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Lauterbach – Darmstadt

nach der Erfahrung von gestern mache ich heute gar keine großen Pläne, sondern fahre einfach mal drauf los. Im Städtchen Lauterbach werden in der Alt-/Innenstadt diese Schirme aufgehängt und beim orangenen „Fahr Rad“-Schirm muss ich dann doch mal anhalten und sie fotografieren.

Weiter geht’s – allerdings scheint der heutige Radweg nicht so komfortabel zu sein, wie gestern noch. Diese Schilderkombination von Radweg-Ende/Radweg-Anfang an jeder noch so kleinen Querstraße zeigt mal wieder überdeutlich, wie die Prioritäten verteilt sind. Selbst bei diesem kleinen Parkplatz für Wanderer, die ja der aktiven Bewegung nicht abgeneigt sind, werden die RadfahrerInnen ausgebremst und müssen sich mit den potentiell rumfahrenden KFZ auseinandersetzen.
Warum macht man in solchen Fällen nicht einfach eine Vorfahrtsregelung für die Radfahrer?

Auch sehr ungerne gesehen: Drängelgitter. Vor allem, wenn man ein Rad dabei hat, bei dem noch Packtaschen dran sind. Man sieht zwar überall, dass sie die Durchfahrt deutlich vergrößert haben und jeweils eines dieser Gitter nach hinten versetzt haben. Aber dennoch ist es eine unnötige Einschränkung von Radfahrenden. Ich könnte sowas ernst nehmen, wenn es auch nur eine einzige Stelle im deutschen Straßenverkehrsnetz gäbe, das so ausgelegt ist, dass Autos auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen müssten und mit bestimmter Beladung eine solche Stelle sogar überhaupt nicht passieren könnten.

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Kassel – Lauterbach

die Zeit in Kassel neigt sich zu Ende. Ich frühstücke noch gemütlich und dann überlege ich mir noch, wie ich wieder nach Hause komme. Mit dem FlixTrain habe ich mein Rad mitgenommen und bei der ADFC-Tour gestern noch eine veraltete Karte der hessischen und deutschen Radwege mitbekommen.
Also entscheide ich mich nach etwas hin und her für den Fulda-Radweg und denke mir, dass das 78km entfernte (Luftlinie) Lauterbach doch ein mögliches Ziel sein könnte. Falls ich zu früh dort bin, fahre ich entweder noch ein paar Umwege oder einfach noch weiter.

Zuerst aber durch die Fulda-Aue aus der Stadt raus.

Und irgendwo auf dem Weg dann diese Pilze gesehen. Das ist ja das schöne am Radfahren – solche Dinge kriegt man mit. Ob man dafür dann auch immer anhält – erst recht mit dem schweren und trägen Tourenrad – ist noch eine andere Frage.

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in Kassel

auf dem „Nationalen Radverkehrskongress“ habe ich noch mit den Leuten vom Radentscheid Kassel gesprochen. Sie haben die Ausstellung „Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt“ organisiert und in einer Documenta-Halle aufgebaut. Das hörte sich interessant an und ich hatte den Termin jetzt spontan wieder im Kalender gefunden und auch nichts anderes. Jetzt musste ich nur noch ein Zugticket besorgen und dann konnte es schon losgehen. Verwundert war ich darüber, dass man auf der Seite der Bahn sogar die FlixTrain-Züge angezeigt bekommt und diese sogar günstiger sind. Mein Reiserad ist gerade noch fertig geworden, also nehme ich es mit und beschließe, damit dann wieder heim zu fahren. Was der FlixTrain mit der Bahn gemeinsam hat: beide können Verspätung haben. Zwar „nur“ etwa eine halbe Stunde – aber wenn man schon um 06:31 losgefahren ist, ist das doppelt ärgerlich.

