Methven – Christchurch

hier wäre heute sogar etwas geboten, das Skigebiet auf dem Mount Hutt feiert heute Eröffnung. Man könnte da mit dem Bus hochfahren und sich umschauen. Hm, Skigebiete an sich interessieren mich ja schon echt wenig und als ich geschaut habe, wie das Höhenprofil wohl aussieht (etwa 25km von 300m bis auf 1600m) habe ich auch die Alternative „mal kurz mit dem Rad vorbeischauen“ verworfen.

Laut Wettervorhersage soll es gerade regnen und das den ganzen Tag und mindestens stark bewölkt sein. Ich glaube da lieber meinen eigenen Augen, die so ein Wetterchen sehen:

Nur der Wind, der ist heute natürlich wieder da. Zuerst muss ich etwa 10km in den Norden fahren, natürlich gegen den Wind. Und als ich dann nach Osten abbiege, wechselt er nach Nordost. Es ist zum Kotzen!
Dazu kommt noch, dass ich in diesen ersten 10km nach Norden noch unbemerkt 200m aufsteige. Solche leichten Steigungen sehe ich hier gar nicht mehr, ich merke es halt nur, wenn es unendlich zäh voran geht.

Dann kommt als erstes gleich mal wieder eine Schlucht, durch die ich durch muss. 200m steil runter und dann auf der anderen Seite wieder 150m genauso steil hoch. Wäre ja auch kein Rad-Tag in Neuseeland, wenn ich nicht nur über den Gegenwind, sondern auch über solche Steigungen fluchen müsste.

Das ist der Fluss, der dafür verantwortlich ist.
Danach geht es mehr oder weniger durchgängig leicht bergab bis Christchurch, gebremst nur durch den Wind.

Es gibt keine Eisdielen oder ähnliches, wo ich anhalten und Motivation tanken könnte. Daher mussten diese Schafe als kurze Pausenbeschäftigung herhalten.

Oder dieser „On the Spot“ Laden. Das sind die Läden, die es in wirklich jedem Kaff gibt. Wer dort einkauft, ist mir ein Rätsel, denn die Preise sind dort mindestens doppelt so hoch, wie in normalen Geschäften. Die Werbung für „Hot Pies“, die in anderen Geschäften wohl für 1$ angeboten werden und hier dilettantisch mit einer 3 übermalt wurde, zeigt das ganz gut.

So langsam komme ich in die Aussenbezirke Christchurchs. Es gibt hier ein Geschäft, das Häuser verkauft und eines davon wohl schon aufgeladen und transportierbereit habe.

Dann das Ortsschild. Ich mache ein Foto und bin ziemlich froh, dass meine Reise hier jetzt vorbei ist. Nach den zehn Wochen (?) durchgängigem Gegenwind (mal abgesehen von zwei oder drei Tagen) und den ständigen, steilen Anstiegen ist meine Lust auf Fahrradfahren ganz schön gesunken. Ich hoffe, dass das bald wieder besser wird.

Was mir hier gleich mal imponiert: es gibt Vorfahrt-achten Schilder für den Autoverkehr, die explizit für Radfahrer gedacht sind.

Diese ganze Kreuzung ist ein interessantes Konstrukt; eine „richtige“ Kreuzung für Radler, allerdings nur eine „halbe“ für Autos. Von der anderen Seite sieht es so aus. Autos dürfen hier nur rechts abbiegen und nicht geradeaus, Radfahrer schon. Verkehrsberuhigung einfach gemacht.

Und nur wenige Meter später auf dieser Straße dann diese Verkehrsberuhigungs-Maßnahme. Autos können nur auf einer Spur fahren, und werden über einen „stillen Polizisten“/Bodenschwelle auf 20km/h abgebremst. Radfahrer können dafür links und rechts daran ohne Behinderung vorbei fahren. Es könnte so einfach sein, wenn man denn wirklich lebenswerte Städte mit stark reduziertem Autoverkehr haben will.

Auch hier ist jedoch wieder alles ziemlich ausgebucht und es gibt nur in einer ziemlichen Absteige noch ein Zimmer. Mir bleibt wohl nix anderes übrig und ich entscheide mich, dass ich in den nächsten Tagen einfach nochmal aufs Rad steigen werde und nicht die Zeit in Christchurch verbringen werde.

Relive ’nach Christchurch‘

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