Archiv der Kategorie: Nordsee-Radreise

Heimweg

ein Zugticket habe ich schon gekauft, so dass ich noch pünktlich vor der Critical Mass in Stuttgart sein werde. Ich muss also nur noch pünktlich aufstehen, gemütlich frühstücken und es bis 9:40 zum Bahnhof schaffen, dann fahre ich direkt bis Stuttgart durch. Gestern beim Zubettgehen musste ich noch aufpassen, dass ich mir nicht den Kopf anschlage, das lädierte Knie reicht mir gerade völlig aus. Mehr als im Bett sitzen geht hier nicht.
mein Bett in der Jugendherberge
Ich habe es auch, trotz einem kleinen Umweg (hab es mal ohne Navi versucht) rechtzeitig zum Zug geschafft. Dort hänge ich also mein Rad hin und suche erfolglos einen Sitzplatz. Der Zug ist aber für die nächsten zwei Stunden ziemlich voll und ich stehe halt irgendwo im Gang. Bin ja genug gesessen in letzter Zeit.
da hängt mein Rad für die nächsten 7h
Dann wurde es aber besser und ich bekam einen Sitzplatz und ich kann halbwegs bequem diese Zeilen hier tippen. Trotzdem habe ich immer so ein Gefühl von „Abenteuer“, wenn ich mich auf die Bahn verlassen muss. Selbst nachdem ich schon pünktlich abgefahren bin. Ich hoffe, dass noch alles klappt.
Kabelage im IC - nur für die Technik....

Zusammenfassung: Ich war jetzt 16 Tage unterwegs, davon waren zwei An- und Abreise. Und dann hatte ich noch zwei Pausen-Tage, also 12 Tage radelnd; in der Zeit bin ich etwa 1660km gefahren.

die letzte Etappe, nach Bremen

der Krankenstand sagt: halb so wild. Das offene Knie macht keine Probleme, das angeschwollene sieht heute sehr viel besser aus. Also ab aufs Rad und die letzte Etappe in Angriff nehmen. Das Wetter soll zwar nicht so gut werden, aber inzwischen ist es mir auch egal. Die Luft ist sowieso schon raus, das habe ich in Australien auch so erlebt. Woher soll man die Motivation für die letzte Etappe (und dann noch mit Gegenwind und potentiellem Regen) nehmen?
Hamburg hat auf jeden Fall nicht weitergeholfen. Nach der Durchquerung des alten Elbtunnels ging es lange durch den Hafen und die angrenzenden (und wahrlich nicht schönen) Industriegebiete.
durch den alten Elbtunnel
Dann war ich raus aus der Großstadt und kam kurz drauf in Buxtehude vorbei. Das gibt’s ja wirklich! ;~)
durch Buxtehude
Bei meiner Mittagspause hatte ich aus Versehen mal hinter mich geschaut und dieses Schlechtwetter-Gebiet bemerkt. Eigentlich habe ich es ja schon die ganze Zeit vor mir gesehen und war recht froh, dass es nur hier und da mal ein bisschen getröpfelt hat.hinter mir: Regen
Vor mir hingegen sah es jetzt langsam deutlich besser aus.
vor mir: gutes Wetter (zumindest aktuell)vor mir: gutes Wetter (zumindest aktuell)
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gemütlich nach Hamburg fahren