Vor der Ausstellung war ich erst noch in einem Workshop, der ein paar „Bottom Up“-Projekte aus Deutschland vorgestellt und diskutiert hat. Dabei waren die Freien Lastenräder, die Nordbahn-Trasse aus Wuppertal und die Parklets aus Stuttgart.
Am Tag drauf standen zwei Radtouren auf dem Plan. Eine vom ADFC, wovor mir schon alle Angst gemacht haben. „Die Andrea ist sauschnell, da kommt man kaum hinterher!“ Sowas beeindruckt mich aber nicht, es gibt tatsächlich wenige Radler, die zum Spaß fahren und denen ich nicht mal im Windschatten hinterher käme. Es war dann auch bei weitem nicht so; für die angekündigte 30km Tour ab 10 Uhr waren wir um 12:30 gerade mal bei 35km. Da stieg ich dann aus und wechselte zur zweiten Tour vom Radentscheid Kassel zu den Unesco-Weltkulturerbe-Wasserspielen „beim Herkules“. Ich musste mir noch ein paar Sprüche anhören, dass die Kasseler ja sehr trainiert seien, weil ihre Stadt so viele Berge hätte. Die Mountainbikes sahen auch so aus, die Leute aber weniger. Also ließ ich mich als „Flachland-Gast“ beschimpfen und dachte mir einfach meinen Teil. Allerdings sagte ich noch, dass sie auf mich keine Rücksicht nehmen bräuchten, ich komme sicherlich hinterher. Ich habe es dann auch nicht geschafft, immer hinten zu bleiben, sondern bin oft wieder ganz vorne gelandet. Naja – auf einem Stück haben dann sogar alle Guides aus Kassel schieben müssen, während ich eigentlich immer noch recht gemütlich hoch gefahren bin. Dort ging es ähnlich wie in Stuttgart etwa 200 Höhenmeter rauf, etwa die Hälfte davon mache ich ja schon zweimal täglich auf meinen Pendelstrecken.

Die Wasserspiele sind dann ein Touri-Magnet. Die meisten BesucherInnen warten ganz oben aufs Wasser und sobald es da ist, laufen sie den Berg weiter runter zur nächsten „Attraktion“. Wir waren erst an der „Teufelsbrücke“. Diese sieht vorher/nachher etwa so aus:
Sehr schön sind dort die Horden von Touristen zu sehen. Denen konnten wir mit den Rädern auf einer etwas parallelen Straße jedoch ganz gut entfliehen.
Der nächste Punkt war dann das Aquädukt. Auch hier wieder ein vorher-Bild ohne Wasser.
Und dann das nachher-Bild mit Wasser. Die meisten sind direkt in der Sekunde, als das Wasser herabstürzte, schon weiter nach unten gezogen. Ganz so, als ob sie richtig Stress hätten….
Am Ende kommt das Wasser dann an einem Schloß in einer großen Fontäne wieder zum Vorschein. Also wieder ein Punkt, den ich auf meiner Liste abhaken kann (obwohl ich nicht mal wusste, dass der da überhaupt drauf stand). Abends suchte ich dann noch schnell was zum Essen in der Stadt und war – so hungrig wie ich eben war – etwas verwirrt über diesen „Ranzenladen“. Es hätte mich nicht verwundert, wenn es dort tatsächlich etwas zum Essen, also für den Ranzen gegeben hätte.

Creglingen – Stuttgart

weiter geht’s, rund um Baden-Württemberg. Allerdings habe ich zum Start der Tour noch kein potentielles Ziel gefunden. Ich überlege hin und her, aber es wird nicht besser. Also fahre ich einfach mal los in Richtung Süden. In Rothenburg ob der Tauber finde ich einen Radladen, bei dem ich einen neuen Sattel aus der Grabbelkiste besorgen.
Dann sehe ich ein Schild nach Schwäbisch Hall, 55km. Letztens bin ich noch nach Schwäbisch Hall gefahren und die Tour war hin und zurück nur 100km lang. Also entscheide ich mich auf die Schnelle, doch wieder nach Hause zu fahren.
Dummerweise habe ich Schwäbisch Hall mit Schwäbisch Gmünd verwechselt – ich Geografie-Profi – und damit wurde es wieder eine recht lange Tour: wieder über 160km, also ein weiterer „Century Ride“, aufgrund fehlender Motivation hat das dann sogar 13h gebraucht, davon fünf Stunden Pause.

Mannheim – Creglingen

ich habe noch ein paar Tage frei, also wieder aufs Rad. Da man von Stuttgart nicht so toll wegkommt, nehme ich den Zug bis Mannheim und übernachte dort erstmal.
Wo ich genau hinwill, war mir anfangs (mal wieder) nicht klar. Die Idee ist, ein bisschen an der Grenze von Baden-Württemberg zu fahren.

