in Sydney, schon wieder

dafür, dass ich am Anfang meiner Reise überhaupt gar nicht an Sydney gedacht habe, bin ich ganz schön oft und lange hier. Jetzt schon wieder.
Zuerst schaue ich mal bei einem Radladen hier vorbei. Dummerweise macht der heute erst um 12:00 auf, den Rest der Woche bereits um Neue. Also erledige ich noch ein paar andere Dinge und fahre dann da hin. Einen Service kann ich frühestens in einer Woche kriegen und das Hinterrad kann er, selbst als Specialized-Händler, natürlich auch nicht einfach so austauschen. Daher macht er Bilder vom Hinterrad (und von den Bremsen, die er noch nie gesehen hat) und will sich darum kümmern. Das kommt mir alles etwas komisch vor, ich fahre per Zug nach Sydney rein und fahre zu einem anderen Specialized Geschäft. Dort treffe ich auf Geoff, der mir beim letzten Australien-Urlaub im Giant-Laden mein damaliges Rad verkauft hat. Er kann sich aber nicht mehr an mich erinnern. ;~)
Hier habe ich eher das Gefühl, dass sie sich um das kaputte Hinterrad kümmern wollen. Er ruft direkt bei Specialized in Melbourne an und klärt ab, dass ich ein neues Hinterrad geschickt bekomme. Allerdings nicht hierher, sondern nach Newcastle, was auf meiner Strecke liegt. Ich will ja nicht noch länger in Sydney warten. Dann mache ich noch einen Termin für einen Service am nächsten Tag aus und gehe in ein Hostel. Von dort melde ich mich kurz vor Feierabend beim ersten Radladen und als er sich entschuldigt, dass er noch überhaupt nicht dazu gekommen ist, sich um mein Hinterrad zu kümmern (dachte ich mir doch!), sage ich ihm, dass er das jetzt auch sein lassen kann.

Am nächsten Tag habe ich also Zeit und schaue mir mal die Art Gallery of NSW an. Dort thront z.B. eine Edelstahl-Figur von Cook, die nachdenklich den Blick aus dem Fenster (und über die Kriegsschiffe im Militärhafen) schweifen lässt. Die beiden im Schatten des Baumes machten wohl gerade irgend eine private Fitness-Stunde, das sah auch lustig aus.

Dass da auf dem Boden Linien und „nicht Berühren“-Symbole aufgezeichnet waren, hat mehrere Chinesen (?) nicht gestört, die sich immer wieder direkt an diese Skulptur stellten, um ein Foto zu machen; die Aufseher hatten hier echt einen schweren Stand. Ich frage mich einfach nur, wie man Edelstahl in so eine Form kriegt.

Mit Fingerabdrücken hatte ich mir auch schon länger mal etwas überlegt, aber so recht ist mir noch keine gute Idee gekommen – ich bin ja auch kein richtiger Künstler.
Vielleicht kriege ich es mal hin, ein Fahrrad, oder zumindest ein Teil davon, in meinen Fingerabdrücken zu finden, passend wäre es zumindest.

Links ein Kunstwerk, ein komplett schwarzes Bild, rechts ebenfalls ein Kunstwerk aus Dreck-farbenem Geschmiere. Dazwischen eine Türe, die für mich eher nach Kunst aussieht. Aber wie gesagt: ich bin ja gar kein Künstler….

Das ist aus der Ausstellung junger Künstler. Hier hat ein/e SchülerIn eine Art Korallenriff aus diversen Plastik-Teilen hergestellt. Also quasi genau dem Material, das mit dafür verantwortlich ist, dass die Korallenriffe weltweit absterben.

Metallschrott vor Bildern, so könnte das auch heißen. Aber mich hat ja niemand gefragt.

Dann habe ich mir noch die Teilausstellung der 21. Biennale of Sydney angeschaut, die u.a. hier stattfindet. Die Ausstellung im Museum of Contemporary Art habe ich ja schon vor ein paar Tagen gesehen, die restlichen Ausstellungen werde ich wohl verpassen. Hier ist auch ein Archiv aller Biennale-Ausstellungen zu sehen. Lustig ist, dass sie 1973 gestartet sind, bereits mit dem Titel „Biennale“, es aber bis 1982 nicht auf die Reihe gekriegt haben, einen zweijährigen Rhythmus einzuhalten (1976, 1979, 1982); mal wieder ein Beispiel für „zu engagiert gestartet“.

Ansonsten noch ein paar Touri-Fotos von der Harbour Bridge

und dem Opera House (das war ziemlich einfach, dafür musste ich mich nur umdrehen). Das Telefon ist hier neben Fotoapparat zusätzlich noch Sonnenschutz, ganz schön smart, dieses Ding!

Impressionen aus der Stadt.

Und vor einer Post-Zentrale(?) standen dann drei solcher Lastenräder und noch ein paar andere Räder mit größeren Taschen. Es machte für mich den Eindruck, dass es hier ein Radkuriere-Treffpunkt ist und die Leute hier ihre neuen Aufträge kriegen. Diese Omnium-Räder habe ich bisher noch gar nicht so auf dem Radar gehabt, hier in Sydney scheint es die erste Wahl der Radkuriere zu sein.
Dann komme ich am „wenn wir uns schon als bayrisches Bierhaus bezeichnen, dann muss es auch mit Umlaut sein“-Bavarian Beerhaüs vorbei (wie schwierig alleine das Wort zu tippen ist, da es einfach so falsch ist!).

Und Abends lag dann noch eine Spielkarte vor der Hostel-Türe. Solche Szenen kann man doch auch gerne mal in Filmen vorfinden, oder? Natürlich etwas besser gespielt, ohne dieses Gestümpere beim Umdrehen der Karte.
Aber auch hier gilt: ich bin weder Schauspieler, noch Kameramann….

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