in Toronto

langsam geht das Kanada-Kapitel zu Ende, meine letzte Station ist Toronto. Die Stadt, von der ich bisher immer so geschwärmt habe. Allerdings hat mein erster Besuch im Juni mich schon wieder ein bisschen auf den Boden geholt. Und auch jetzt hat es mich nicht mehr gepackt. Irgendwie bin ich jetzt wohl im „Alltags-Modus“ und alles ist „normal“. Dazu kommt, dass ich in Toronto bisher immer zu speziellen Veranstaltungen war und die Stadt dabei einfach super funktioniert hat: die ganze Innenstadt ist super einfach mit den U-Bahnen und Streetcars zu erreichen und die Musik, bzw. das Rollerderby (inkl. der Partys) taten ihr übriges; jetzt wäre zwar gerade sogar die Indie Music Week, aber so richtig Lust darauf habe ich nicht.

Das erste was mir hier auffällt: der lokale Nahverkehrsverband TTC scheint das „Transit System of the Year“ in ganz Nordamerika zu sein, zumindest klebt das an jeder Tür an jeder Bahn. Für Downtown kann ich das auf jeden Fall bestätigen, wie es außerhalb funktioniert, weiß ich nicht.

Ob diese Meldung, dass statt den ausgegangenen Streetcars nun Busse auf dieser einen Route eingesetzt werden, dabei ein Rolle spielte, weiß ich natürlich nicht. Allerdings wundert es mich auch, denn sie müssten eigentlich mehr als genug von diesen Streetcars haben, seit sie vor einiger Zeit angefangen haben, eine ganz neue Generation davon zu besorgen.

Bei meinem letzten Hostel (auch diesmal, im November, ist Toronto ziemlich ausgebucht), stand dieser Fahrradständer. Es ist im „Stadtteil“ Kensington, wie es unschwer zu erkennen ist.

Das Fahrrad-Thema lässt mich natürlich nicht los und so kriege ich über twitter zufällig mit, dass sich ein Teil der politisch aktiven Rad-Szene heute Abend spontan in einer Bar trifft um eine Erweiterung des Radnetzes zu feiern. Auf einer der Hauptstraßen hier, der Bloor Street, haben die ersten vor etwa 40 Jahren angefangen, sich für eine geschützte Radspur einzusetzen. Letztes Jahr wurde diese mal testweise eingerichtet und mit einer Studie alle möglichen Auswirkungen beobachtet. In dieser Studie ist natürlich – wie überall – keinerlei negativer Aspekt gefunden worden und daher wurde just an diesem Tag im „Rathaus“ beschlossen, dass diese geschützte Radspur (protected bike lane) bleiben wird. In der Bar waren vielleicht 50 oder 60 Leute.
Ich hoffe, dass wir in Stuttgart keine 40 Jahre für jede Infrastrukturverbesserung brauchen werden (befürchte es aber irgendwie doch) und kann mir vorstellen, dass wir bei so einer Spontan-Party auch diese Menge an Leuten zusammenkriegen könnten.

Dieses „Everyday“ Rad sieht nicht so aus, als ob es wirklich jeden Tag gefahren wird.

In einem Radladen habe ich dann noch dieses „Life Machines – Death Machines“ Poster gesehen.

Und an einem Samstag Vormittag hat irgendwo an einer Straße jemand Fahrrad-Teile feilgeboten. Einzele Räder, Sattel, etc. Vermutlich alles gestohlenes Zeug.

Abends im Hostel habe ich dann die letzten kanadischen Craftbiere probiert. Diese Kensington Brewery ist geschickterweise direkt gegenüber.

Dieses psychedelisch angehauchte Design habe ich mal genommen, weil ich in der Art Gallery of Ontario war und dort auch eine Ausstellung mit Rock-Postern der 60er/70er Jahre war. Viele Doors-Poster oder andere Konzerte/Festivals aus der San Francisco Gegend, die gerne mal in einem ähnlichen Design waren. Der Beeren-Geschmack im Bier war jedoch nicht so ganz meins.

Dann ein Kälte-Einbruch: -17°C in der Nacht, tagsüber auch nicht deutlich wärmer als -10°C. Und ich habe nichts Warmes zum Anziehen, selbst meine einzige lange Hose hat riesige Löcher. Und der Fahrrad-Regenkittel ist auch nicht sehr warm. Also springe ich nur kurz vom Hostel in die Bahnen von dort zum Einkaufen oder woanders rein. Draußen rumlaufen fällt bei dem Wetter komplett aus. Dafür finde ich die Serie Planet Earth II hier auf Netflix (meine erste Berührung damit) und schaue drei Folgen davon an.

Der Balkon im Hostel ist auch geschlossen, aber da draußen will ja gerade eh niemand sitzen.
Ich sehe jetzt auch, wie hier diese dünnen Holzhäuser geheizt werden: mit Strom. Entweder direkt über Stromheizungen oder über diese allgegenwärtigen Klima-Anlagen. Und anstatt die Heizung zu regulieren wird die Temperatur üblicherweise über das Fenster/Tür geregelt.

So, jetzt zum letzten Punkt: Haare schneiden. Seit Vancouver war ich nicht mehr beim Friseur, entsprechend lang sind meine Haare nun. Da ich kaum noch so, wie auf meinem Passfoto aussehe, gehe ich mal zum Friseur.
Hier gibt es ein kurzes vorher-Bild: 

Und so sehe ich danach aus – wieder wie ein Mensch! 🙂

Morgen Mittag setze ich mich dann für 25h in zwei Flugzeuge und fliege nach Singapur. Das wird ein Temperatur-Schock! Von -17°C auf 31°C, fast 50°C Unterschied…. 

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