kleiner Ausflug

ich habe frei, es ist Feinstaubalarm und seit Montag ist bei Feinstaubalarm die Benutzung des ÖPNV für alle Bosch-Mitarbeiter umsonst. Also schnappe ich mein Rad und fahre mit der S-Bahn raus aus der großen Stadt. Das Ziel ist Fotobags König, um mich über Foto-Fahrrad-Taschen zu informieren.
Auf dem Rückweg sehe ich kurz vor Böblingen diese Beschilderung: „Radfahren verboten“. Drunter, nicht nur auf dem Bild recht schlecht zu lesen „Fußgänger und Radfahrer Richtung Böblingen-Sindelfingen bitte Parallelweg benutzen“. Natürlich liegt dieser Parallelweg voller Laub (#wedontkehr) und dieser Masten steht auch auf dem Weg. Dabei wäre es so einfach, wenn die Radfahrer ganz normal auf dieser sehr breiten Straße weiterfahren könnten.

Fahrräder verboten

Fahrräder verboten

Kaum ist der angesprochene „Parallelweg“ von der Straße weg, steht auch hier ein „Durchfahrt verboten“-Schild, auf dem man noch die handschriftlich drauf geschriebene Zahl 30 sehen kann (was jetzt?!). Zusätzlich liegt noch eine Absperrung links neben dem Weg. Im Hintergrund, vor der Kurve, kann man noch ein blaues Radweg-Schild sehen. Fahren oder nicht? Was soll’s – ich habe ja keine Wahl. Wenn beide der möglichen Wege verboten sind, nehme ich lieber den, auf dem mich unwahrscheinlicher die Polizei anhalten wird.

Durchfahrt verboten?

Durchfahrt verboten?

Tja, schlechte Wahl – hier geht es tatsächlich nicht weiter. Über diese Brücke würde die vierspurige Straße verlaufen, die ich problemlos hätte fahren können. Jetzt stehe ich auf irgendeinem miserablen Radweg, der dazu noch gesperrt ist.
Also muss ich wieder umdrehen und doch die Straße fahren. Wenn man sowas erlebt, fällt es schon schwer, den ganzen Sachverhalt noch halbwegs diplomatisch zu formulieren….

Durchfahrt unmöglich.

Durchfahrt unmöglich.

Wenige hundert Meter später geht der Radweg wohl offenbar wieder weiter, allerdings auf der anderen Seite. Also stehe ich an der roten Ampel und warte, bis ich auf die andere Seite kann. Gegenüber steht ein Polizei-Auto. Zum Glück habe ich vor denen grün und ich gehe mal zu ihnen und frage, was ich nun tun sollte. Die Besatzung kommt mir schon etwas komisch vor, auf dem Beifahrersitz ist eine Zivilperson mit einem offenen Laptop auf dem Schoß und macht irgendetwas damit. Meine Frage wird damit beantwortet, dass ich halt woanders fahren soll. Ich werfe ein, dass das nichts an der bescheuerten Beschilderung ändert. Das liege an den dortigen Baumaßnahmen, höre ich. Da es für mich immer noch keine Erklärung ist, frage ich nochmals nach. Der Polizist hat keine Antwort und meint, dass er diese Situation dem Landratsamt melden würde. Da es inzwischen auch grün ist und diese Diskussion sowieso nirgendwo hinführen wird, sage ich halt „ok“ und fahre weiter (man kann jetzt zwar fahren, aber g’scheit ist der Radweg in der Stadt auch nicht).
Soweit ich weiß, müsste die Polizei laut ERA 2010 selbstständig solche Missstände aufsuchen und sie an eine entsprechende Stelle melden. Wieso das nirgends passiert ist mir echt schleierhaft.

Irgendwo habe ich auf dem Weg mal wieder eine „Mülltoni“ gesehenen. Dass der Kreis Böblingen/Sindelfingen seine öffentlichen Mülleimer alle in diesem Design hat, stört vermutlich nur Leute, deren Spitzname „Toni“ ist. Grüße!

Mülltoni, statt Mülltonne

Achja, ich bin tatsächlich mit einer neuen Foto-Tasche am Rad zurück gekommen. Ich hätte eher gedacht, dass ich da erstmal eine Bestellung aufgeben muss und ich sie dann irgendwann später bekomme – aber ich konnte sie dort direkt mitnehmen. Wenigstens ist dadurch etwas Gutes von diesem Rad-Ausflug in den Kreis Böblingen rausgekommen und vermutlich habe ich dort auch weniger Feinstaub eingeatmet, als in der großen Stadt.

beim Ausflug irgendwo auf freiem Land

beim Ausflug irgendwo auf freiem Land

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