Lytton – Merritt

was für eine katastrophale Nacht! Irgendetwas in dem Zelt/Schlafsack/Sand hat meine Nase zuschwellen lassen. Dazu kam an der Bahnlinie neben unserem „Zeltplatz“ ständig ein Güterzug, der auch immer laut und lang hupte. Dann kam nachts noch ein starker Wind auf, der natürlich direkt durch diesen Canyon zog und mein Zelt ziemlich zerlegte; die Heringe im Sand haben halt einfach nix gehalten. Ich musste irgendwann mitten in der Nacht das Überzelt abbauen und lag dann nur noch im „Mosquito-Unterzelt“ da. Dort hat es dann noch mehr Sand reingeweht, als vorher schon. Zwei oder drei Stunden habe ich aber trotzdem irgendwie geschlafen.

Nach dem Abbauen und Einkaufen ging es gegen halb zehn dann auch schon wieder los. Heute vermutlich ca. 100km, aber es wird wohl weite Teile mit Gegenwind zu rechnen sein. Dafür ist die Aussicht gut!
Und da wir zu zweit sind, können wir uns wenigstens ab und zu etwas Windschatten geben.

Als wir den TransCanada-Highway #1 verlassen, biegen wir auf den Highway #8. In diesem Restaurant füllen wir die Wasserflaschen auf (bei gut über 30°C und ohne den geringsten Schatten) brauche selbst ich mehr als die zwei Liter, die ich dabei habe. Der Inhaber erzählt uns, dass wir Wildpferde und irgendwelche Berg-Schafe sehen könnten, diese Route wird auch regelmäßig zu den 10 schönsten Strecken gewählt. Fein!
Bevor wir losfahren, sehen wir auf der anderen Flussseite mal wieder einen Güterzug vorbeifahren. Wir zählen 159, bzw 161 Waggons. Die Züge hier sind echt laaaang und dazu noch relativ langsam, vielleicht 30-40km/h.

Heiko stellt sich als Langstrecken-Sportler (Paris-Brest-Paris!) und Ironman heraus. Dennoch können wir unsere Reisegeschwindigkeit recht gut aufeinander anpassen. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich ein etwas schnelleres Rad und vor allem deutlich weniger Gepäck habe.

Wildpferde haben wir keine gesehen, auch keine dieser Schafe. Hier und da hat im Straßenrand mal etwas geraschelt, wir sind auch noch im Klapperschlangen-Gebiet. Aber die einzigen Schlangen, die ich gesehen habe, waren überfahren auf der Straße.

Irgendwie sprechen die Leute hier auch von einer „Wüste“, beim Umschauen ist mir auch klar, warum. Hier wächst kaum etwas, außer in Gegenden, die bewässert werden. Dort sprießt das Grün und es sieht doch etwas surreal aus.

Mit all dem Wind waren die 100km heute tatsächlich genug. Manchmal kam der Wind um eine „Ecke“ in diesem Canyon oder über eine Kuppe, dass einem fast der Atem weg blieb. Der erste(!) Gang wurde in diesen Situationen zum Freund, absteigen müsste ich zum Glück nicht. Ist aber schon ein Scheiß-Gefühl, auf der Ebene in diesem Gang fahren zu müssen.

Abends in Merritt war dann ein Country/Western Konzert im Park angekündigt. War dann aber nur eine nicht besonders gute Cover-Band. In diesem Park haben wir noch ein holländische Pärchen getroffen, die ebenfalls auf dem Weg nach Calgary (also durch die Rockies) sind. Zufällig sind sie auf dem Zeltplatz direkt neben uns und wir reden dort noch ein bisschen. Morgen wollen wir dann zusammen weiter fahren.

Nicht nur wir waren nicht allzu sehr angetan von der Musik der Band im Park. Als ein Pärchen mit einem Papagei auftauchte, waren sofort alle Kinder bei ihnen und nach und nach haben auch noch viele andere „Gäste“ eher beim Papagei vorbeigeschaut, als der Musik zu lauschen.
In der Tourist Info gab es übrigens diese beiden Kugeln Eis. Zwei Kugeln! Ich habe nix dagegen, da wir uns heute trotzdem ziemlich anstrengen mussten und auch wieder gut über 30°C hatten.

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