Lauterbach – Darmstadt

nach der Erfahrung von gestern mache ich heute gar keine großen Pläne, sondern fahre einfach mal drauf los. Im Städtchen Lauterbach werden in der Alt-/Innenstadt diese Schirme aufgehängt und beim orangenen „Fahr Rad“-Schirm muss ich dann doch mal anhalten und sie fotografieren.

Weiter geht’s – allerdings scheint der heutige Radweg nicht so komfortabel zu sein, wie gestern noch. Diese Schilderkombination von Radweg-Ende/Radweg-Anfang an jeder noch so kleinen Querstraße zeigt mal wieder überdeutlich, wie die Prioritäten verteilt sind. Selbst bei diesem kleinen Parkplatz für Wanderer, die ja der aktiven Bewegung nicht abgeneigt sind, werden die RadfahrerInnen ausgebremst und müssen sich mit den potentiell rumfahrenden KFZ auseinandersetzen.
Warum macht man in solchen Fällen nicht einfach eine Vorfahrtsregelung für die Radfahrer?

Auch sehr ungerne gesehen: Drängelgitter. Vor allem, wenn man ein Rad dabei hat, bei dem noch Packtaschen dran sind. Man sieht zwar überall, dass sie die Durchfahrt deutlich vergrößert haben und jeweils eines dieser Gitter nach hinten versetzt haben. Aber dennoch ist es eine unnötige Einschränkung von Radfahrenden. Ich könnte sowas ernst nehmen, wenn es auch nur eine einzige Stelle im deutschen Straßenverkehrsnetz gäbe, das so ausgelegt ist, dass Autos auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen müssten und mit bestimmter Beladung eine solche Stelle sogar überhaupt nicht passieren könnten.

Störche. Überall waren heute auch Störche. Zuerst dachte ich mir bei einzelnen, dass das ja nichts allzu besonderes ist – obwohl man hier um die Großstadt herum echt selten so ein Tier sieht. Als dann ein ganzer Schwarm von ca. 20 Störchen auf einem Feld stand und im HIntergrund noch so ein Storchennest zu sehen war, hielt ich doch mal an, und probierte, sie zu fotografieren.

Bei dieser abgerissenen ex-Brücke dachte ich nur: zum Glück lag das nicht auf meinem Weg. Auf den digitalen Karten ist die Brücke noch drauf und der Wegweise zeigt auch noch in die Richtung. Aber drüber – bzw. da durch – wird man nicht mehr kommen.

Im weiteren Verlauf musste ich dann noch über den Main – und auch die Fähre, die ich eigentlich nehmen wollte und in meiner Karte war, fuhr nicht mehr. Also zurück zur letzten Stadt oder weiter und hoffen, dass die nächste Fähre noch aktiv ist. Da ich ungerne zurück fahre, fuhr ich weiter und hatte tatsächlich Glück. Die nächste etwa 3km weiter fuhr noch und legte auch gerade an. 50 Cent ärmer kam ich kurz drauf auf der anderen Seite an und nutzte die Fahrt für so ein Selfie.

Als Stuttgarter fand ich das Schild der Kesselstadt, wohl ein Stadtteil von Hanau, interessant und nutzt gleich nochmal die Chance für ein solches Selfie.

Und dann bin ich sehr überraschend auf diesem Radschnellweg angekommen. Ich wusste weder, dass es ihn überhaupt gibt, geschweige denn, wo er überhaupt ist. Ich habe es noch nicht mal geschafft, den Radschnellweg bei Stuttgart anzuschauen und bin jetzt zufällig auf diesem gelandet. Seltsam.
Auch hier gilt aber wieder, dass der Radschnellweg natürlich keine Vorfahrt vor der noch so unbedeutenden Straße hat. Es gilt: Vorfahrt achten! Da ist so eine Haltestange zwar eine nette Spielerei, lieber wäre es mir (und vermutlich vielen anderen Radlern ebenfalls), wenn man gar nicht anhalten müsste. Auch diese Stange mit dem Schild mitten auf dem Weg ist eigentlich schon eine (leider nötige) Frechheit. Würde ich auf einer Autobahn oder Bundesstraße mal einen Poller zwischen den Fahrspuren aufbauen, wäre ich innerhalb kürzester Zeit wegen „Gefährdung des Straßenverkehrs“ angeklagt. Beim Radverkehr ist so etwas immer wieder ein Selbstverständlichkeit. Woher kommt nur diese Ungleich-Behandlung?

Und auch diese Malereien in Darmstadt kommen mir recht bekannt vor.
Hier wird deutlich gemacht, dass diese Schutzstreifen eigentlich passender ein „Mordstreifen“ ist. Wenn man den nötigen Abstand zu geparkten Autos hält, fährt man außerhalb dieses Streifens. Man selbst ist mit einem normalen Rad auch noch ca. 60cm breit. Dann kommen dazu noch mindestens 1,5m Abstand (wie es in der aktuellen Rechtssprechung immer wieder bestätigt wird). Dass ein Auto auf einer solchen Straße überhaupt nicht mehr überholen kann, wird dann überdeutlich.
Warum die AutofahrerInnen trotzdem immer wieder an solchen stellen überholen, warum jede Polizei ein solches regelwidriges Verhalten duldet, bei dem die Gesundheit und das Leben der Radfahrenden aufs Spiel gesetzt wird, warum die Stadtverwaltungen solche Infrastruktur überhaupt heutzutage noch „bauen“, bzw. nicht rabiat dagegen vorgehen?
All das sind offene Fragen, die rational leider nicht beantwortet werden können.

Eine Kreuzung vor meinem Ziel finde ich einen 20€ Schein auf der Straße – und soviel Glück, wie ich in dem Moment habe, soviel Pech habe ich kurz drauf am Tresen der Jugendherberge hier in Darmstadt – es ist alles ausgebucht. Die nächste ist 20km entfernt, zwar im Süden, aber sie ist telefonisch nicht erreichbar. Es ist bereits kurz nach 19 Uhr und ich befürchte, dass sie tatsächlich schon geschlossen sein könnte. Da ich auf die Schnelle keinen gescheiten Weg dorthin sehe und mit der Telefon-Navigation bestimmt nicht besonders schnell sein werde, entscheide ich mich dafür, zum Bahnhof zu fahren und per Zug zurück nach Stuttgart zu fahren. Somit ist dieser kurze Ausflug nach den heutigen 150km auch etwas schneller zu Ende, als ich es anfangs gedacht habe. Home, sweet home….

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