Crikvenica – Trieste

und wieder das gleiche Bild, wie bereits in den letzten Tagen immer. Stark bewölkter Himmel mit grauen Regenwolken. Wie immer packe ich die Regenklamotten halbwegs griffbereit in die Radtaschen (wenn das in diesen absolut unpraktischen Taschen überhaupt geht) und fahre dann halt mal langsam los. So gut wie gestern, angetrieben durch die Nudel-Power, geht es heute nicht, aber das ist ja auch ganz egal – ich erwarte aufgrund des Regens sowieso keine lange Tour.

Und nach wenigen Kilometern kommt das Unheil auch schon an. Ich fotografiere den Regen noch, hoffe jedoch, dass er irgendwo anders hin zieht. Das ist aber nicht so, kurz darauf bin ich mitten drin und nichts zum Unterstellen in der Nähe, außer ein paar Bäume. Also warte ich dort, als es schlimmer wird, ziehe ich die Regenklamotten an und als ich dann sowieso schon nass bin und es noch schlimmer wird, entschließe ich mich, dann doch etwas weiter zu fahren und auf eine besser Unterstell-Möglichkeit zu hoffen.

Wenigstens hat das funktioniert, ich finde eine Bushaltestelle und schaue mir von dort den Regen weiter an.

Irgendwann zieht der aber auch weiter und ich kann bei besserem Wetter dann weiter an der hügeligen Küste entlang fahren (Strava).

Mit diesen Mülltonnen habe ich nichts am Hut. Aber zufällig habe ich gerade an diesen Tagen mitbekommen, dass die Stuttgarter Polizei schon wieder jemanden auf einer Bundesstraße angehalten hat, mit der Begründung, dass er dort nicht fahren dürfe. Das ist mir ja auch schon passiert und auf meine Dienstaufsichtsbeschwerde hin wurde mir mit einem Schreiben der Polizei Stuttgart (#PolizeiStuttgart) voller allzu offensichtlichen (Not-)Lügen geantwortet, dass sich die Balken biegen (mal sehen, ob und wann ich darauf noch mal antworten kann). Auf jeden Fall wurde dort bestätigt, dass man durchaus auf Bundesstraßen radfahren darf – was mich zur nächsten Frage bringt: Wenn die das doch wissen, warum machen sie das dann trotzdem, mit voller Absicht?
Darum mache ich halt solche Bilder und – falls ich mal solche Mülltonnen in der falschen Reihenfolge sehen sollte – würde ich sogar anhalten und sie richtig hin stellen!

Vom Wetter und dieser Polizei-Geschichte angestachelt werfe ich der Adria beim letzten Anblick beide Mittelfinger entgegen und rufe noch laut „FUCK YOU!“, um meine Abneigung gegen die Hügel, den Wind und den ganzen Regen kund zu tun. Vermutlich nimmt sie es gelassen, da sie weiß, dass auf den nächsten Kilometern (oder gar Tagen oder Wochen) sowieso nichts besser wird.

Auf dem direkten Weg nach Italien, mit einem kurzen Zwischenspiel in Slowenien, ohne an der Küste entlang durch Istrien zu fahren, kommt dann noch ein 800m Berg dazwischen. Die ganze Zeit habe ich allerdings ein mulmiges Gefühl, da ich nicht weiß, ob ich dort überhaupt über die Grenze fahren kann, zwischen Montenegro und Kroatien gab es ja auch so einen toten Grenzübergang, der lediglich von einem Polizisten bewacht wurde, der alle Leute wieder zurück geschickt hatte – Traumjob (wer weiß, ob das auch mal so jemand war, der mit völliger StVO-Unkenntnis aufgefallen ist; bzw. dem Landes-entsprechenden Pendant).
Auf dieser sehr einsamen Straße kommen mir aber dann doch noch wenige Autos mit slowenischen Nummernschildern entgegen und von einigen werde ich auch überholt. Daher schließe ich, dass man bestimmt über die Grenze kann.

Der Teil bergauf war ziemlich scheiße: nass und kalt.
Aber oben angekommen wurde das Wetter tatsächlich etwas besser und ich konnte so langsam wieder etwas trocknen und die Aussicht genießen.


Die Grenze war offen, zumindest bis 22:00. Der Ausflug nach Slowenien war jedoch nur wenige Kilometer lang, bevor ich die nächste Grenze nach Italien überquerte. Dort war es gar kein Problem mehr, es gab – wie zu erwarten – nicht mal mehr einen Grenzposten.

In Triest angekommen lerne ich, dass meine Hostel-Reservierung per eMail abgelehnt wurde. Ich konnte jedoch deren WLAN nutzen, um mich nach einer anderen Unterkunft umzuschauen. Ein Bed&Breakfast gute 2km entfernt hatte noch ein bezahlbares Bett für mich frei; mir kann jedoch niemand sagen, warum an einem Donnerstag Abend in dieser Stadt alles ausgebucht ist.
Hier gibt es noch den allersichersten WLAN-Schlüssel, den ich jemals gesehen habe und ich kann stolz verkünden, dass ich ihn sogar mit der mistigen Smartphone-Tastatur aufs erste Mal fehlerfrei eingegeben habe!

Was ich an Italien sofort positiv bemerkt habe: hier sind endlich mal wieder andere Radfahrer unterwegs, die meisten davon Rennradler und ich schaue jeder/m neidisch hinterher und würde gerne mein 45kg-Rad mit so einem 8kg-Carbon-Renner und Klickpedalen tauschen.

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