nach/in Schweden

voller Energie nach dem Frühstück losgefahren, nur um nach wenigen Metern festzustellen, dass auf dieser Brücke in Fredrikstad eine Baustelle ist und Fahrräder daher verboten sind. Ich überlege mir noch, dieses Verbot einfach zu ignorieren, werde aber mit meinem breiten und schweren Rad sicherlich ein ziemliches Verkehrshindernis in der engen Baustelle sein. Also doch zurück und die Fähre suchen. Die fährt sogar alle 15min (Fahrzeit etwa 2min) und ist dabei noch kostenlos. Warum nicht gleich so?
Brücke in Fredrikstad
Die nächste Brücke, die ich auch nicht fahren darf, ist diese Autobahnbrücke. Dieser Fluss ist die Grenze zwischen Norwegen und Schweden.
der Grenzfluss mit der Autobahn-Brücke
Auf der parallelen „Landstraße“, die ebenfalls diesen Fluss quert, ist diese Tatsache auch groß und deutlich niedergeschrieben. Es gibt dort zwar auch noch die alten Zöllner-Häuschen, die sind allerdings gerade nicht in Benutzung – obwohl aktuell ja geraten wird, den Reisepass für die Grenzüberquerungen in Skandinavien mitzuführen.
Hier, wie fast überall anders auch, sieht man recht gut, dass Grenzen nur etwas mensch-gemachtes sind. Irgendwer denkt sich diesen Unfug aus und dann hauen sich andere die Köpfe deswegen ein. Besonders weit sind wir als Menschheit seit der Aufklärung noch nicht gekommen
Grenze: Norwegen - Schweden
Wenn ich die heutige Tour unter ein Stichwort stellen müsste, wäre es „Wind“, konkret: „Gegenwind“. Die ganze Zeit und ziemlich stark. Südwind – damit hätte ich an der Küste hier überhaupt nicht gerechnet. Solche Fahnen hängen nicht nur in Schweden, sondern auch an jedem zweiten/dritten Haus in Norwegen (dann eben in rot/weiß).
schwedische Fahne im Wind
Einige Wörter im Norwegischen kann man mit etwas Phantasie, einer versuchten (inneren) Aussprache und dem zugehörigen Kontext doch tatsächlich erraten, auch wenn ich beim gesprochenen Norwegisch kein Jota verstehe.
Dies hier ist jetzt allerdings Schwedisch und für mich heißt es „lebensgefährliche Leitung“.
(kann aber auch völlig falsch sein)
Lebensgefahr!
Ansonsten geht die Szenerie hier mehr oder weniger so weiter, wie es bereits in Norwegen ausgesehen hat. Viel Wald, viel Wasser und hier und dort taucht mal ein Häuschen oder gar ein ganzes Dorf auf.
schwedische Idylle
Fotos mache ich gar nicht so viele. Mein Smartphone ist mit einer Finn-Halterung am Lenker befestigt und ist auch meine Navigations-Zentrale. Es ist einfach zu umständlich, es erst weg und dann wieder dran zu machen, außerdem brauche ich beide Hände dafür. Hoffentlich gibt es für mein Fairphone2 bald eine Abdeckung, die einen Garmin-Bajonett-Verschluss oder eine ähnliche Halterung bereits integriert hat.
schwedische Landschaft
Heute sind mir noch relativ viele Autos mit deutschem Kennzeichen aufgefallen. Alleine heute waren es schon mehr, als die ganzen letzten Tage zusammen. Was wollen die alle hier in diesem Eck von Schweden?
Den Nordsee-Radwanderweg, den ich ja eigentlich fahren will, habe ich heute irgendwie verloren und nicht mehr gefunden. Theoretisch müsste ich drauf sein, habe allerdings schon seeeehr lange kein Schild mehr gesehen. Heute bei dem Wind war es mir auch ganz recht, keine Schlenker zu fahren, sondern den möglichst direkten Weg zu nehmen. Am Ende waren es dann 130km. Mal sehen, ob ich ihn morgen wieder finde. Und hoffentlich hört der Regen noch auf, der mit leichtem Nieseln auf dem letzten Kilometer angefangen hat und etwa eine Stunde nach meiner Ankunft dann richtig angefangen hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .