Sainte-Florence – Black Point

am nächsten Morgen ist am Zeltplatz immer noch nichts los. Der Alte ist schon dabei, seine Sachen zusammenzupacken und brabbelt irgendwas dabei. Ich lasse es gemütlicher angehen und rasiere mich erstmal. Genau dann will er auch ins Badezimmer und da ich nicht abgeschlossen habe, sehe ich ihn sogar lachen.
Als ich fertig mit abbauen bin, ist immer noch niemand am Zeltplatz, also fahre ich halt einfach so, ohne zu bezahlen – wie denn auch?
Im Ort dann noch so eine „Willkommen-Statue“, sehr einladend mit einem Elch-Schädel und einem Typen mit Gewehr.

Ich fahre heute am Metapedia Fluss entlang. Es sieht mehr oder weniger so aus, da im Wasser steht alle paar Meter jemand und angelt. Und das am Samstag vormittag, zu einstelligen Uhrzeiten. Das muss Passion sein!

Da mir aktuell das anstehende Klassentreffen „20 Jahre homo sABIens 1997“ im Kopf rumspukt, sehe ich in diesem Schild zuerst eine Person, die aus einer Flasche trinkt und erkenne erst auf den zweiten Blick, dass es ja eigentlich ein Fernrohr sein soll. Vielleicht liegt es auch daran, dass am Zeltplatz an jedem Wasserhahn ein Schild war, dass es kein Trinkwasser ist und ich nicht mehr allzuviel Wasser bei mir habe.

Der „Indian Summer“ geht auch weiter. Hier und da ist im grünen Wald mal ein gelber oder roter Baum zu sehen.

Mal sehen, wie lange es noch braucht, bis die bunten Farben hier die Überhand gewinnen – und ob die fallenden Blätter ein Problem fürs Radfahren werden.

Ich bin ja recht froh, aus dem französisch-sprachigen Quebec raus zu kommen. Kurz vor der Grenze treffe ich noch ein Pärchen aus Ontario, die von Halifax nach Hause fahren wollen. Letztes Jahr sind sie schon von der anderen Küste zurück gefahren. Sie machen mir aber keine große Hoffnung, dass das mit der Sprache in „Neu-Braunschweig“ viel besser werden wird.
Die Quebec-Fahne werde ich aber vermissen; ich finde, sie ist sehr „sympatisch“. Keine Ahnung, ob das an der Farbe, der Form oder den Lilien liegt – ich empfand es immer positiv, wenn ich sie gesehen habe.

Dann muss ich meine Uhr wieder umstellen (also, wenn ich eine hätte, diese Smartphones heutzutage machen das ja automatische, wenn man sie nicht im Flugmodus hat) und bin in der nächsten Provinz.

Erst bin ich noch kurz auf der Appalachien-Route (braun), bevor ich auf den Arcadien Coastal Drive komme.

Das geht heute wieder für etwa 130km so weiter, bis ich an dem Zeltplatz ankomme, den mir das Pärchen vorher empfohlen hat. Auch hier ist nix los. Als ich mich umschaue, kommt mir der einzige andere Gast entgegen, mit dem ich aber auch nur gebrochen englisch reden kann. Nach dem Duschen kommt noch ein weiteres Wohnmobil mit Denise. Mit ihr kann ich wenigstens etwas Smalltalk auf englisch halten. Der Zeltplatz-Manager war wohl da, als ich gerade in der Dusche war und hat sie abkassiert: $16 – wie das andere Pärchen auch schon.
Ich entschließe mich heute mal, ein Feuer zu machen. Zum einen will ich wissen, ob das angeschwemmte (?) Holz überhaupt brennt und ob der Trick mit der Birkenrinde wirklich funktioniert, mit der man tatsächlich jedes Feuer entzünden kann.

Als ich dann ins Zelt gehe, sehe ich noch diese fette Spinne an der Zelt-Außenseite und versuche, sie halbwegs vernünftig zu fotografieren. Lang macht sie das das aber nicht mit und haut kurz drauf ab.

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