ein Pass auf über 1000m

die Dame im Hostel muss zu ihrem „richtigen Job“ eilen, aber eigentlich unterstützt sie ja auch nur ihren Neffen, der das Hostel eigentlich betreibt, sein Geld aber mit Immobilien macht. Ich versuche irgendwie zu frühstücken und rede noch ein paar Worte mit dem Niederländer Alex. Der will nicht die Küstenstraße fahren, sondern im Landesinneren, ist aber auch stark damit beschäftigt seine große Verbrennung am halben Bein zu versorgen (da ist ihm sein Kocher mit kochendem Wasser drauf gefallen).
Aus dem Städtchen raus geht es erst mal einen steilen Anstieg hoch und ich kann in der Ferne schon die Berge sehen.

Allerdings muss ich etwas aufpassen, denn diese Längsrillen, die ich schon aus Griechenland kenne, sind hier teilweise nicht mal richtig aufgefüllt. Da rein zu kommen, könnte ähnlich unangenehm werden, wie in Schienen. Da die Rillen an die 10cm breit sind, bringen mir meine 45mm breiten Reifen auch nicht viel.

Dass es hier eine Raiffeisen Bank gibt, überrascht mich doch etwas. Dass sie hier auch ihre eigene Währung haben, passt mir auch nicht so ganz in den Kram. Ich dachte eigentlich, dass ich nach der Ankunft in Griechenland nur noch Euros brauche. Kreditkarten kann ich hier nicht verwenden.

Dann bin ich draußen aus der Stadt und es kann los gehen. Es wartet ein Pass mit knapp über 1000m auf mich, an anderen Stellen der Strecke werde ich direkt an der Küste mit 0m fahren.

Auch überraschend ist die ganze Tierwelt an und auf der Straße, Ziegen (einzeln oder in Herden), Schafe, Pferde, Esel, Mulis, etc. Am schlimmsten sind allerdings diese Drex-Köter; ich weiß nicht, was die Hunde an Radfahrern haben, dass sie uns immer hinterher jagen müssen und dabei laut bellen. Einer hat sogar fast in meine Tasche gebissen. Da muss ich mir noch etwas überlegen, auf einen Hundebiss (gibt es hier eigentlich Tollwut?) habe ich hier nämlich überhaupt keine Lust!


Eigentlich ist das Wetter gar nicht so schlecht zum Radfahren, vielleicht etwas kühl, aber wenigstens trocken. Nur dass die Aussicht durch die Wolken versperrt ist, ist – gerade heute – natürlich etwas schade.

Ein letzter Blick zurück, bevor es in die Berge geht.
Als der Pass dann mal beginnt (nachdem ich schon jede Menge Hügel und kleinere Berge befahren habe), sehe ich, wie diese Straße über Serpentinen direkt in die Wolken führt.

Kurz unter der Wolkendecke mache ich noch ein letztes Bild mit Aussicht, danach ist Schluss. Ich bin in den Wolken, die Sicht ist zum Teil gerade mal 20m. Zum Glück sind die Autofahrer hier alle recht vernünftig und geben mir genügend Platz und warten mit dem Überholen auch mal, wenn Gegenverkehr kommt (eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber das habe ich auch schon anders erlebt).

Die Abfahrt war steiler als die Auffahrt, ich bin froh, wenigstens in diese Richtung gefahren zu sein (als ob ich eine Wahl gehabt hätte). Ein Idioten-Autofahrer ist mir dann noch direkt auf meiner Spur entgegen gekommen und hat mich ziemlich an den Rand gedrängt. Da alles recht schnell ging und ich mich doch mehr auf die Straße konzentrieren musste, konnte ich nicht allzu viel vom Nummernschild erkennen, aber das, was ich gesehen habe, reichte mir aus – es war ein schwarzer Q7 mit S-AA.

Dann komme ich in Vlore an und es fängt an zu regnen. Ich rase noch über diesen Radweg in die Stadt hinein und stelle mich dann dort unter. Andere, die hier Zuflucht gesucht haben, wollen mal wieder mit mir reden, aber das geht halt nicht, ich kann deren Sprache nicht und die können meine nicht. Ich käme niemals auf die Idee, hier überhaupt ein Gespräch anzufangen.
Nach 15min hört der Schauer auf und ich fahre die restlichen 3km ins Hostel. Eigentlich dachte ich ja mal, dass ich noch in die nächste Stadt, nach Fier, fahren könnte, aber das fällt heute dann mal aus….

Wie der Pass bei gutem Wetter aussehen könnte, kann man mit einer Internet-Bildersuchmaschine gut rausfinden.

 

Relive ‚auf einer Küstenstraße über einen 1030m hohen Pass!‘

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