eigentlich habe ich noch fast eine Woche Urlaub, das könnte reichen, um von Lübeck bis zurück nach Stuttgart zu fahren. Allerdings ziehe ich es vor, bis Freitag Abend zur Critical Mass wieder in Stuttgart und am Samstag/Sonntag mich mit „alten Freunden“ zu treffen. Die letzten drei Urlaubs-Tage werde ich dann bestimmt auch noch irgendwie in Stuttgart gefüllt kriegen.
Heute werde ich also nur noch von Lübeck nach Hamburg fahren, das sind etwa 70km, lohnt sich also fast gar nicht, überhaupt auf’s Rad zu steigen. Gestern war ich schon recht begeistert von der Infrastruktur hier in Lübeck. Im Gegensatz zu Kopenhagen sind hier tatsächlich Haltegriffe an den Ampeln und es gibt auch sehr viele Radwege – daher auch viele Radfahrer. Zumindest auf dem Weg, den mich mein Navi mitten in die Stadt geführt hat.
Heute früh dachte ich mir, dass es noch eine gute Idee wäre, einmal durch die Lübecker Altstadt zu fahren, bevor ich nach Hamburg aufbreche. Das war aber vielleicht eine der blödsten Ideen, die ich im ganzen Urlaub hatte. In der ganzen Altstadt ist ganz fieses Kopfsteinpflaster gelegt. Das mag mit einem Mountain-Bike oder City-Rad noch halbwegs fahrbar sein, mit meinem CycloCross (32mm Reifen mit 6,x Bar und Gepäcktaschen) war es eine Qual dort zu fahren.
Als ich an einer Stelle wieder aufsteigen musste, war mein ganzer Körper (inkl. Hirn) so durchgeschüttelt, dass ich beim Einklicken des linken Pedals abgerutscht bin und auf mein Rad draufgefallen. Wie ich es geschafft habe, das linke Knie, links vom Rad liegend, an die Zähne der Tretkurbel (rechts) zu kommen, ist mir noch ein Rätsel – ist aber doch irgendwie passiert.
mit dem Knie in die Zahnkranz gekommen
Nagut, steige ich nochmal auf – diesmal besser „richtig“ und fahre weiter. Die Passanten, die es gesehen haben, hatten – typisch norddeutsch – natürlich keine Hektik, mir zu helfen, sondern fragten, als ich dann an ihnen vorbeifuhr, ob alles in Ordnung wäre.
Von Lübeck aus geht es teilweise über solche geheimen Radwege in Richtung Hamburg. Nach dem Regen der letzten Nacht war mein Schutzblech wohl eine sehr gute Investition. Es war oft nicht möglich (nicht nur auf der heutigen Strecke), so zu fahren, dass ich keine der massenhaften Nacktschnecken überfuhr – und solche zerfetzten Schnecken an Rücken und im Gesicht wären bestimmt keine tolle Sache gewesen.
kleine, heimliche Wege in Richtung Hamburg
Diese kleinen Radwege waren teilweise ebenso schlecht, wie das Kopfsteinpflaster in Lübeck, ab und zu natürlich auch mit größeren Schlaglöchern oder solchen Baumwurzel-Erhebungen. Manchmal habe ich sie ganz rebellisch verlassen und bin lieber auf der Straße gefahren.
An den Windrädern kann man sehen, dass der Wind – natürlich – mir wieder direkt entgegen gekommen ist.
das Wetter scheint mitzuspielen
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zurück nach Deutschland

im Bed&Breakfast bin ich alleine. Es ist kein weiterer Gast hier gewesen und die HausbesitzerIn sind beide beim Arbeiten. Da es kein Frühstück und auch sonst kein Grund gibt zu bleiben, mache ich mich schon um neue Uhr auf den Weg. Bis zur Fähre nach Fehmarn sind es etwa 85km. Der Wind ist zwar etwas weniger aber immer noch von vorne. Dazu kommt noch ein kurzer Regenschauer, den ich nur mit Poncho überstehe. Ja, jetzt ist es endgültig: Auf Nimmerwiedersehen, Dänemark!
Aussicht in Dänemark, immer noch
Heute war der „Tag der Brücken“ – wenn ich es noch richtig weiß, bin ich über drei Stück gefahren, die alle ziemlich groß waren. Auf dieser kam mal wieder mein moralisches Gewissen ins Spiel. Warum Leute mitten auf der Brücke eine Prinzenrolle-Plastik-Verpackung hinschmeißen, frag ich mich wirklich. Idioten! Allen Müll kann ich natürlich nicht aufsammeln, aber wenn er hier auf der Brücke liegt und dann definitiv ins Meer fliegen wird, dann drehe ich doch nochmal um und sammle das ein. Danach war noch eine Haribo-Verpackung, bei der ich alle Gedanken schon durchgedacht hatte. Hier brauchte ich also nur eine Vollbremsung machen. Nach der Brücke lag dann noch eine Einkaufstüte neben dem Weg, die ich noch einsammeln wollte (wenn ich sowieso schon dabei bin). Allerdings war dort noch eine Tüte mit einem (Hunde-) Scheißhaufen drin. Hab ich dann liegen gelassen und hat mich wieder darin bestätigt, dass ich zum „Team Katze“ gehöre.
Tag der Brücken /1
Ja, diese Wolken haben noch über mir abgeregnet. Auf diesem Bild wollte ich eine Windhose fotografieren, wenn ich es richtig weiß, war es die erste, die ich gesehen habe. Bis ich allerdings soweit war, war sie schon fast wieder weg. Ein bisschen rechts vom Schiff kann man sie noch leicht erkennen.
eine Windhose
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Kopenhagen, das Radler-Paradies?

bevor ich losgefahren bin, hatte ich keine Ahnung, dass ich sogar noch in Kopenhagen vorbeikommen würde. Als „Rad-Aktivist“ (wie ich mich selbst gerne übertrieben bezeichnen würde), soll diese Stadt ja das Paradies sein. Höchste Zeit also, dies mal live anzuschauen.
Davor muss ich aber erstmal noch übersetzen (alternativ könnte ich noch weiter südlich nach Malmö fahren und dann über die Autobahnbrücke – falls ich die mit dem Rad überhaupt fahren darf). Zur Fähre geht es über eine spiralförmige Radbrücke, was sogar per Verkehrsschild-Mast angezeigt wird.
ein Verkehrsschild mit spiralförmigem Mast
Die Fähre kostet keine vier Euro und ich habe sowieso noch schwedische Kronen, die ich noch loswerden könnte; nicht dass es wieder so geht, dass ich stapelweise Scheine zuhause habe, die schon ein Jahr nach dem Urlaub ungültig werden. Auf der Fähre habe ich Zeit, als mache ich endlich mal „Wartung“, allerdings nur Luft aufpumpen (zum ersten Mal auf der Tour). Ich bin gerade noch bei 4bar, die Reifen können 6,5bar. Kein Wunder, dass es immer so anstrengend zu fahren war. ;~)
Fahrrad-Wartung
Da habe ich ein super Foto von meiner Luftpumpe gemacht, oder?
Danach hatte ich dann Zeit, die Aussicht zu genießen – so sieht also Dänemark vom Schiff aus aus.
Aussicht nach Dänemark
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die letzten Kilometer in Schweden

eigentlich war die Wettervorhersage für heute gar nicht so schlecht, trotzdem fällt draußen Regen, als mein Wecker um halb acht klingelt. Na Scheiße!
Beim Frühstücken in diesem B&B bin ich kurz nach acht der erste von den sieben Gästen und lasse es mir auch gut schmecken. Es gibt hier sogar gutes selbstgebackenes Brot. Die anderen sechs verziehen sich langsam alle wieder, während ich immer noch dasitze und weiteresse. Das ist der Vorteil am täglichen Radfahren – und Hektik habe ich wegen des Regens ja auch keine.
Tag 11 beginnt mit Regen
Als ich dann doch endlich fertig bin, hat es überraschend mit dem Regen aufgehört und ich kann doch im Trockenen losfahren. Warum die Schweden (und Norweger) ihre Häuse gerne rot machen, ist mir noch nicht erklärt worden (ich habe auch nicht gefragt). Die blau-gelbe Farbgebung bei allen Warnbaken und „Kurven-Warn-Zeichen“ kann ich mir mit der schwedischen Flagge dagegen selbst herleiten.
schwedische Idylle mit blau-gelben Straßenschildern
Diese Midsommer-Reste standen irgendwo am Straßenrand. Das Fest ist jetzt vorbei. Wobei der/die Blumenkranz-Träger/in (und Weintrinker/in) heute Vormittag immer noch ein paar Nachwehen haben könnte….
die Reste von Midsommer
Und dann eine Windmühle. Klar, Wind hat’s hier mehr als genug (heute zum Glück nur von der Seite). Aber trotzdem hätte ich das hier nicht erwartet. In meiner kleinen Welt gehörten Windmühlen bisher immer nur nach Holland. Das war auch nur eine von zweien, die ich hier bisher überhaupt gesehen habe.
auch in Schweden: Windmühlen
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Tschüss, Göteborg!

nachdem Göteborg heute genauso zu sein wird, wie gestern, habe ich mich einfach weiter auf die Reise gemacht. Natürlich erstmal gemütlich frühstücken und dann war ich kurz nach elf auch schon bereit zum Losfahren. Kein Problem, heute sind ja nur 105km – auf der direkten Route – geplant. Das Wetter ist wieder super und der Wind spielt sogar mit (teilweise Rückenwind!), dazu habe ich den Nordsee-Radwanderweg wieder gefunden und der ist echt viel schicker, als einfach nur an den großen Straßen entlang zu fahren. Da machten die fast 25km Umweg auch nix aus.
Was das Kattegattleden auf dem Schild bedeutet, weiß ich nicht. Aber das Fahrrad und die (1) ist wichtig.
endlich wieder ein Schild für den Nordsee-Radwanderweg
Und hier noch ein beispielhaftes Bild von der schon mal angesprochenen Radinfrastruktur hier. Alles schön getrennt und genügend Platz, sogar auf die Bordsteine wird auf der Radspur meist komplett verzichtet. Bei Kreisverkehren kommt es auch sehr oft vor, dass die Radspuren einfach in einem kleinen Tunnel unter der Straße geführt werden. Für Kinder, Alltags- und Reiseradler echt gut gemacht, nur mit dem Rennrad würde ich immer noch lieber die Straße nehmen.
Beispiel für die schwedische Rad-Infrastruktur
Irgendwo auf einem „Berg“ (die heutige Strecke hatte eine maximale Höhe von 58m ü. NN) konnte ich links diese Aussicht genießen.
Ausblick nach links unten
Und rechts, in Richtung Küste, hat sich mir diese Aussicht geboten.
Ausblick nach rechts unten
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in Göteborg

wieder eine größere Stadt, daher hatte ich hierfür auch einen „Ruhetag“ eingeplant. Weniger wegen der Ruhe, sondern eher, um mir die Stadt ein bisschen anzuschauen. Ich überlege mir noch, die Göteborg-City-Karte zu besorgen, entschließe mich dann aber dazu, doch nur ein/zwei Museen anzuschauen und es sich dafür gar nicht lohnt; die Museen hier sind relativ günstig.
Beim Kunstmuseum wundere ich mich noch darüber, dass es verschlossen ist und suche einen anderen Eingang – nix, es ist zu. Und es gibt kein Schild mit einer Erklärung.
Kunstmuseum, zu
Nagut, genieße ich halt kurz die Aussicht von dort, nachdem ich da unten in diesem „Urban Garden“ auch schon mein Frühstück genossen habe.Kunstmuseum, Ausblick
Dann mache ich mich zurück auf den Weg ins Hostel um dort im Internet ein bisschen weiter zu recherchieren und sehe, wie gerade zwei Radler mit je einem solchen Rad angekommen sind. Es sind Prototypen und sollen angeblich super-bequem sein. Ich kann mir das zwar nicht so recht vorstellen, bin aber auch nicht Probe gefahren. Wer holländisch kann (oder google-translate vertraut), findet hier mehr Infos über diese Liegeräder von Vrijwiel.
ein interessantes Fahrrad-Konzept
Zurück zum Thema: Ich habe raus gefunden, dass hier aktuell Midsommer ist. Das Wochenende nach dem längsten Tag des Jahres wird hier in Schweden groß gefeiert. Und dann haben alle öffentlichen Gebäude, die meisten Läden und auch viele Restaurants zu. Tja, nachdem ich schon damals am Weihnachtstag in Melbourne war, wo es ähnlich gewesen ist, scheine ich hier wieder dieses Glück erwischt zu haben. Morgen ist das hier übrigens auch noch so….
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Regen

tja, früher oder später musste es ja passieren, trotz anders lautender Wettervorhersage. Heute hat es geregnet, so etwa die letzten 50km lang.
Die ersten etwa 60km musste ich fahren, ohne irgend etwas gegessen zu haben. Ausgesehen hat es hier in etwa so. Viele Wolken (viel Wind, nicht sichtbar) und wenig Zivilisation.
schwedische Landschaft vor dem Regen
In meiner Unterkunft gab es kein Frühstück (und auch gestern kein Abendbrot). Ich dachte, dass das schon nicht so schlimm sein wird, irgendwann kommt bestimmt ein Supermarkt. Der kam aber halt erst nach etwa 60km in einem Ort mit dem lustigen Namen Ellös. Davor kam noch etwas anderes und auch ganz neues: Fähren! Und das gleich dreimal recht nah hintereinander. Zum Glück fuhren diese alle 20min und waren dazu sogar noch kostenlos.
eine Fähre!
Nach dem Supermarkt-Besuch (1,75l O-Saft, drei Bananen, eine Birne, zwei Brötchen, ein Eis und ein ganzer Kuchen) lief die Fahrerei doch wieder etwas besser. Bis kurz vor dieser wiederum recht mächtigen Brücke „Tjörnbron„. Da hat es zum Regnen angefangen. Es ist ca. 50km nördlich von Göteborg, meinem heutigen Ziel.
mal wieder eine große Brücke
Ich fahre zwar die ganze Zeit an einer Bahnlinie entlang und dachte mir auch, dass ich in einen Nahverkehrszug einsteige, wenn ich überhaupt keine Lust mehr haben sollte. Aber zum einen ist da überhaupt gar kein Zug gefahren, in keine Richtung, und zum anderen war es mit meinem, noch kurz vor dem Urlaub gekauften, Regencape gar nicht so schlimm zu fahren. Klar, die Schuhe sind klatschnass (soweit habe ich noch nicht gedacht), und unter dem Cape ist auch eine ziemliche Sauna-Atmosphäre – aber was solls. Gerechnet hatte ich mit sowas eigentlich schon ab dem ersten Tag und dann auch mehr oder weniger täglich.

Die ganze Regenstrecke war nicht nur an einer Bahnlinie, sondern auch an einer Autobahn entlang. Und es war durchgängig Stau, 50km lang, von ca. 15:30 – 18:00. Mir unverständlich wie man seine Zeit so sinnlos in einem Auto stehend/sitzend wegschmeißen kann. Und das vermutlich täglich, denn es war kein Unfall oder ähnliches zu erkennen, was der Grund für den Stau hätte sein können.

So, zum Schluss noch ein Bild von Stein-Enten als Parkplatz-Trenner, die ich auf der heutigen Strecke gesehen habe. Mehr Bilder gibt’s nicht, beim Regen machts weder Spaß zu fotografieren noch ist es sinnvoll machbar, das Smartphone überhaupt zu benutzen.
Steinenten

nach/in Schweden

voller Energie nach dem Frühstück losgefahren, nur um nach wenigen Metern festzustellen, dass auf dieser Brücke in Fredrikstad eine Baustelle ist und Fahrräder daher verboten sind. Ich überlege mir noch, dieses Verbot einfach zu ignorieren, werde aber mit meinem breiten und schweren Rad sicherlich ein ziemliches Verkehrshindernis in der engen Baustelle sein. Also doch zurück und die Fähre suchen. Die fährt sogar alle 15min (Fahrzeit etwa 2min) und ist dabei noch kostenlos. Warum nicht gleich so?
Brücke in Fredrikstad
Die nächste Brücke, die ich auch nicht fahren darf, ist diese Autobahnbrücke. Dieser Fluss ist die Grenze zwischen Norwegen und Schweden.
der Grenzfluss mit der Autobahn-Brücke
Auf der parallelen „Landstraße“, die ebenfalls diesen Fluss quert, ist diese Tatsache auch groß und deutlich niedergeschrieben. Es gibt dort zwar auch noch die alten Zöllner-Häuschen, die sind allerdings gerade nicht in Benutzung – obwohl aktuell ja geraten wird, den Reisepass für die Grenzüberquerungen in Skandinavien mitzuführen.
Hier, wie fast überall anders auch, sieht man recht gut, dass Grenzen nur etwas mensch-gemachtes sind. Irgendwer denkt sich diesen Unfug aus und dann hauen sich andere die Köpfe deswegen ein. Besonders weit sind wir als Menschheit seit der Aufklärung noch nicht gekommen
Grenze: Norwegen - Schweden
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Richtung Süden

