Triest – Buja

trotz dieser recht großen Stadt komme ich ganz gut voran und dort raus, hier und da zwar mal eine Ampel und das ein oder andere Schlagloch – aber nichts, was mich besonders aufhält.
Dann geht es endlich mal schön flach weiter in Richtung Alpen. Bisher weiß ich immer noch gar nicht so recht, wie ich da durch (besser „drüber“) fahren soll.
Das Wetter ist, wie eigentlich jeden Morgen, ganz passabel.

Es gibt jede Menge kleinere und größere Flüsse, über die ich hier fahre, so ein Brücken-Kunstwerk habe ich allerdings heute nur dies eine Mal gesehen.

Solche „Kunstwerke“ kamen mir jedoch öfters unter. Kombinierte Fuß- und Radwege irgendwo neben der Straße (in dem Fall sogar auf der falschen Straßenseite), die an jeder kreuzenden Straße aufgehoben werden, um danach wieder weiter zu gehen. Bei sowas mache ich ja nicht mit, da fahre ich doch lieber durchgängig auf der Straße.

Meinem geschulten Auge entgeht (hoffentlich) auch kein Lastenrad, das irgendwo an der Straße steht. Dies scheint ein Eigenbau zu sein, der sogar mit Blattfedern etwas Komfort verspricht.

Dann komme ich noch an irgend einem Denk- oder Mahnmal vorbei, auf dem Radfahren natürlich verboten ist. Daher mache ich nur kurz das Foto und fahre dann auch schon wieder weiter. Vielleicht recherchiere ich irgendwann später nochmal, was das denn eigentlich war.

Passend in der nächsten Stadt Udine angekommen, fängt es wieder zum Schütten an. Es ist ein Gewitter, das direkt über mir ist. Ich versuche, die Zeit zwischen Blitz und Donner zu zählen, komme aber nicht mal bis zur „eins“. Zum Glück gibt es hier genügend Möglichkeiten, mich unterzustellen. Eigentlich habe ich mir vorgestellt, währenddessen meine Kette wechseln zu lassen, aber die 500m bis zum nächsten Radladen sind bei dem Regenguss nicht machbar.

Auf dem Weg habe ich bereits bei einem Radladen angehalten (sogar mit Specialized-Werbung) und nach einem Kettenmaß gefragt. Daher weiß ich, dass die Kette durchaus gewechselt werden könnte. Nach etwa 4000km seit dem Service in Sydney ist das auch keine große Überraschung. Dort wollte ich es auch gleich machen lassen, aber der Mechaniker hat noch ein Weilchen mit einem anderen Kunden gequatscht. Ohne viel verstanden zu haben (italienisch), vermute ich, dass es um eine philosophische Diskussion über Schaltungen und die Anzahl der Gänge ging. Als ich dann dran war, hatte er Mittagspause und gar keine Zeit für meine Kette. Aber er könnte mir einen Laden auf dem Weg nennen, den ich bis um drei Uhr (wenn die Mittagspause vorbei ist), gut erreichen könne. Es ist fünf vor eins, der Laden 24km Luftlinie entfernt – also fahre ich los. Um fünf nach zwei bin ich allerdings schon dort und er hat tatsächlich zu. Eine Stunde warten will ich nicht, also fahre ich weiter und hoffe eben auf einen Laden in Udine. Nachdem der größte Schauer runter gekommen ist, fahre ich die 500m von der Bushaltestelle zum Radladen und kriege dort („aber nur wenn es wirklich nur die Kette ist!“) eine neue Kette, er hat jedoch nur eine teurere eBike-Kette da. Ist mir egal, für mich ist eine Kette eine Kette, und die soll sogar noch etwas länger halten.

In der Ferne sehe ich schon die Alpen, oder auch nicht mehr.

An einem Supermarkt stelle ich fest, dass ich mal wieder einen Plattfuß habe.
Aber da es schon wieder regnet und ich hier unter dem Supermarkt-Vordach bin, macht mir das irgendwie überhaupt gar nix aus. Ich entlade gemütlich mein Rad und suche den Übeltäter.

Eine Glasscherbe – ganz was neues. Das hatte ich auf meiner ganzen Reise noch nicht, obwohl gerade in Neuseeland sehr viel Glas auf den Straßen lag.

Ich flicke den Schlauch mal mit den selbstklebenden Flicken und hoffe, dass das gut hält, denn ich habe gerade keine Lust darauf, das Rad raus zu nehmen und den Schlauch zu wechseln.
In dem Zug schaue ich mir auch das Vorderrad mal genauer an und finde dort noch weitere fünf kleinerer Glassplitter drin stecken. Aber das ist noch die pannensicherere Variante und nicht die ausgetauschte Version, die ich mit dem neuen Hinterrad bekommen habe.

 

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