Schwimmbäder

das Traumwetter für ausgedehnte Spaziergänger ist es immer noch nicht, eher so wie gestern: einstellige Temperaturen und Nieselregen. Was man für Island immer wieder empfohlen bekommt, ist der Besuch eines Schwimmbades (die hier natürlich auch alle Pools mit heißem Wasser haben). Laut Stadtplan ist direkt neben meinem Hostel solch eines. Aber die Schilder sprechen eine deutliche Sprache und die Türen gehen auch wirklich nicht auf; außer für ein paar Bauarbeiter, die da ein und aus gehen.

Ich habe daher mal einen Wecker gestellt und sitze schon kurz nach neun im Bus zu einem anderen Bad. Die ganzen Namen in Island sagen mir ja überhaupt nix und ich kann sie mir auch nicht merken. Aber als der Bus sich dem Bad nähert, wird mir klar, dass ich beim letzten Besuch schon dort war. Naja – was solls. Schwimmbad ist schließlich Schwimmbad und ich habe vor, heute Abend noch in ein anderes zu gehen. Im Bad sind Fotos natürlich verboten, allerdings hätte ich auch nicht gewusst, was ich dort fotografieren sollte. In den zwei Stunden, die ich dort war, habe ich es kaum aus den heißen Pools raus geschafft (bis zu 44°C). Aber fürs gute Gewissen habe ich dann doch noch 10x50m-Bahnen Kraul und zwei Bahnen Brust hinter mich gebracht. Im 5°C Pool war ich auch für ca 0,3 Millisekunden.

Abtrocknen, anziehen und ab zur „großen Kirche“ deren Namen ich auch schon wieder vergessen habe. Dort soll es ein MIttagskonzert des Kirchenchors geben. Als ich höre, dass sie dort allerdings 2500 Kronen (ca. 22€) verlangen, lasse ich das dann doch lieber sein. 
Stattdessen laufe ich doch noch bisschen durch die Stadt und habe sogar doch noch bisschen Glück mit dem Wetter. Der Titel „Kran-City“ bleibt aber, trotz der ganzen Baustellen in Reykjavík, immer noch in Stuttgart; wie so viele andere negative Meisterleistungen leider auch.

Dann komme ich noch am „Punk-Museum“ vorbei. Eintritt natürlich auch 1000 Kronen (9€) – drunter geht hier in Island scheinbar echt gar nichts. Es ist in einer ehemaligen öffentlichen Toilette und dementsprechend klein. Zum Inhalt hat es die Anfänge der isländische Punk-Szene und wird tatsächlich von einem Mitglied der Band Q4U betrieben. Ich habe ihm dann noch ein paar der aktuellen Stuttgarter Bands aufgeschrieben und hoffe, dass er es auch mal anhört und sogar gut findet.
So geht’s da rein:

So wieder raus:

Und so siehts drinnen aus. Weltpolitik ganz einfach erklärt.

Danach dann nochmal kurz ins Hostel und die Schwimmsachen (besser gesagt: Badesachen) holen. Solche Wandmalereien gab’s da überall zu bestaunen – und von Baustellen habe ich in letzter Zeit auch genug gesehen – aber dennoch fehlte da irgendwas. Weiterempfehlen würde ich es nicht.

Nicht nur in den Häusern wird hier gemalt, auch außen dran wird meist mehr gemacht, als nur weiß. Viele Häuser sind farbig, manche auch mit solchen Kunstwerken.

Den direkten Bus zum anderen Schwimmbad verpasse ich knapp (die Busse hier fahren nur im 30min Takt, würden dafür aber 440 Kronen, d.h. 4€ pro Fahrt kosten). Aber ein anderer, der in die Nähe fährt, fährt in einigen Minuten ab. Dann halt so. Auch hier ist es so, dass ich beim Hinlaufen zum Bad wieder die Erinnerungen vom letzten Besuch bekomme: hier war ich schonmal!
Tja, dann ist es halt so, ändern kann ich es jetzt nicht mehr – und in welchem Freibad ich ein/zwei Stündchen in 38-40°C warmem Wasser in den „Sonnenuntergang“ schaue, ist ja nun auch wirklich ziemlich egal.

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