der Berg ruft!

da ich inzwischen leidvoll lernen musste, dass mein Fahrrad-Navi (Garmin Edge 1000) eigentlich nichts kann, vor allem nicht navigieren, musste ich mir meine Routen anders aussuchen. Obwohl ich kein Google-Freund bin, muss ich neidlos anerkennen, dass ihre Dienste (in dem Fall Fahrrad-Navigation) einfach super sind. Also habe ich mir eine 172km lange Strecke mit 3200 Höhenmeter vom Hotel nach Marbella (am Strand) und dann über einen Berg mit ca. 1100m nach Ronda rausgesucht. Angeblich soll man in Ronda auch Touri-Zeug machen können – mal sehen. Das Wetter scheint mitzuspielen, das sagen auch diverse Apps….das Wetter sieht gut aus: der Berg ruft!

Es dauert allerdings nicht allzu lang und schon tauchen wieder Regenwolken auf. Und ich bin hier gerade erst bei der Hälfte der Höhe, wenn das so weitergeht, werde ich mitten durch fahren müssen. Ich überlege mir schon, abzubrechen und verfluche die Entscheidung weiterzufahren, die ich unten am Strand getroffen habe – obwohl ich dort schon diese Wolken gesehen habe. Abbrechen ist aber halt auch keine Lösung, weil es, außer alles komplett zurück zu fahren, keine alternative Route gibt. Also weiter….
schon wieder Regenwolken
Irgendwann weiter oben kam mir diese Szenerie sehr bekannt vor. Es hat mich an den alten Computerspiel-Klassiker TestDrive II erinnert, den ich vor fast 25 Jahren(?) ziemlich ausgiebig gespielt habe. Dazu passten die vielen Ferraris, Porsches, etc. die mir bei der Abfahrt nach Marbella entgegen gekommen sind. Hier könnte mir meine Erinnerung allerdings auch einen Streich spielen, das machen die ja mal ganz gerne.
(nebenbei: das Bild ist auch nicht allzu gut geworden)
erinnert mich an Test Drive
Fast ganz oben sieht das Wetter noch beschissener aus und ich bin schon durch ein paar kürzere Schauer gefahren. Natürlich hatte ich weder Regenklamotte noch irgend etwas Warmes zum Anziehen dabei (siehe Bild ganz oben).
die erste Etappe ist geschafft
Irgendwann kam dann mal ziemlich viel Regen runter und es gab nichts zum Unterstellen. Bis ich mal an eine Tankstelle kam, war ich schon komplett durchnässt. Zu allem Übel hat mein Navi mir zu der Zeit 6,3°C (sechskommadrei!) angezeigt. Und ich stehe nass und frierend in kurzer Radkleidung an einer Tankstelle und warte, dass der Regen aufhört. Das passiert nicht, daher entscheide ich mich nach etwa einer guten halben Stunde, bei leichterem Regen weiter zu fahren. Jetzt geht’s ja hoffentlich mal bergab und wird damit hoffentlich auch wärmer. Jedes einzelne Grad ist verdammt willkommen!
Bei der nassen Straße habe ich aber keine Erfahrungen, wie sich das Rad verhält und auch keinen Mut, das auszuprobieren. Bei einer kleineren Abfahrt kann ich mein leichtes Rad sowieso nicht mehr kontrollieren, es schaukelt sich vor lauter Zittern am ganzen Körper soweit auf, dass ich anhalten muss. Selbst das gestaltet sich schwierig, weil ich in den Fingern kaum noch etwas spüre und somit nur schwierig kontrolliert bremsen kann.
Naja, der Rest war dann etwas besser, schlimmer geht ja auch schon fast nicht mehr. Sightseeing ist aber ausgefallen und ich bin doch wieder heile zurück im Hotel angekommen.
Verwundert war ich über die aufgezeichneten Daten: Es waren tatsächlich 172,4km und 3163 Höhenmeter. Good Job, Google!

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