Am Ende bin ich etwas am Neckar entlang gefahren und irgendwann auf dem Taubertalradweg gelandet. Am Ende war ich gerade noch rechtzeitig in Creglingen. Ich bin immer wieder überrascht, was für Ortschaften und Ortsnamen es in meiner näheren und ferneren Umgebung gibt.

Das ganze hat gute 10h gedauert, unterwegs davon war ich knapp 8h und es wurde ein weiterer „Century Ride“, also mit 168km knapp über 100 Meilen. Wer auf Strava nachschauen will, kann mal suchen, wo ich auf einem kleinen Verkehrsübungsplatz rumgekurvt bin.

ich war noch niemals

…. in New York. Ich war noch niemals auf Hawaii, lief nie durch San Francisco in zerriss’nen Jeans.

So geht zumindest das bekannte Lied – aber ich war schon in New York und in San Francisco, wobei ich nicht mehr weiß, ob meine Jeans damals zerrissen waren. Ich war aber im Levi’s Hauptquartier – oder irgend etwas in der Art.

Wo ich allerdings noch nie war: Freitagshof, Notzingen, Hochdorf, Rosswälden oder Römerpark. Und das ist alles halbwegs in meiner Nähe. Also packe ich mal das Rennrad, setze ein paar Markierungen auf meinen digitalen Karten und mache mich auf die Suche, diese abzufahren. Das weiß ich alles, weil ich natürlich meine Daten auf Strava sammle und mit VeloViewer dann noch weiter analysieren kann. Dort werden dann z.B. auch alle Strecken angezeigt, die ich jemals gefahren bin. Und alle dieser kleines Kästchen, etwa etwa 1x1km groß sind, durch die ich durchgefahren bin, werden rot einfärbt. Und wennn alle Kästen drumherum rot sind, wird das mittendrin blau. Daher wusste ich, dass ich noch dringend ein paar Stellen in meiner Gegend mal abfahren muss:

Irgendwo, etwa 45km weg, wollte mir ein Autofahrer Quatsch erzählen. Als ich meinte, dass ich aus Stuttgart käme und da auch wieder hin fahre, hat er komisch geschaut und ist abgehauen. Gut so.
Am Ende der Tour (hier blau eingefärbt) waren ein paar fehlend Kästchen noch rot und durch diese Lücken konnte dann der blaue Anteil deutlich vergrößert werden. Das ist doch etwas motivierender, als einfach nur planlos „im Kreis“ rumzufahren.

Am Ende waren es dann doch überraschend 105km (hier auf Strava), die ich dafür in unter 4h mit einem Schitt von 27km/h gefahren bin. Nach dem Auf-und-Ab bei der Hitze in der Schweiz war das doch mal wieder etwas entspannend. ;~)
Es fehlt nur noch ein halbwegs vernünftiges Navi, damit ich nicht ständig anhalten und auf dem Smartphone nachschauen muss….

Bei dieser Baustelle kam ich noch durch, allerdings auch nur, weil ich das leichte Rennrad einfach so schultern konnte.

Diesen allzu typischen Radweg in Baden-Württemberg, der von einer bestens ausgebauten Straße ohne erkennbaren Grund in einen Schotterweg abzweigt habe ich buchstäblich links liegen lassen.

Und auch diese Unterführung, die mit einem grünen Schild als Radweg ausgewiesen ist, aber auf beiden Seiten nur Treppen hat, habe ich gemieden.

Aus solchen Gründen fahren Radfahrer nämlich auf der Straße – nicht um Autofahrer zu ärgern, sondern einfach, weil es überhaupt keine vernünftige Infrastruktur fürs Rad gibt!

Bern – Richterswil

das war also die erste Etappe. Bisschen heiß und dafür auch bisschen viel. Für heute habe ich mir mal wieder nichts so richtiges vorgenommen. Naja, ich will vielleicht bis Luzern, wenn es gut läuft sogar bis Zürich. Das wären dann vielleicht wieder 150km. Und gegen die Hitze habe ich mir vorgenommen, irgendwo auf der Straße eine Kappe zu finden.
Erstmal muss ich aber das Problem lösen, aus der Stadt raus zu kommen. Ich überlege noch kurz, irgendwie mit dem ÖPNV irgendwann irgendwo hin zu fahren (offenbar kriegt man hier in Bern – wie auch schon in Lörrach als Übernachtungsgast für die beiden Tage ein kostenloses Tagesticket für beide Tage). Da ich aber nicht weiß, wie das hier funktioniert, fahre ich einfach mit dem Rad und hangle mich von Kreuzung zu Kreuzung aus der Stadt raus. Sieht sogar ganz schick aus.

