Museumstag

der Wetterbericht hat es ja schon vorausgesagt, der Sommer hier in Reykjavik ist wohl erstmal vorbei. Keine Sonne mehr, unter 10°C und die ganze Zeit leichter Nieselregen. Ich besorge mir eine sog. „CityCard“, mit der ich einige Museen und den Nahverkehr nutzen kann. Kosten: ca. 45€ für zwei Tage.
Für andere Städte vielleicht teuer, in Island kommt mir das relativ günstig vor. Gesehen habe ich ein Plakat für Mittagsjazz im Nationalmuseum, sowas kenne ich ja schon von den Lunch-Konzerten in Stuttgart. Allerdings ist der Rahmen in diesem Kunstwerk schon noch etwas anders.

Danach geht’s dann weiter durch den isländischen Nieselregen und dabei fällt mir auf, dass hier unglaublich viele Touristen in der typischen Uniform rumlaufen; mit Mammut, Marmot, McKinley und Meindl Hochfunktionsklamotten. Ich habe nur Merino und Maßjeans dabei (was zwar gerade nichts zur Sache tut, aber für die Alliteration nötig ist).
In Reykjavik werden offenbar auch die neu angelegten Straßen mit einer Art Fußbodenheizung ausgestattet.

Dann ging ich in des Kunstmuseum und wurde dort in den Bann der sechsstündigen Performance von „The National“ gezogen, die dort gezeigt wurde: sie haben während der ganzen Zeit nur einen Song gespielt, wieder und wieder. Knapp eine Stunde habe ich mir das angeschaut. Viel interessanter als „Woman plays e minor“ – eine Frau, die tatsächlich dort im Museum stand und zufällig den e-Moll-Akkord ziemlich laut spielte. Diese Kunst….

Die Leihräder habe ich auch beim Rumlaufen gesehen, sollen wohl erst seit wenigen Tagen überhaupt verfügbar sein. Für eine 30min Ausleihe 400Kronen (3,50€) auszugeben, fand ich aber etwas daneben. Ganz abgesehen davon, dass man in Reykjavik sowieso überall, wo diese Räder stehen, auch problemlos zu Fuß hinkommt.

Aber es ist ja sowieso kein „draußen-rumlaufen-Wetter“, also geht’s noch ins Fotografie-Museum. Als ich dort hingehe, fällt mir auf, dass ich dort beim letzten Mal auch schon war (wie im Kunstmuseum auch schon); die Ausstellung ist aber eine andere und ich habe ja Zeit.

Diese Krawatten-Bilde-Anleitung war in keinem Museum, sondern einfach so an eine Wand gemalt. Vermutlich ein Krawatten-Laden irgendwo in der Nähe oder eine Werbung dafür. Zwar nützlich, aber doch etwas unhandlich, wenn man immer dort vorbei gehen muss.

Am Abend ging ich dann nochmal zu einem Jazz-Konzert in ein anderes Hostel (Eintritt frei). Ein Bier dort habe ich mir aber auch nicht gegönnt, die günstigsten Biere fingen bei 1000 Kronen an (ca. 9€), wohlgemerkt für ein Glas.
So hörte der Tag mit Jazzmusik und kaltem Nieselregen so auf, wie er auch schon begonnen hat und ich frage mich, ob ich die Regel „3. kein Winter“ noch eingehalten habe?!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.