North Sydney – Whycocomagh

am Frühstückstisch hier in dem Bed&Breakfast sitzt noch eine Autorin, die gerade für ein neues Buch recherchiert. Dabei erzählt sie, dass sie gestern an einem Friedhof vorbeigekommen ist, der direkt am Meer liegt, wo die Erosion jedes Jahr ein halben Meter Friedhof wegnimmt. Dabei kommen dann auch ständig die Überreste der begrabenen Menschen zu Tage.

Und es sind noch drei Texaner am Tisch, die in „der“ Filmstadt in den USA wohnen (hab aber schon wieder vergessen, wo das war). Dort wird quasi durchgängig gedreht und sie sind scheinbar ständig als Statisten dabei. Wenn alle Texaner so weltoffen wären, wie diese drei, wären die USA wahrscheinlich sogar ein besserer Ort; nicht wegen des Filmens, sondern wegen des Reisens.

Mein Rad steht derweil draußen auf der Veranda und wartet darauf, dass es heute repariert wird.

Davor fahre ich aber nochmal kurz zurück zur Fähre, die mich – wenn es noch 10° wärmer wäre – nach Neufundland gebracht hätte.

Auf dem Weg dorthin kam ich auch noch an diesem Schild vorbei und frage mich noch, was „Isagenix“ denn bedeuten soll.

Der Fahrradladen ist in Sydney, so ca. 20km entfernt. Bei der Einfahrt in diese Stadt komme ich an diesen „Kritzeleien“ vorbei. Auch hier frage ich mich wieder, was das denn wohl sein soll? Sowas kenne ich nur von Radrennen, aber das sieht mir nach etwas ganz anderem aus.

Im Fahrradgeschäft werde ich dann gefragt, ob ich länger hier bin, denn es wären noch ein paar Räder vor mir dran. Ich verneine und sage, dass ich dann wohl lieber so weiterfahre. Nach einem kurzen Gespräch über meine Reise bin ich plötzlich auf der „Notfall-Liste“ gelandet und komme sofort dran. Ich soll halt noch kurz einen Kaffee (oder so) ums Eck trinken und in einer Stunde wieder kommen.
Gesagt getan – vor dem Cafe steht noch ein solches Klavier, das jedoch überaus verstimmt ist (was sogar ich höre) und außerdem funktionieren einige Tasten nicht. Meine Idee ist ja immer noch, solche „Free Pianos“ irgendwie nach Stuttgart zu bringen. Vielleicht kommen mir ja in den nächsten Tagen noch ein paar Ideen, wie ich das anstellen könnte (man bräuchte zum einen diese Klaviere und zum anderen Orte, wo man sie hinstellen kann. Dazu noch so eine Art Pate, die sich nachts und bei schlechtem Wetter darum kümmern könnten. Hm….)

Einen Kaffee habe ich drinnen dann doch nicht getrunken, sondern eine heiße Schokolade.

Dann ging es weiter und weiter und weiter. Irgendwie ist die Luft jetzt raus. Ich habe kein richtiges Ziel mehr, ich will/muss nur noch zurück nach Halifax. Gerne würde ich ja einen Zug nehmen, aber sowas gibt es hier halt nicht. D.h. ich habe jetzt noch 400km (?) vor mir, die ich irgendwie hinter mich bringen muss. Und es wird kälter. Heute waren es tagsüber zum Teil nur noch bis zu 10°C. Zelten ist dabei vermutlich nicht mehr drin, ich muss jetzt richtige Unterkünfte suchen.

Für heute ist das noch machbar, es gibt tatsächlich ein Hostel auf dem Weg, bzw. dort, wo ich meinen Weg hingelegt habe. Als ich dort ankomme kriege ich mal wieder genau das letzte Bett und nächste Woche macht es sowieso über den Winter ganz zu.

Abends sitze ich noch mit einigen anderen Gästen am großen Küchentisch und wir quatschen bis weit nach Mitternacht – das ist der Vorteil, wenn das WLAN miserabel ist.

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