Draußen sehe ich dann eine solche „Werbung“. Jeder/m „KampfradlerIn“ ist das klar, und die werden üblicherweise auch nicht umgefahren. Aber wer halt nicht so oft und selbstbewusst Rad fährt, der/die lässt sich gerne von den Autos an den Rand drängen. Deutsche Städte (wie z.B. hier Fellbach) machen da gerne ganz anders lautende „Werbung“.
Es ist übrigens immer noch heiß, aber mich wundert es, dass die günstige Sonnencreme vom Discounter ziemlich gut funktioniert. Sonnenbrand habe ich kaum, nur ein bisschen auf dem Kopf; auch hier würde die bald zu findende Mütze helfen. Was mich allerdings richtig stört, sind diese Mini-Fliegen. Sie kleben ständig irgendwo, gehen aber meist schnell in der Sonnencreme/Schweiß-Pampe auf meiner Haut kaputt. Bis es soweit ist, krabbelt es immer irgendwo, besonders im Gesicht hasse ich das!

Zufällig komme ich noch beim e-Bike Hersteller Flyer vorbei. Dort gibt es sogar ein paar interessante Angebote von Ladegeräten und Bosch-Akkus. Allerdings brauche ich das nicht wirklich und ich will es erst recht nicht mitschleppen.
Diese riesige Skupltur hat bestimmt auch eine Bedeutung, konnte ich auf den ersten Blick aber nicht entschlüsseln.
Dann ist es soweit – ich finde tatsächlich eine Mütze. Das hat sich hier schwieriger herausgestellt, als gedacht. Ich finde hier kaum irgendwas am Straßenrand. Die Schweizer scheinen da offenbar regelmäßig aufzuräumen (oder einfach kaum was zu verlieren).
Dummerweise ist es eine Hooters-Mütze. Dieser Laden ist auf der internationalen Scheiße-Skala für mich in der direkten Verfolgergruppe hinter so Sachen wie der #FCKAFD, Nestlé, Trump oder Monsanto. Also entscheide mich mich dafür, lieber einen Sonnenbrand zu kriegen (falls es denn soweit kommt), als mit dieser Mütze den Eindruck zu erwecken, ein Vollidiot zu sein.

Was deutlich besser hilft: So ein Pack Sorbet so lange an die heiße Birne halten, bis man wieder halbwegs abgekühlt ist. Und dann das leicht aufgetaute Sorbet natürlich noch essen. Mahlzeit!

Zwischendrin auf der Tour war ein See, über den ich eigentlich mit einer Fähre drüber wollte. Die fährt aber nur einmal am Tag und das war schon längst vorbei. Also 20km um den See herumradeln. Inzwischen habe ich schon Luzern abgesagt und bin Richtung Zürich unterwegs. Als ich dann gegen neun Uhr abends in Zürich ankomme, sind alle Hostels und Jugendherbergen belegt. Die Jugendherberge kümmert sich aber um mich und telefoniert mit der Jugendherberge in Richterswill. Dort gäbe es noch Betten, allerdings ist die 25km weg und die machen um 22:00 zu (es ist gerade 21:50). Auch das Problem kriegt man mit der Kreditkarten-Nummer und einem Zahlencode für die Türe in Richterswill geklärt und ich gebe Gas. Die Reststrecke ist flach, immer am Zürichsee entlang und ich habe ein Ziel, auch sind es inzwischen halbwegs angenehme Temperaturen.

So sah die Strecke dann aus (Link zu Strava), fast 180km in guten neun Stunden.

Aber morgen werde ich mir bestimmt mal was vernünftiges ausdenken, was gegen die Hitze hilft! ;~)

Lörrach – Bern

jetzadle, los geht’s! Im Hostel laufe ich im Flur noch an diesem künstlerischen Moin vorbei.

Letzte Nacht habe ich mir auf einem Platz in der Fußgängerzone noch ein bisschen diese BMX Jungs angeschaut. Die Tricks können sie nicht mehr, das ging 2014 zum letzten Mal (wenn ich das richtig verstanden habe). Aber es ist auf jeden Fall noch imponierender gewesen, als wenn ich auf so einem Rad gesessen wäre. Mir fehlt so ein Ding ja noch in meiner Fahrrad-Sammlung….

