Rheine – Witten

von Rheine aus fahre ich noch einen Umweg über Ibbenbüren und besuche Musik Produktiv. Ich habe ja vor, eine „g’scheite“ Musikanlage für mein Fahrrad zu bauen und wollte dort einfach mal mit den Leute quatschen, die Ahnung davon haben (so meine Idee).
Leider habe ich niemanden dort getroffen, der mein Anliegen so richtig verstanden hat. Aber ein kleines Mischpult, das man mit USB betreiben kann, habe ich mir als ersten Schritt schon mal besorgt. Somit kann ich jetzt wenigstens mal ein Mikrofon an meinen bestehenden „Brüllwürfel“ anschließen.
In irgendeiner Stadt auf dem Weg sah ich dann dieses Bänkchen. Eine schicke Idee, ich glaube, davon könnte ich auch mal ein paar basteln und in Stuttgart aufstellen. Mal sehen, mit welcher schwachsinnigen Begründung sie dann von der Stadt wieder entfernt werden.

Dann wieder Radwege. Ich habe doch glatt mal wieder einen dieser Radwege genommen und komme buchstäblich mitten im Wald raus. Als Einheimischer bestimmt kein Problem, ich bin an dieser unbeschilderten T-Kreuzung jetzt ein bisschen aufgeschmissen. Also hole ich meine digitale Karte raus und schaue, wie ich am schnellsten wieder zurück auf die Straße komme. Den Mist mache ich nicht weiter!

Dieses Spielchen kenne ich ja auch schon zu genüge: Noch unbedingt ein Radweg-Schild aufstellen, obwohl man wenige Meter weiter schon das zugehörige „Ende“-Schild sieht.

Ach, schon wieder, hier sogar auf der gegenüberliegenden Spur beim Zweirichtungs-Radweg. Wie schnell man sich doch an die sehr gute Rad-Infrastruktur in den Niederlanden gewöhnt und hier einfach bei jeder Gelegenheit sich vor Verwunderung nur noch an den Kopf fassen muss.

Ja, es regnete auch wieder. Vielleicht beschreibe ich diesen europäischen Teil meiner Reise als „In Bushaltestellen wartend“.

Hier wundere ich mich auch. Dem Verein für integrative Arbeit fällt scheinbar nichts besseres ein, als sein Schaufenster mit einer Deutschland-Fahne und einer Schaufensterpuppe mit allen möglichen Accessoires in schwarz-rot-gelb zu dekorieren. Da fällt mir der sehr prägnante Tweet ein, den ich vor kurzem gelesen habe: „Wer sonst nichts kann, macht Fahnen dran“

Was mir anfangs gar nicht so aufgefallen ist, da ich es von den Niederlanden noch gewohnt war: Dortmund scheint seine große vierspurige Bundesstraße B235, die durch die Stadt geht, aktuell umzubauen. Ich bin auf einem Stück gefahren, das nur noch zweispurig war, mit einer Puffer- und Inselzone in der Mitte und links und rechts Radspuren (oder waren es gar Radwege, ich weiß es gar nicht mehr genau); richtige Bäume haben sie dort auch angepflanzt, während die Stadt Stuttgart alles dafür tut, Bäume im Stadtgebiet abzuholzen und stattdessen Betonklötze (sog. „CityTrees“) aufstellt.
Das ist meiner Meinung nach der richtige Weg und ich hatte schon große Zweifel daran, ob überhaupt in irgend einer deutschen Stadt ein Verkehrsplaner sitzt, der so etwas denken kann und es auch umsetzen will. Bevor ich hier gefahren bin, hätte ich alles dagegen gewettet. Jetzt muss ich wohl nur noch mal nach Bildern dazu suchen….

Relive ‚Rheine – Witten‘

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .