Archiv der Kategorie: Albanien

Shkoder – Budva

das Hostel hier in Shkoder ist ein kleines Refugium in der hektischen und dreckigen Stadt. In einer kleinen Seitenstraße hinter einem großen Tor ist auf einmal ein Garten und eben dieses idyllische Hostel. Sie sagen mir noch, dass ich beim „richtigen“ Radmechaniker war, sie schicken alle anderen Leute auch dort hin. Und ich sehe an ihren Rädern solche „No Oil – Massa Critica“ Nummernschilder.

Und Fahrrad-Gardinen. Und im Aufenthaltsraum hing auch noch eines an einer Wand.

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Lushnja – Shkoder

gestern habe ich ja noch mein Fahrrad ein bisschen geputzt, war wohl so eine Übersprungshandlung. Heute sieht es nach dem gestrigen Regen noch schlechter aus, als gestern. Aber ich habe heute keine Lust mehr, es nochmal unnötig zu putzen.
Das Frühstück ist kein Buffet, sondern ich muss es irgendwie bei der albanisch sprechenden Bedienung bestellen. Geht natürlich nicht, ich sage einfach nur immer ja und kriege halt irgendwas. Zum Glück bin ich kein wählerischer Esser, sondern esse halt, was auf den Tisch kommt.

Trotz der miserablen Wettervorhersage ist das Wetter überraschend in Ordnung. Und ich komme sogar mal an so einem Radweg vorbei, zwar auf der falschen Seite, aber ich nutze ihn doch mal. Später stehen da noch Autos auf den Parkplätzen, die aber weit genug weg sind und außerdem wurden noch Überfahr-Sperren an die Seite gemacht. Am Ende des Radwegs ist ein Radladen, ich winke jedoch nur und fahre weiter.

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Vlorë – Lushnja

nach der gestrigen „Bergetappe“ und vor allem wegen des angekündigten Mistwetters habe ich heute keine so große Motivation zu starten. Der eine Typ im Hostel, der gestern noch die Blätter von „Busch mit den gelben Früchten“ für seinen Joint schnitt, weil er Tabak nicht mag, wundert sich über mich. Alle anderen Radfahrer ständen bereits morgens vor Achte auf der Matte und fragen ganz nervös, wann es denn endlich Frühstück gäbe. Ich sitze um elf noch rum und kriege dafür gesagt, dass ich ja ziemlich sicher in meiner „Leistungsfähigkeit“ sein müsse, wenn ich heute noch 120km fahren will. (Zur Erinnerung: gestern waren es mit riesen-Berg 128km)

Ich bewundere noch die Ablage am Badezimmer-Spiegel (es ist einfach nur so ein Plastik-Lineal) und dann fahre ich echt mal langsam los.

Diese Zebrastreifen in dieser Stadt habe ich gestern ja schon gesehen, aber wegen Regen nicht fotografiert. Trotz dieser farbigen Zebrastreifen funktionieren sie nicht so ganz, wie bei uns. Wenn man einfach wartet, bis die Autos anhalten, wird das wohl ewig dauern. Wenn man allerdings losläuft, halten die Autos schon an, oder fahren zumindest langsam vor oder hinter den Fussgängern vorbei.

Lastenräder sehe ich hier kaum – und wenn, dann nur solche selbst gebastelten, wie dieses hier.

Danach geht das Mistwetter los. Ich bin auf einmal mitten in einem starken Gewitter und werde schneller nass, als ich mir die Regenklamotten anziehen kann. Zum Unterstellen gibt es auch weder Zeit noch Möglichkeiten. Es sieht nicht so aus, als ob es besser wird, also fahre ich eben so weiter, bis endlich mal eine Tankstelle kommt, wo ich mit dann wenigstens mal unterstellen kann. Auch hier wird es aber nicht besser, nur kälter. Also fahre ich nach etwas Warten weiter, bis zur nächsten Unterstell-Möglichkeit. Auch hier: keine Besserung in Sicht. Was an dem Regen ja auch schlecht ist: Auf einmal sieht man das ganze Ausmaß dieser miserablen Straßen hier, jede Unebenheit füllt sich mit dem dreckigen Wasser und man kann nicht mehr entscheide, ob diese Pfütze nur eine kleine Delle im Asphalt ist, oder ein fieses Schlagloch. Und die Autos und LKWs, die an einem vorbei fahren, können gar nicht anders, als durch Pfützen zu fahren und mich dabei total voll zu spritzen. An einer Raststätte ist ein Schild „free Wifi“, also halte ich dort an. Im nächsten Städtchen gibt es ein Hotel für 15€ – ich entscheide, dass ich die Tour heute abbreche und das buche, denn ich habe heute mal wieder gestrichen die Schnauze voll!
Nach etwas hin und her fahren in Lushnja finde ich es auch, der Hotelier steht schon draußen und erwartet mich (kann aber kein Wort Englisch). Mir egal, nach dem ich die nassen Sachen ausgezogen und die Klimaanlage auf 26° gestellt habe hole mir noch eine Pizza und ein Bier. Nachts muss ich noch ein paar Mücken erschlagen und hoffe mal, dass das Wetter irgendwann nochmal etwas besser wird, die Vorhersage sieht ja nicht berauschend aus.

ein Pass auf über 1000m

die Dame im Hostel muss zu ihrem „richtigen Job“ eilen, aber eigentlich unterstützt sie ja auch nur ihren Neffen, der das Hostel eigentlich betreibt, sein Geld aber mit Immobilien macht. Ich versuche irgendwie zu frühstücken und rede noch ein paar Worte mit dem Niederländer Alex. Der will nicht die Küstenstraße fahren, sondern im Landesinneren, ist aber auch stark damit beschäftigt seine große Verbrennung am halben Bein zu versorgen (da ist ihm sein Kocher mit kochendem Wasser drauf gefallen).
Aus dem Städtchen raus geht es erst mal einen steilen Anstieg hoch und ich kann in der Ferne schon die Berge sehen.

Allerdings muss ich etwas aufpassen, denn diese Längsrillen, die ich schon aus Griechenland kenne, sind hier teilweise nicht mal richtig aufgefüllt. Da rein zu kommen, könnte ähnlich unangenehm werden, wie in Schienen. Da die Rillen an die 10cm breit sind, bringen mir meine 45mm breiten Reifen auch nicht viel.

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