mit Oslo habe ich den nördlichsten Punkt meiner Reise erreicht, ab jetzt geht’s wieder zurück in den Süden. Heute steht nur eine Tour von etwa 100km an, daher habe ich davor noch etwas Zeit, bei bestem Wetter ein bisschen durch das „touristische“ Oslo zu fahren. Ein Haupt-Bauwerk ist sicherlich die lokale Oper, die so aussieht.
die Oper in Oslo
Mit dem Fahrrad war es allerdings verboten, auf diesem „Dach“ zu fahren.
Ich habe mir die Frage gestellt, warum in vielen Städten (bestens Beispiel Sydney) Oper-Gebäude solch einen Stellenwert haben, während der „normale“ Bürger doch seltenst so eine Aufführung besucht?
Auf dem Bild kann man Kräne sehen, ganz Oslo ist eine Baustelle, sogar schlimmer als Stuttgart. Die Stadt ist seit der Jahrtausendwende um 30% gewachsen und der typische Stil ist „modern“, d.h. sehr viel Glas, ziemlich beliebig. Ich habe keine Ecke auf den paar besuchten Metern gesehen, die mir spontan zusagt hatte.
typischer Baustil in Oslo
Auch solche Versuche, Kunst in einen Hafenbereich zu bringen, haben mich nicht recht überzeugt. Also ab auf’s Rad und in den Süden!
Wandmalerei in Oslo
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in Oslo

nach der Wanderung vorgestern und der gemütlichen Tour gestern stand heute sogar ein kompletter Ruhetag an. Eigentlich war es eher als Erkundungstag in der Hauptstadt Oslo gedacht. Der Regen – aber vor allem eine riesige Blase am rechte Fuß – machte hier einen kleinen Strich durch die Rechnung. Dazu noch der ziemliche Muskelkater im Rücken und den Armen, der jede Bewegung zu einem kleine Tod macht (und nicht zu so einem, wie es die Franzosen mit dieser Beschreibung meinen).
Da heute Montag ist, haben viele Museen und Ausstellungen in Oslo geschlossen, und die „Außen-Aktivitäten“ fallen bei mir wegen des Regens und des Fußes aus. Offen hat allerdings ein relativ kleines Museum, welches dem Friedensnobelpreis gewidmet ist. Im Erdgeschoss ist aktuelle eine Ausstellung über den „Gefährlichen Preis“, der 1936 unter (nicht nur diplomatischen) Verstimmungen an Carl von Ossietzky verliehen wurde. Der Name kam mir immer mal wieder unter (z.B. heißt die Uni in Oldenburg so), ich habe mich aber nie mit ihm beschäftigt. Das habe ich jetzt ausführlich nachgeholt – über die anderen Friedensnobelpreisträger werde ich bestimmt auch noch mal etwas lesen (müssen). Diese Ausstellung hat mich ziemlich ergriffen – von heute betrachtet war es damals einfach der pure Wahnsinn, negativ natürlich. Wie heutzutage irgendjemand mit einem winzigen Fünkchen Verstand sich diese Zeit zurückwünschen kann, ist mir völlig unverständlich.
Im oberen Stockwerk gibt es diese Ausstellung über alle bisherigen Friedensnobelpreisträger und sobald man vor solch einem Bildschirm steht, wird automatisch ein kurzer Absatz und ein Zitat von dieser Person/Institution angezeigt; alles in Englisch und Norwegisch.
im Friedensnobelpreismuseum
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Tag 4 – Wo sind die Schuhe?

nach gestern steht heute eine recht entspannte 85km Strecke nach Oslo an. Dort bleibe ich dann auch mal zwei Nächte am Stück. Nach dem Frühstück lasse ich noch alles recht langsam angehen, meine Startzeit ist 13:00. Das könnte ich eigentlich beibehalten. ;~)
Heute ist wieder bestes Wetter, wie man sehen kann (mal abgesehen vom Wind, aber den sieht man auf dem Bild ja nicht).
Tag vier, Impressionen
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