Owaka – Milton

nach dem Regen ist inzwischen alles wieder getrocknet.

Allerdings habe ich, als ich meine Unordnung gesehen habe, spontan keine Lust gehabt, das alles sofort aufzuräumen und einzupacken. Daher entschied ich mich dafür, spontan einen Ruhetag einzulegen. Das Hostel ist ein ehemaliges Krankenhaus und hat scheinbar die original-Betten übernommen. Es ist schon eine Weile her, dass ich in so einem Bett gelegen bin und diesmal bin ich sogar freiwillig hier.

Ich habe mir einen denkbar ungünstigen Ort für einen Pausentag ausgesucht. Die größte Attraktion hier ist noch diese Ansammlung von Teekannen. Neben der Hauptstraße gibt es kaum nennenswerte Straßen, zwei Cafes und einen Supermarkt.
Aber ich beschäftige mich hauptsächlich mit Computer-Kram, u.a. habe ich auch noch ein zusätzliches Gepäckstück für meinen Flug nach Australien gebucht. Somit ist es wenigstens mal klar, dass ich das Rad dorthin mitnehme. Ob ich von Brisbane aus nach Norden oder Süden fahre, weiß ich allerdings noch nicht.

In diesem Raum, mit dem großen Generator können wir die Räder unterstellen. Es riecht natürlich nach Sprit und Öl. Neben dem Rad von Colin und mir stehen noch zwei weitere rum, ich konnte aber nicht rausfinden, wem sie gehören. Am Pausentag haben sich auch noch Collien und Omar hier eingefunden. Die drei wollen morgen früh so gegen acht Uhr losfahren. Das passt mir halt gar nicht – um die Uhrzeit geht vielleicht mein Wecker, aber losfahr-bereit bin ich deshalb noch lange nicht.

Kurz vor elf ist es dann soweit, ich habe alle Schwätzchen beendet und fahre zum Supermarkt, um noch Bananen für die Fahrt zu kaufen. Gegenüber treffe ich noch einen Reiseradler aus Seattle, USA. Er hat sich eine etwas stressige Route mit 110km pro Tag ausgesucht und meint, dass das wohl etwas viel war, aber er nun eben keine Wahl mehr hat.
Ich kann es verstehen, auf meinem Plan stehen heute nur 70km. Das Wetter ist auch wieder tiptop!

Allerdings ist die Aussicht nicht so beeindruckend, wie ich sie hier schon hatte. Es sind halt Hügel mit ein paar Bäumen, hier und da mal ein Fluss. Nicht schlecht, ja – aber kein Vergleich zu den Vulkanen, Southern Alps, Regenwäldern, etc. Vielleicht einfach zu unspektakulär, zu sehr „gewohnt“.

Bei diesem Schild wird vermutlich jede/r wieder zum Vierjährigen (hihi, Kaka!).

Und hierfür habe ich mir einen Til-Schweiger-Filmtitel ausgedacht: Keine-Sonne-Allee. Gut, ey?

Diese Vollbeton-Brücke rief sofort Assoziationen zu den Prunk- und Protz-Bauten im Ostblock hervor. Dort könnte ich mir eine solche Brücke gut vorstellen, hier passte sie nicht so ganz hin. Es war auch die erste in dieser Art, die ich hier gesehen habe.

In Kaitangata gab es direkt neben der Straße eine kleine BMX-Strecke. Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen und bin gleich mal abgebogen. Ein bisschen Spaß muss ja schließlich sein!
Das vollbepackte Rad ist nicht gerade gemacht dafür, über diese Buckel und durch die Steilkurven gefahren zu werden. Aber darum ging es ja auch erstmal nicht – es war ja niemand anderes vor Ort, mit dem/der ich ein Rennen machen „musste“. Nur gegenüber der Straße waren ein paar Arbeiter auf einem Gerüst, die mir bei meiner zweiten, etwas schnelleren Runde etwas Applaus spendiert haben. Verwunderlicherweise gab es bei diesem Track noch gar kein Strava-Segment, als habe ich mal eines angelegt. Und dann kam die Überraschung: es gab noch niemanden, der/die schneller diese Strecke gefahren ist bzw. sie schneller aufgezeichnet hat, als ich! KOM – King of Mountains, BÄM. (es gab bisher nur vier, die dort gefahren sind)

Dreieinhalb Stunden später war ich dann am Ziel und ich glaube, dass mir klar geworden ist, dass ich zurück zu der Strecke fahren werde, die wir mit dem Flugzeug überflogen haben. Zumindest einen der beiden Tage, inklusive des Haast Passes, will ich auf jeden Fall noch fahren. Aufgrund des recht dünnen Straßennetzes hier wird das eine Strecke beinhalten, die ich hin und wieder zurück fahren muss. Der Vorteil daran: ich kann den Großteil meines Gepäcks am Start lagern, dann mit einer Zahnbürste, Geldbeutel und wenigen Wechselklamotten über die Berge fahren und am nächsten Tag wieder so leicht (bzw. kaum) bepackt zurück. Yeah!
Das soll zwar noch anstrengender sein, als die Crown Range vor Queenstown, aber ohne Gepäck ist das ja quasi ein Kinderspiel.

Relive ‚Owaka – Milton‘

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