30 Zauber-Cent

von Meppen aus ging es dann noch für eine Nacht nach Berlin, wenn ich sowieso schon in Norddeutschland bin. Ich habe bei Abfahrt zwar weder ein Bett noch eine Ahnung, was ich dort machen soll, aber Berlin wird vermutlich immer irgendwas bieten. Am Montag wollte ich auf jeden Fall noch zur Firma HNF Heisenberg, um deren Lastenrad mal Probe zu fahren. Dieser Plan stand schon, bevor ich das MK1-E an der Critical Mass gefahren bin. Heisenberg ist in Biesenthal, wie ich da hinkomme, weiß ich natürlich auch noch nicht.

Am Alexanderplatz in Berlin

Am Alexanderplatz in Berlin


Auf dem Weg nach Berlin buche ich noch ein Zimmer in einem Hostel am Bahnhof Zoo. Wo das ist und was in Berlin wo ist, weiß ich auch alles nicht, egal. Dann schaue ich noch im Internet, was so geboten ist und finde nicht allzu viel. Ein Konzert, das mehr oder weniger überall steht, sind die Russian Circles – die mir zwar nichts sagen (und ich auf der Strecke zwischen Hannover und Berlin auch nicht anhören kann, da dort echt überhaupt kein Netz ist), die ich aber mal live anhören werde. Am Ende des Konzerts kann ich beschließen, dass ich mir das zwar sparen hätte können; aber die Vorband hat ein T-Shirt umgesetzt, die sehr ähnlichen zu einer meiner Ideen ist. Dummerweise habe ich die auch noch verpasst….

Nach dem Konzert kehre ich noch schnell bei einem Thailänder ein und esse noch was. Mein nicht mehr allzu üppiges Bargeld wird nun um 2,50€ Rückgeld erweitert. Als ich das Bahnticket kaufe nehme ich dies und ein weiteres 50 Cent Stück um die 2,70€ zu zahlen. Zurück gibt es logischerweise 30 Cent in drei 10 Cent Stücken; in der Hosentasche, wo ich meine Münzen sammle, sind nur noch 3 (2+1) Euro.

Jetzt wirds langsam seltsam, wie das in Berlin wohl sein muss. Beim Umsteigen am Alexanderplatz gehe ich raus und will mich ein bisschen umschauen, vielleicht ein paar Fotos machen (was man mit so einem Smartphone ja doch lieber vergessen sollte, aber ich habe ja Zeit). Während ich so in der Hocke sitze, um das Bild genau so einzufangen, kommen zwei junge Mädels auf mich zu und tun so, als ob ich dringend Hilfe bräuchte. Ich gebe ihnen zu verstehen, dass alles in Ordnung ist und sie weiterziehen können. Hilft aber nix, die eine ruft angeblich den Rettungsdienst, ich mache halt weiter Fotos. Nach ein paar Minuten(!) rücken sie raus, dass es alles nur ein Spaß war und sie eigentlich nur 2€ wollen. Hui – natürlich nicht, erst recht nicht nach der abgezogenen Show. Als sie mir jetzt noch im Gesicht rumfummeln wollen, stehe ich auf und sie rennen schreiend weg. Sehr gut. Im Bahnhof kommt dann einer auf mich zu, der einen 20€ Schein gewechselt haben will. Kann ich nicht, mein letztes Bargeld reicht nicht, am Automat hat er schon das Ticket ausgewählt und nur noch 2,50€ in Kleingeld, ob ich ihm da weiterhelfen könnte. Das geht, ich habe ja noch 30 Cent, so denke ich. Als ich in meine Hosentasche greife, sind da aber keine drei 10 Cent Stücke, die ich vorher da noch reingetan habe, sondern ein 20 Cent und zwei 5 Cent Stücke?? Das verwundert mich schon sehr, aber der Typ kriegt trotzdem die 20 Cent. Ob das ein neuer „Bettler-Trick“ ist, ist mir gerade recht egal, das sah nach einer Situation aus, in die ich mal kommen könnte (am Flughafen in Toronto sogar schon mal war), also helfe ich hier aus. Als ich noch ein bisschen dort am Alexanderplatz rumlaufe, fällt mir auf, dass dort ziemlich viel Polizei mit Blaulicht unterwegs ist.
Bei allen Gedanken, die ich mir am Rest des Tages über dieses seltsame Geld-Veränderung machte, kam ich aber nicht auf die Lösung, wie und wann sich das Kleingeld verändert haben könnte. Sehr komisch….

Am nächsten Tag lese ich dann in den Nachrichten auf dem U-Bahn-Bildschirm, dass wohl just zu der Zeit auch eine Messerstecherei zwischen zwei „Banden“ eben dort am Alexanderplatz stattgefunden haben muss, bei der es zwei Schwerverletzte gab (was vermutlich das Polizeiaufkommen erklärt).

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