wieder zurück zu fahren. Von Zügen habe ich hier noch nicht viel mitbekommen.

Vor dem Nationalmuseum Te Papa gibt es sogar eine Abstellflächer für diese Scooter/Kickboards.
Und drinnen kann man sich u.a. eine Ausstellung über die neuseeländische Beteiligung am ersten Weltkrieg anschauen oder – was hier ein großes Thema ist – über die einheimische Tier- und Pflanzenwelt, welche Arten von Menschen eingeschleppt wurden und welche Auswirkungen sie haben. Mit diesem „Ejaculation Helmet“ wollte man diese Vogelart vom Aussterben retten, die aus unbekannten Gründen, gerne Menschen angegriffen hat. Hat aber nicht funktioniert.

Direkt am Hafen ist noch dieser kleine Sprungturm aufgebaut. Einfach so, ohne Zaun oder Bademeister, nur dass die kleinen und größeren Kinder im Sommer Spaß haben können. Irgendwie schlecht vorstellbar im regelwütigen Deutschland.

Zu den Bergen in Wellington: hier bin ich mal zum botanischen Garten gefahren um ein Konzert der „Magic Gardens“ Reihe anzuschauen. Während in Deutschland in den Ferien das öffentliche Leben quasi zum Erliegen kommt, drehen die hier richtig auf. In jeder größeren Stadt gibt es eine Art Sommerfestival, bei dem mehr oder weniger täglich etwas geboten ist.

Was die Stadt auch fördert: eine offene Radwerkstadt, betrieben von Freiwilligen. Günstige Maßnahme mit großer Auswirkung.

Ja, sonst fahre ich halt bisschen planlos kreuz und quer durch die Stadt und genieße das Leben am Wasser, bis es mit der Fähre auf die Südinsel geht. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.