Whycocomagh – Antigonish

es scheint gerade eine Kältewelle eingebrochen zu sein. Für heute ist eine Höchsttemperatur von 10°C angesagt. Ich habe eigentlich nur kurze Radklamotten dabei und bis Halifax sind es immer noch ein paar Tage. Ich will aus dem Hostel gar nicht raus in die Kälte, irgendwann ziehe ich dann halt doch das meiste an, inkl. der Regenklamotten und will losfahren. Dann regnet es nochmal kurz. Also warte ich halt noch ein bisschen länger und komme mit einem anderen ins Quatschen. Er bietet mir an, dass er mein Rad dann verkaufen könnte, falls ich es nicht oder nur zu einem sehr geringen Preis los bekomme. Ich solle es dann einfach zu ihm schicken und er wird sich dann im Frühjahr darum kümmern.

Also wird es heute noch anstrengender – neben den Hügeln und dem Wind kommt die Kälte hinzu. Und die fehlende Lust. Auf der kurzen „Brücke“ auf die Insel stürmt es ziemlich. Ich wollte zwar die Gischt fotografieren, die hier von rechts nach links über die Straße flog, aber mit dem Smartphone geht das halt schlecht und ich wollte nicht länger dort stehen und auf solche ein Bild warten.

Danach weiter mit Hügeln und dem Trans-Canada-Highway. Ob ich dort fahren durfte, weiß ich nicht, weil es irgendwie ein „zugangsbeschränkter Highway“ sein soll. Ich bin aber trotzdem dort gefahren.

Gegen 17:30 komme ich an meinem Ziel an, ein Bed&Breakfast-Haus irgendwo im Nirgendwo (Bayfield). Da ist aber niemand da und das passt gut dazu, dass vorher bei der Touristen-Information auch niemand ans Telefon ging, als sie dort für mich reservieren wollten. Die anderen Häuser rundherum sind auch alle leer, keine Licht, keine Autos, keine Lebenszeichen und niemand reagiert auf mein Klingeln an den Türen. Vermutlich nur Sommerhäuser hier am Wasser, die jetzt, im Herbst und unter der Woche, natürlich nicht mehr bewohnt sind. Ein paar hundert Meter weiter klingle ich dann bei einem anderen Haus, auf dem „Office“ steht. Der Mann bittet mich gleich rein und versucht auch mal dort anzurufen, es geht auch nur der Anrufbeantworter ran. Dann bietet er mir an, mich mit dem Auto nach Antigonish zu fahren (etwa 20km weiter), da dort in der Stadt sicherlich einfacher etwas zu finden sein wird, als hier auf dem Land. Er muss aber noch auf seine Frau warten, die mit dem Auto unterwegs ist. In der Zwischenzeit essen wir noch schnell etwas. Er zeigt mir ganz stolz ein Bild von sich und einem gefangenen Fisch (sein erster, gestern), von dem er mir gleich ein Stück anbietet. Dazu noch Tomaten aus dem eigenen Garten und noch übriger Salat der letzten Tage. Inzwischen ist seine Frau zurück und ich erzähle meine Geschichte nochmal zwischen dem Essen. Den Kuchen, den ich auch noch angeboten kriege schaffe ich in der Zeit, bis wir losfahren müssen, aber nicht mehr.
Dort setzt er mich dann an einem Hotel ab, wo er sich mit seinem indischen Fahrschüler trifft, das mir aber zu teuer ist. Ich fahre zu einem anderen, das mir auch etwas zu teuer ist, aber dort werden mir ein paar andere empfohlen und das Mädel dort ruft sogar noch zwei weitere an, ob überhaupt noch Platz ist und was es kosten würde. Dann fahre ich zu dem einen, was keine fünf Minuten braucht, um dort zu hören, dass der günstigere Raum inzwischen belegt sein soll. Dann soll ich warten, sie müsse kurz telefonieren (es geht irgendwie um einen Hund). Dieses „kurz“ geht über 10min und ich gehe dann einfach wieder. Plötzlich ist das Telefonat dann beendet und die Frau schreit mit hinterher, dass ich zurück kommen solle. Angeblich sei eine Absage reingekommen und ich könne den günstigeren Raum ($90+tax) haben. Inzwischen habe ich aber die Schnauze voll von diesem Laden und ich zitiere Sedlmeir in Gedanken: „Es geht nicht mal um die Preise, es geht um die Art und Weise!“ (Video, wobei man sich ruhig mal alle Videos dort anschauen kann)
Verarschen lasse ich mich ungerne und ich gehe zurück zum Hotel, wo ich vorher deutlich besser bedient wurde und es morgen früh dann auch noch Frühstück gibt.

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