zurück aufs Festland

von einer Insel kommt man ja eher schlecht wieder weg. Wenn es keine Brücken gibt, bleibt nur ein Flugzeug oder ein Schiff. Ich wähle die Fähre, wie bei der Hinfahrt auch schon. Von außen sieht das so aus (und ich wundere mich noch über diese große Bugwelle bei diesem Schiff).

Und innen dann in etwa so. Bei der Fahrt auf die Insel waren noch ein paar andere Fahrräder dabei, auf dieser Tour bin ich der einzige Radler. Aber diese Strecke wird auch stündlich bedient und ich fahre vermutlich zu einer ungewohnten Radler-Zeit. Der Hafen ist etwa 30km vom Stadtzentrum Victorias entfernt, man braucht also etwas Zeit, um dort hinzuradeln.

Fahrräder sind quasi geschenkt. Zum normalen Preis von 17,20$ kommen lediglich 2$ fürs Rad dazu, und offenbar noch ein Sprit-Rabatt von 0,25$. Hätte man wohl auch einfacher haben können, wenn man aus diesen zwei Posten nur einen machte.

Was ich schon vermutete, stellt sich jetzt auch als wahr raus: ich bin quasi auf US-Grund. Diese lila Linie, die dort dreiecksförmig in diese Wasserstraße ragt, ist die Grenze zw. Kanada und den USA; der Pfeil bin ich, angeblich 14m unter der Wasseroberfläche.

Nach einer guten Stunde die Durchsage, dass wir gleich da sind und man zu seinem Fahrzeug gehen sollte. Und dann geht schon die Türe auf, weit und breit jedoch kein Ufer zu sehen.

Trotzdem irgendwie schön, und mir kommt wieder das „Logo“ des Hostels in den Kopf: „You are beautiful“, hier übergroß an der Rezeption, ansonsten war es auch überall dort zu finden. Und ich habe ganz vergessen, in diesem Hostel noch einen Merlin-Aufkleber zu hinterlassen.

Gute 30km bis nach Vancouver. Und außerdem habe ich die Wahl zwischen der US-Grenze und Hope (Hoffnung). Natürlich biege ich nicht in die USA ab, nach Hope schaffe ich es heute aber auch nicht mehr.

Dieser High-/Freeway ist ziemlich schnell, vor allem, weil ich auch noch Rückenwind habe. Prinzipiell darf ich überall mit dem Rad fahren – gerade an diesen Auf- und Abfahrten sollte man aber doch etwas besser aufpassen. Es stehen zwar kleine Schilder, wo die Radfahrer kreuzen sollen (wenn es sicher ist), aber die sind wohl nur für die Radler und nicht für die Auto- und LKW-Fahrer. Ohne ein gewisses Selbstbewusstsein auf dem Rad kommt man hier nicht allzu weit – aber es bleibt ja auch nix anderes übrig, als weiterzufahren, wenn man z.B. auf eine Einfahrt zufährt und links und rechts auf einmal schnelle und große Autos um einen herum fahren. Ein „Autobahnkreuz“ war dann tatsächlich gesperrt, das ist offenbar doch zu gefährlich und es gab eine kleine Umleitung direkt neben dieser Autobahn.

Zurück auf der „Autobahn“  (ich nenne das jetzt einfach so, weil es sich so anfühlt und ich nicht weiß, wie es richtig genannt werden sollte und auch nicht, ob alle Leser hier wissen, was ein Highway/Freeway/Interstate/…. ist) sehe ich auf der Gegenspur dieses Gespann. Ein Riesen-Wohnmobil (?) , daran angehängt noch ein Pickup, der aufgrund seiner Größe bei uns in Deutschland auffallen würde (hier aber eher klein aussieht) und auf dessen Lagerfläche noch ein nicht zu kleiner Golf-Wagen. Ich schätze, es ist ein Ami, der gerade in den Urlaub fährt und von einer Panne gestoppt wurde.
Vor lauter Rückenwind habe ich meine Ausfahrt verpasst und bin ein paar Kilometer weiter gerast. Was dann aber zur Folge hatte, dass ich über diese Brücke zurück nach Vancouver fahren konnte.
In der Stadt habe ich dann mehrmals versucht, auf die diagonal führenden Schnellstraße zu kommen. Ging aber nicht, es war entweder eine Brücke, auf die ich nicht drauf kam, oder halt für <60km/h, Radfahrer und Tiere verboten.

Ich bin dann halt das typische Schachbrett-Muster rechts-links-rechts-links weiter gefahren, bis ich dann wieder da war.
Eigentlich habe ich meine Tour jetzt schon angefangen, aber es fühlt sich irgendwie noch nicht richtig so an.

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