Archiv der Kategorie: Fahrradstadt

Spezialrad-Messe

Anreise zur Spezi
von dieser „Spezi“, der Spezialrad-Messe in Germersheim habe ich schon einiges gehört. Dieses Jahr ist es soweit: ich fahre tatsächlich mal hin. Neben „normalen“ Lastenrädern gibt es dort – wie es der Name schon sagt – jede Menge Spezialräder. Alles, was man sonst nur in diesem Internet auf Bildern sieht, kann man hier in echt sehen und vieles davon auch direkt fahren. Ich habe mich mal auf ein paar Liegeräder gesetzt – das geht, wenn auch etwas wackelig. Aber ein großer Freund davon werde ich vermutlich nicht. Liege-Trikes dann schon eher. Und ich bin jetzt auch mal so eine „Zigarre“/“Rakete“ gefahren, also ein vollverkleidetes Liegerad, was in der Fachsprache „Velomobil“ heißt. Davon habe ich mir deutlich mehr versprochen. Es hat zwar von der Größe her nicht ganz gepasst, aber das war nicht das Problem. Es hat sich äußerst träge angefühlt, damit dachte ich, dass man mit solchen Rädern viel agiler unterwegs wäre. Schade.
Aber auch gut – denn sonst würde ich mir vielleicht so ein Ding auch noch mal zulegen. ;~)

Den Rückweg habe ich dann (zumindest bis zum Karlsruher Hauptbahnhof) mit diesem Yuba-Rad absolviert. Dies haben wir für die Lastenrad-Initiative von der Firma e-Lastenrad aus Heidelberg zur Verfügung bekommen.
Es kann unter diesem Link natürlich auch schon gebucht werden! Es lohnt sich auf jeden Fall, dies mal zu fahren. Es fährt sich fast wie ein ganz normales Fahrrad; selbst dann, wenn man z.B. noch eine Person hinten drauf sitzen hat. Die großen Taschen, die dabei sind, kriegt man vermutlich mit einem normalen Großeinkauf nicht voll. Und dank eMotor-Unterstützung merkt man von dem schweren Rad auch fast nix.
Rückweg von der Spezi mit Yuba-Rad

WIr hatten auf der Rückfahrt durchaus etwas Spaß mit dem Rad, als wir auf die Fähre warten mussten….

Einbahnstraße in Stuttgart

heute bin ich wieder mal an dieser Stelle vorbei gekommen. Früher was das gar kein Problem, da konnte man dort einfach so mit den Rad legal durchfahren.
Inzwischen ist das wohl nicht mehr gewünscht und die Durchfahrt ist nun komplett verboten.Einbahnstraße, verboten
Aber, wie immer hier in Stuttgart, scheint die Rad-Infrastruktur entweder nicht bedacht zu werden (ich hoffe mal, dass das stimmt und an den entsprechenden Stellen einfach „nur“ Leute sitzen, die mit ihrem Job heillos überfordert sind) – oder aktiv sabotiert zu werden.
Von der anderen Seite der Herzogstraße steht am Einbahnstraßen-Schild zumindest noch das Schild, dass Radfahrer auch entgegen dieser Einbahnstraße fahren dürfen. Und der Stuttgart-typische 15m-Radweg-Versuch ist natürlich auch auf die Straße gemalt; vielleicht ist hier auch der Diminutiv „Radwegchen“ oder, schwäbisch: „Radwegle“, passend.
Ob diese Mini-Radweg-Stückchen eigentlich auch zu den viel-genannten „180km Radwegen in Stuttgart“ gehören, von denen die Stadt immer wieder spricht?
Einbahnstraße, erlaubt

zur Messe, zweiter Tag

wir haben ja nicht nur so ein grünes Rapid von der Radkutsche im Lastenrad-Verleih, sondern auch ein Curve-E von Babboe. Das Rapid habe ich gestern mit Anhänger zur Messe gefahren, heute wäre das dreirädrige von Babboe dran. Allerdings will ich nicht schon wieder im Feierabend-Verkehr durch die ganze Stadt im Stau stehen, außerdem machen längere Strecken mit diesem Rad auch nicht soviel Spaß und ich will lieber so schnell wie möglich auf der Messe sein. Daher hole ich es ab und will es in die S-Bahn nehmen. In der Station Stadtmitte habe ich das Problem, dass viele Menschen dort sind und der Aufzug ewig langsam ist. Außerdem steht da schon ein Kinderwagen an und mir sieht der Aufzug auch zu klein (sprich: zu kurz) für das Rad aus. Etwas verzweifelt überlege ich, was ich nun tun könnte. Aber außer der Rolltreppe bleibt ja nichts anderes übrig. Um wenige Zentimeter passt das Fahrrad dort auch drauf und ich halte es gut fest, damit es nicht unkontrolliert runterfällt.
Das war ja einfacher als gedacht! ;~)

