Lake Louise – Icefields Campground

einen richtigen Plan hatte ich für diese ganze Kanada Tour nicht. Eine Strecke stand jedoch auf meiner Wunschliste (wobei das auch nicht super dringend war): Der Icefields Parkway soll angeblich eine der Top100 Fernstraßen auf der Welt sein. Das hätte ich schon gerne gesehen. Die Anfahrt über den Norden stellte sich am Anfang meiner „Planung“ etwas schwierig dar, da es dort echt wenig Infrastruktur gibt. Und durch die Waldbrände waren die Straßen nach Norden sowieso gesperrt. Also habe ich diese Straße von meiner Route gestrichen – bis ich im Hostel in Golden von einem anderen Reisenden lange dazu bequatschen wurde, es doch zu machen.
Ich muss mich heute entscheiden: fahre ich einfach dran vorbei in Richtung Calgary oder nehme ich etwa eine Woche Umweg in Kauf und fahre diese 230km lange Straße ohne Infrastruktur und vermutlich Gegenwind?

Ich habe es gemacht, links (i.e. nördlich) in Richtung Nationalparks Banff und Jasper abgebogen und das erste, was mir dort begegnet ist dieses Schild. Aber die Entscheidung ist gefallen, da muss ich jetzt durch.

Weil ich in den nächsten 230km keinen Supermarkt oder ähnliches erwarte, habe ich im einzigen kleinen Supermarkt vor Ort 3kg Bananen, Donuts und Bagels zu total überteuerten Preisen gekauft; das müsste für die zweitägige Fahrt ausreichen.
Die Aussicht, trotz (leichtem) Waldbrand-Smog durchaus sehenswert.


Diese Berge haben vermutlich alle irgendwelche Namen, aber das ist mir aktuell gar nicht so wichtig. Ich weiß nur, dass ich heute zwei Pässe fahren muss. Beide gehen auf über 2000m (und das ohne g’scheites Frühstück und nach einer Nacht im Zelt).

An jedem Parkplatz stehen Wohnmobile (normale Autos sind kaum unterwegs) und die Insassen schießen Fotos.

Ich mache das einfach so nebenher, mit dem ganzen auf-und-ab bin ich eh nicht besonders schnell und der Gegenwind (die Erwartung hat sich leider bestätigt) tut sein übriges dazu.


Wenn dann mal auf einmal die Autos sogar am Seitenstreifen stehen (was eigentlich ziemlich exklusiv meine Fahrbahn ist), schaue ich doch auch mal die Gegend etwas genauer an.

In dem Fall handelt es sich um diesen Gletscher.

Man könnte den Toten Hosen Song anbringen „Hohe Berge, weite Täler, klare Flüsse, blaue Seen“. Wobei die Seen hier eher helltürkis sind, aber superklar – soweit ich schauen kann, sehe ich bis zum Grund.

Vielmehr gibt’s gar nicht mehr zu schreiben, ich lasse einfach mal die Bilder zu Wort kommen. Wer nicht auf Berge steht, sollte trotzdem weiter unten noch weiterlesen. ;~)


Während ich diese Straße sich noch langsam (und später dann noch ziemlich steil) den Berg zum Sunwapta-Pass raufschlängelt, kann ich von weiter oben dann sehen, wo ich hergekommen bin:

Am Zeltplatz angekommen dann erstmal ein kleiner Schreck: Es ist gar kein „richtiger“ Zeltplatz, wie ich eigentlich erwartet habe. Dort gibt es nix: keine Duschen, keine richtige Toiletten (nur Plumsklos), keinen Elektrozaun, nicht mal irgend einen Strom und kein Personal; man schreibt einfach seine Daten auf einen Zettel und schmeißt ihn zusammen mit der Nutzungsgebühr in Cash oder der Kreditkarten-Nummer in einen Briefkasten. Das Essen und den Kulturbeutel (Bären stehen wohl auf Zahnpasta) kann und muss man jederzeit in einer Bären-sicheren Box verstauen (wie auf allen anderen Zeltplätze auch). Trinkwasser kommt aus dem kleinen Flüsschen, das hinter dem Zeltplatz entlangführt.
Heute Nacht liegt mein Bärenspray auf jeden Fall direkt neben meinem Kopfkissen aus Jeans&Handtuch!
Das ist dafür die Aussicht vom Zeltplatz auf 2000m Höhe.

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