Mit dem Thema Navigation habe ich mich nicht beschäftigt. Wie denn auch, ich wusste ja nicht mal wohin ich überhaupt will. Ich war aber überrascht über das ausgeschilderte Fahrradnetz in der Schweiz. Dort gibt es dann auch solche Fahrradstraßen, die wirklich nur für Radfahrer sind. Sowas gibt es in Deutschland natürlich nicht, fast jede Fahrradstraße hat das Schild „KFZ frei“ dran.
Die Beschilderung ist auch gut. Nicht so, wie diese grün/weißen Witzschilder, die hier bei uns aufgehängt werden, wenn eine Kommune noch Geld für den Radverkehr übrig hat und keine Idee hat, was sie damit tun soll.
Ich wollte nach Delémont, habe aber – eigentlich nur aufgrund der Hitze – tatsächlich den kürzeren Weg gewählt. Der Unterschied ist ja aber auch ziemilch groß.

Die Aussicht ist nicht allzu überraschend für die Schweiz.

In Delémont frage ich mal bei der Touristen-Information nach, ob es denn einen geschickten Weg nach Biel oder Bern gibt. Er kuckt mich komisch an und fragt mal google. Bern wäre ja noch 90km entfernt, ob ich das ernst meine? Na klar, aber das war doch nicht die Frage. Er gibt mir zwei potentielle Routen nach Biel, die eine hatte ich auf den digitalen Karten auch so grob angedacht, die andere soll aber besser, schöner und ruhiger sein. Er druckt mir das gleich mal aus. Nene, lass sein, das bringt nix, sage ich. Aber dann ist es schon zu spät. Ich habe jetzt ein halbbedrucktes DINA4 Blatt (farbig auch noch) mit einer 50km langen Route bis Biel, die etwa so lang ist, wie mein kleiner Finger. Das bringt natürlich nichts.

Und er hatte recht. Die Strecke ist schön und ruhig. Wenn auch etwas bergig, ich komme auf über 1.000m. Aber selbst dort oben ist es nicht merklich kühler. Was durch den Schatten der Bäume kühlt, macht die Anstrengung, um hier hoch zu radeln, wieder wett.

Und mit einem Tunnel mitten drin. Irgendwo hätte da auch ein kleiner See sein sollen, in den ich tatsächlich reinspringen wollte. Den habe ich aber nicht gefunden.

Weil es in Biel immer noch früh genug war, bin ich einfach die letzten 40km bis Bern noch weiter gefahren.
Am Ende waren es gute 150km bei der Hitze, die ich in fast 10h (inkl. 2h Pausen) hinter mich gebracht habe. Morgen will ich dann vielleicht nach Zürich, wobei ich mir schon mal Hostels davor ausgesucht habe, weil ich morgen ja nicht schon wieder so einen Ritt in der Hitze machen möchte….

erste Etappe

also gut, Nanaimo (auch so ein Name, den ich mir vermutlich nie merken werden kann).
Noch westlicher als Vancouver. Allerdings ist im Osten nur Wasser, daher muss ich zuerst in den Süden fahren.
Die Dusche hier im Hostel sieht so aus. Ich bezweifle ja, dass so ein bisschen Klebeband bei kaputten Fliesen hilft, aber was weiß ich schon. Duschen fällt heute morgen sowieso aus, das werde ich nach dem Radfahren machen.

Und tatsächlich, hier gibt es ein Schild über The Great Trail, den ich vielleicht zu großen Teilen fahren wollte. Inzwischen weiß ich aber, dass es kein richtiger Radweg ist, sondern einfach nur die Radwege aller Kommunen auf dem Weg auf dieser Website zusammengefasst sind. Da ist alles dabei – und wenn ich mir vorstelle, in welchem Zustand z. B. die Stuttgarter Hauptradroute #1 ist, will ich mir gar nicht vorstellen, in welchem Zustand dieser Trail ist. In einem Land, das zum Großteil mit Fahrrädern überhaupt nichts anfangen kann.