Zwei Stationen vor meinem Ziel „Flughafen/Messe“, sehe ich, dass es eine ebenerdige Station ist und überlege mir kurz, ob ich hier nicht aussteigen sollte, entscheide mich aber dagegen. Wird schon klappen. Aus der S-Bahn Station am Flughafen/Messe komme ich auch – mal wieder per Rolltreppe – eine Ebene weiter hoch, dort ist aber noch kein Ausgang. Dazu muss ich noch eine weitere Ebene überwinden. Aber jetzt ist Schluss: die Poller, die verhindern sollen, dass die Leute die Gepäckwagen überall hin mitnehmen, stehen mir als ziemlich unüberwindbares Hindernis im Weg. Ich denke mir noch, dass ich lieber doch vorher mal ausgestiegen und ein paar Kilometer hierher gefahren wäre. Bevor ich den Gedanken zuende denken kann, sehe ich einen Aufzug hinter mir, der auch gerade groß genug ist, dass ich mit diesem Rad rein und zum Ausgang komme. Voilá somit ist das zweite Rad auf dem Messestand….

Endstation irgendwo mittendrin im Flughafen/Messe

Der Weg in die Messe gestaltet sich ähnlich hindernisreich, aber auch machbar.
Man kommt mit diesen Rädern also (fast) überall hin, nur muss man hier und da mal etwas überlegen und einen anderen Weg, als den sonst gewohnten/einfachen/direkten nehmen. Vielleicht fühlen sich junge Familien mit Kinderwagen oder RollstuhlfahrerInnen ähnlich – und auf einmal sieht man seine Stadt mit etwas anderen Augen.

StVO Kenntnis

aus Berlin zurück habe ich mir ein Call-a-Bike an der Stuttgarter Hauptbahnhof-Ruine geschnappt und mich damit auf den 2km langen Heimweg gemacht. Dabei führt mich meine Route über eine dreispurige Bundesstraße, wo ich zum Teil auf der mittleren Spur fahren muss (die rechte ist eine Abbiege-Spur). Ich merke schon, dass ein Auto hinter mir fährt, ich habe aber keine Eile und lasse sowieso gerade noch einen Arm lässig zur Seite hängen. Ca. 200m später taucht auf dieser Bundesstraße auf einmal ein benutzungspflichtiger Radweg am rechten Rand auf, der dazu noch genau in der sog. „Dooring Zone“ liegt; direkt neben parkenden Autos, also dort, wo es am aller-gefährlichsten zum Radfahren ist, weil kein Autofahrer jemals mit einem Schulterblick überprüft, ob nicht ein Radfahrer von hinten kommt. Trotzdem fahre ich sofort auf diesen Weg und dann geht bei dem Auto hinter mir plötzlich das Blaulicht an, es fährt neben mich und das Fenster wird geöffnet.
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mit Banner auf der Critical Mass

nachdem ich jetzt eine Möglichkeit habe, mit einem Fahrrad-Anhänger Werbung zu fahren, wollte ich das bei der Critical Mass gleich mal ausprobieren. Bei Flyeralarm kriegt man recht günstig solche Banner in jedem beliebigen Maß und einen tollen Spruch habe ich ja sowieso auf Lager: Niemand muss Auto fahren!
Also setzte ich mich Sonntag Nacht noch hin und habe mal ein bisschen rumgespielt; mit diesem Ergebnis war ich recht zufrieden (erst viel später kam mir, dass ich ja „mein X“ im gleichen Farbdesign dort noch draufmachen hätte können):
Niemand muss Auto fahren Banner
Die Lieferzeit wird mit 4-5 Werktagen angegeben, müsste also noch bis zur Critical Mass funktionieren. Also habe ich die Bestellung abgeschickt und die Daumen gedrückt.
Und tatsächlich konnte ich etwa 1h vor der Critical Mass dies Banner abholen und noch auf den „Streitwagen“ montieren. Das sieht dann so aus, die Zugmaschine ist auf dem Bild jetzt noch nicht drauf, aber dass da an der Deichsel noch ein Rad davor gespannt wird, sollte klar sein. Für andere Demo-Arten kann man diesen Anhänger jedoch auch problemlos als Fussgänger ziehen und auf das ziehende Rad verzichten. Falls jemand dieses Gestell/Gerüst/Geländer mit Hänger mal braucht, oder diese Banner irgendwo öffentlichkeitswirksam aufhängen will, einfach kurz bei mir melden, da finden wir bestimmt eine Lösung! 🙂

Niemand muss Auto fahren Banner auf dem Streitwagen

„Niemand muss Auto fahren“-Banner auf dem Streitwagen

Bei der Critical Mass in Stuttgart sollen dieses Mal fast 1000 Leute dabei gewesen sein. Von diversen Zählern habe ich so Zahlen wie 973 oder 980 gehört. Wow – das ist mal eine Hausnummer! Dass sich in der Gesellschaft gerade etwas tut (wenn auch noch recht langsam und eher im Verborgenen) habe ich mir im Winter schon öfters gedacht, wenn ich auf meiner Pendelstrecke trotz Schnee und knackigen Minustemperaturen immer noch viele Radfahrer gesehen habe.
Und seit ein paar Wochen sehe ich eigentlich jeden Tag Lastenräder durch Stuttgart fahren. Das war „früher“ noch etwas sehr besonderes und sicherlich nichts „tägliches“.

