Ranfurly – Alexandra

so langsam würde ich schon mal wieder gerne eine längere Tour fahren. Ich habe zwar überhaupt keine Eile, aber mal wieder über 100km zu machen hätte schon was. Vor allem, wenn ich bedenke, dass ich in Kanada problemlos ca. 900km pro Woche geradelt bin und ich hier gerade mal auf 400-500km komme.
Diese „Refreshment Rooms“ habe ich nicht ausprobiert. Das Erlebnis mit dem FKK-Club, der sich als „Naturalisten-Club“ getarnt hat, sitzt mir noch ein bisschen in den Knochen. Ich lasse meine Finger lieber noch ein bisschen von unbekannten Institutionen, ohne vorher besser zu recherchieren.

Auch solche Kriegsmaschinerie lasse ich links liegen. Was das in einem Garten von einer Kunstgalerie zu suchen hat, erschließt sich mir auch nicht.

Also zurück auf den Trail. Es geht noch etwa 15km leicht nach oben, bevor es den Rest eher abwärts gehen wird.

In Ranfurly steht auch ein Planetarium und auf dem Railtrail wurden die Planeten aufgebaut, sogar in beide Richtungen. Merkur ist noch recht klein, es ist gerade mal ein Loch in dieser Metall-Scheibe.

Die Erde ist dann schon fast Kopf-groß und es gibt auf der anderen Seite des Weges sogar noch den Mond und eine Scheibe, auf der wohl zu bestimmten Zeiten eine Mondfinsternis beobachtet werden kann.

Saturn ist mit seinen Ringen natürlich um einiges beeindruckender.

Eine willkommene Abwechslung zum Gerüttel auf dem Schotterweg.

Dann komme ich bei „Hayes Engineering“ vorbei. Es wahr scheinbar ein großer Erfinder, dessen Frau damals schon mit dem Rad die Farmen in der Umgebung abgefahren ist, um die Erfindungen und Werkzeuge ihres Mannes zu verkaufen. Dafür hat er ihr ein Haus mit allen Annehmlichkeiten der damaligen Zeit erbaut.
Das hört sich für mich ein bisschen nach der Bosch-Geschichte in Deutschland an, auch er ist damals mit dem Rad durch die Stadt gefahren und seine Villa in Stuttgart war auf einem sehr fortgeschrittenen Stand der Technik.

Anstatt für die Technik habe ich mich aber eher für die Kuchen im Cafe interessiert. ;~)

Das „Schloss“ am Gartentor war dann aber doch recht interessant und als ich wenige Meter weiter gefahren bin, wurde mir von den Gästen laut hinterher geschrien. Ich dachte mir schon, was jetzt wohl wieder los ist und drehe um. Sie haben eine Kreditkarte einer Laura gefunden, und wollen wissen, ob es wohl meine ist. Nein, aber danke – und ich starte nochmal zur weiteren Tour.
Diese Brücken sind auch alle miserabel zu fahren. Die Eisenbahn-Schwellen wurden beibehalten und eher schlecht versucht, die Lücken dazwischen mit anderem Holz zu schließen. Das hat nicht funktioniert und es ruckelte schlimmer, als auf dem Schotter. Dazu noch die ganzen großen Nägel, die einfach drin gelassen wurden.

Es gibt auch „German Hill Diggings“.

Und, wie immer, ein Berg, der neben einem Tal verläuft – und der Weg ist natürlich auf dem Berg.

Es gab sogar zwei Tunnel auf dem Weg. Trotz Licht habe ich dort aber nichts gesehen. Nach dem superhellen Sonnenlicht brauchten meine Augen einfach eine Weile, bis sie sich an das Dunkel gewöhnt haben.

Die Alternative neben dem Tunnel wäre dieses tiefe Tal gewesen.

Diese Kuh hat mich dann auch mal kurz ausgebremst. Normalerweise sind die neben dem Weg und mit einem Zaun von mir getrennt. Jetzt weiß ich nicht, was ich hier machen soll. Ich habe geklingelt, aber es hat nichts genutzt. Also habe ich mich einfach langsam angepirscht, um das Viech nicht zu erschrecken und dann einfach langsam mit ordentlich Respekt daran vorbei gelaufen.

Danach konnte ich wieder normal weiter fahren.

Die Aussicht hier ist schon toll, aber das Gerüttel auf dem Schotter macht mich echt fertig. Dazu kommt auch wieder Gegenwind auf.

In Omakau, nach etwa 60km, genehmige ich mir ein Eis und beschließe, dass ich genug von dem Schotter-Mist habe. Die nächsten 30km fahre ich auf der Straße weiter und muss schon wieder ein paar steilere Hügelchen erklimmen.

In Alexandra treffe ich kurz nochmal Gale, die ebenfalls diese Strecke heute gefahren ist. Sie ist am Zeltplatz, der 25$ kostet. Wir fahren zum Supermarkt und treffen dabei auf ein Tallbike-Fahrer. Ich bin hin und weg und erzähle, dass ich das auch so schnell wie möglich mal machen will, Gale stellt sich als Mit-Organisatorin eines Community-Bike-Sheds in Melbourne heraus. Sie hat mich, als Strava-Premium-Mitglied, die letzten Tage schon ein bisschen „verfolgt“.
Johanna und Michael treffe ich noch an der Touristen-Information. Sie wollen heute noch weiter fahren, allerdings in eine andere Richtung. Ich bleibe, nach knapp 90km, hier im Hostel, da ich in absehbarer Strecke keine bessere Alternative sehe.
Naja, vielleicht schaffe ich ja morgen mal wieder eine Strecke mit dreistelliger Kilometer-Zahl….

Relive ‚Ranfurly – Alexandra‘

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