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Reykjavik per Rad

morgens erstmal den Wetterbericht gecheckt und festgestellt, dass es heute relativ gut werden soll; die nächsten beiden Tage ist dann eher „drinnen-blieben-Wetter“ angesagt. Also denke ich darüber nach, mir heute ein Rennrad auszuleihen und die Stadt auf dem Rad zu erfahren. Es gibt wohl ein Hotel, nicht allzu weit entfernt, die laut ihrer Homepage tatsächlich Rennräder verleihen, also laufe ich da mal hin. Der Weg (mitten in der Stadt) erinnert mich ein bisschen an die sehr fehlgeleitete Tour durch Norwegen.

Im Hotel angekommen, wird mir erzählt, dass die Rennräder erst im Juli verliehen werden und mir wird geraten, die WOW-Leihräder zu nehmen. Also probiere ich über das Hotel-WLAN mich bei diesem System anzumelden. Das geht aber nicht, und nicht so spontan. Für eine Monatsmitgliedschaft (die für mich die sinnvollste Alternative scheint), braucht man sowohl eine isländische Telefonnummer als auch eine solche Adresse. Dort werden dann irgendwelche Unterlagen hingeschickt. Als ich meine Erfahrungen an der Rezeption weitergebe, meint er, dass in einem „Partner-Hotel“ wohl doch schon Fahrräder wären und er dort eines holen könnte. Im weiteren Gespräch verquatscht er sich, so dass er mir eigentlich sein eigenes Fahrrad verleihen will. Ist mir egal, ich will ja nur fahren.
Als er wiederkommt, ist es kein Rennrad, sondern nur ein Mountainbike. Naja – auch egal. Nach dem ganzen Theater mache ich jetzt einfach gute Miene und fahre halt damit rum. Weiterlesen

auf zur Messe!

auf den Frühlingsmessen gibt es einen Stand des Landes Baden-Württemberg zum Thema Nachhaltigkeit. Dort sind wir mit der Lastenrad-Initiative auch eingeladen worden. In den Wochen davor haben wir uns mit ein paar anderen „Reclaim the Streets“ Initiativen zusammen getan und ein Konzept für diese Messe erstellt. Heute ist der große Tag – wir bauen auf. Natürlich stellen wir ein Lastenrad mit Anhänger aus und wenn ich dieses Gespann schon dort hin fahre, kann ich auch gleich noch ein paar weitere Sachen im Hänger transportieren. Das komplette Gestell sah dann so aus:
Messe-Anfahrt mit Lastenrad und Anhänger
Die Anfahrt gestaltete sich etwas schwierig, da mich mein Navi über eine 22%-ige Steigung geführt hat, die ich bisher noch nicht kannte. Damit war das Gespann überfordert und ich musste teilweise schieben und das Gespann sogar die letzten Meter aufteilen. Aber sonst war die ca. 20km lange Anfahrt gut zu machen.

Und da ich der erste von unserem Stand vor Ort war, war „mein Traumstand“ auch schnell aufgebaut. ;~)
Messe-Stand mit Lastenrad und Anhänger

nach Leinfelden!

Vom Büro aus ist heute ein großes Kick-Off Meeting angesagt, dafür muss ich nicht die bekannten 7km nach Feuerbach radeln, sondern 14km in die andere Richtung, nach Leinfelden. Als Bosch Mitarbeiter könnte ich wegen des Feinstaub-Alarms zwar kostenlos mit der S-Bahn fahren, da das Wetter aber trocken (wenn auch kalt) ist, nehme ich doch lieber das Rad. Einer der Vortragenden hat eine kurze Umfrage gestartet, wer von den knapp 400 Leuten mit welchem Verkehrsmittel angereist ist – Radler waren es nur zwei. ;~)
Trotz ein paar Grad unter Null konnte ich problemlos ohne Mütze und lediglich mit zwei Merino-Shirts und einer Jacke fahren. Natürlich hatte ich Hand- und Überschuhe an, aber das war’s schon an Spezial-Kleidung.

Auf dem Heimweg habe ich dann noch einen recht deutlichen Umweg gefahren, weil ich meinen „Explorer Score“ bei VeloViewer von 13×13 auf 14×14 steigern wollte. Diese Zahl ist quadratisch und bedeutet, durch wie viele Kacheln der Karte in einem bestimmten Zoom-Level ich schon mal durchgefahren bin. Im Frühjahr werde ich dann wohl auch mal noch ein paar weiße Flecken abfahren, selbst wenn ich dafür durch den Wald fahren muss. ;~)

mein aktueller 14x14 "Explorer Score" bei veloviewer

mein aktueller 14×14 „Explorer Score“ bei veloviewer