Berta gefahren

nachdem ich mein eigenes Rad über Nacht ordentlich abgeschlossen am Büro-Parkplatz stehen lassen muss, brauche ich eine andere Möglichkeit, nach Hause zu kommen. Also flugs zum Hobbyhimmel und dort das restaurierte Oldtimer-Lastenrad „Berta“ schnappen. Dort ist gerade sowieso kein Platz mehr und in naher Zukunft sollte es vermutlich eher in der Innenstadt stehen und nicht dort „draußen“ in Feuerbach.
Allerdings habe ich nicht gedacht, dass es so ungewohnt ist, mit diesem Rad zu fahren. Dass es keinen Motor hat und somit etwas anstrengend zu fahren sein wird, war mir schon klar. Negativ überrascht war ich jedoch von der (Knick-) Lenkung. Mit dem Rad kann man eigentlich nicht geradeaus fahren, kleinste Bewegungen irgendwo im Körper resultieren sofort in einer kleinen Lenkbewegung, bei schnelleren Geschwindigkeiten zu entsprechend größeren Lenkbewegungen, die sich dazu noch aufschaukeln können. Und wenn man bremst, zieht das Rad dann auch in eine Richtung. Ansonsten ist diese dreirädrige Konstruktion ohne Neigetechnik natürlich sehr gewöhnungsbedürftig. Vom normalen Radfahren kennt man es, dass man sich in Kurven ganz automatisch „reinlegt“, auch wenn man es nicht merkt. Dieses Dreirad neigt sich dagegen keinen Millimeter. Das gibt einem ein sehr seltsames Gefühl, man meint bei jeder kleinen Kurve, dass da irgendwas nicht stimmt….
Nach 10km habe ich mich zwar langsam daran gewöhnt, mein Lieblingsrad wird das aber bestimmt nicht. Dann lieber ein Rad mit Neigetechnik (wie z.B. von Heisenberg oder Butcher&Bicycles). Da muss man sich zwar auch dran gewöhnen, weil es sich genau gegenteilig anfühlt (so als ob man in die Kurve „reinfällt“), das ging bei mir aber viel schneller und ist auch viel alltagstauglicher.

Berta, der Lastenrad-Oldtimer

Berta, der Lastenrad-Oldtimer

Streitwagen geschweißt!

eigentlich sollte ich wissen, wie das mit dem Schweißen geht, vor allem als Maschinenbau-Ingenieur, der sogar ein Praxissemester zum Großteil mit schweißen verbracht hat. Seitdem habe ich aber nicht mal mehr ein Schweißgerät gesehen, ganz abgesehen davon, dass ich damals bei Caterpillar auch nur Schweißroboter programmiert habe. Was die dann – außer Funken und Hitze – alles gemacht haben, kann ich gar nicht mehr sagen. Für eines meiner angedachten Projekte müsste ich bald mal auf jeden Fall etwas mehr schweißen. Im Hobbyhimmel, der offenen Werkstatt hier in Stuttgart, gibt es nicht nur die Schweißgeräte, sondern auch Schweißkurse. Also habe ich mich dafür angemeldet und dann auch tatsächlich mal mitgemacht.

Mein „richtiges“ Projekt ist noch nicht ganz fertig konstruiert (das sollte ich eigentlich auch können); aber ich hatte da noch etwas anderes im Hinterkopf. Bei der Initiative freie Lastenräder für Stuttgart gibt es drei größere Fahrrad-Anhänger, auf die man jedoch nicht viel aufladen kann, weil sie einfach nur flach sind. Daher war meine Idee, dort mal ein Gestell/Gerüst/Geländer drauf zu machen, damit man wenigstens mal Banner aufspannen oder Leute draufstellen kann. Außerdem sollte dieses Gerüst in der Lagerung natürlich auch keinen Platz verschwenden. Ich habe mich daher für eine solche „halbe Kiste“ entscheiden. Die Vierkant-Profile habe ich beim lokalen Schrotthändler geholt (natürlich mit Lastenrad und diesem Anhänger) und dann im Hobbyhimmel mal zusammengeschweißt. Sieht für Profis vielleicht nicht supergeil aus, aber ich denke, dass es hält – und das zählt erstmal!

Jetzt noch Bilder.
So sah mein Transport aus (das im Hintergrund ist die Daimler Motorenentwicklung in Untertürkheim). Die bereits zugesägten Profile kann man im Anhänger unter der Decke fast gar nicht erkennen.Transport von Vierkantprofilen per Lastenrad
Und so sieht das Ergebnis aus, ich nenne es in Zukunft vermutlich einfach nur „Streitwagen“. ;~)
geschweißtes Gestell/Gerüst/Geländer