die letzten Kilometer in Schweden

eigentlich war die Wettervorhersage für heute gar nicht so schlecht, trotzdem fällt draußen Regen, als mein Wecker um halb acht klingelt. Na Scheiße!
Beim Frühstücken in diesem B&B bin ich kurz nach acht der erste von den sieben Gästen und lasse es mir auch gut schmecken. Es gibt hier sogar gutes selbstgebackenes Brot. Die anderen sechs verziehen sich langsam alle wieder, während ich immer noch dasitze und weiteresse. Das ist der Vorteil am täglichen Radfahren – und Hektik habe ich wegen des Regens ja auch keine.
Tag 11 beginnt mit Regen
Als ich dann doch endlich fertig bin, hat es überraschend mit dem Regen aufgehört und ich kann doch im Trockenen losfahren. Warum die Schweden (und Norweger) ihre Häuse gerne rot machen, ist mir noch nicht erklärt worden (ich habe auch nicht gefragt). Die blau-gelbe Farbgebung bei allen Warnbaken und „Kurven-Warn-Zeichen“ kann ich mir mit der schwedischen Flagge dagegen selbst herleiten.
schwedische Idylle mit blau-gelben Straßenschildern
Diese Midsommer-Reste standen irgendwo am Straßenrand. Das Fest ist jetzt vorbei. Wobei der/die Blumenkranz-Träger/in (und Weintrinker/in) heute Vormittag immer noch ein paar Nachwehen haben könnte….
die Reste von Midsommer
Und dann eine Windmühle. Klar, Wind hat’s hier mehr als genug (heute zum Glück nur von der Seite). Aber trotzdem hätte ich das hier nicht erwartet. In meiner kleinen Welt gehörten Windmühlen bisher immer nur nach Holland. Das war auch nur eine von zweien, die ich hier bisher überhaupt gesehen habe.
auch in Schweden: Windmühlen
Irgendwo kam ich dann an diesem „Demokratie-Weg“ vorbei, der mich etwas über die noch recht junge Brexit-Entscheidung nachdenken ließ. Irgendwie kamen mir viele Parallelen zur Abstimmung über den Ausstieg aus S21 in den Kopf. Bei beiden ließ sich die Mehrheit der Menschen von plumpen (und falschen) Versprechen der Politiker verleiten. Das Umfeld in England kenne ich nicht, hier in Stuttgart/BW denke ich aber nicht mal, dass es „Böswilligkeit“ der Politiker war – soweit ich die Politiker von CDU/FDP kenne, war es einfach nur Blödheit, dass sie auf den Lobbyismus der Bahn reingefallen sind.
Genauso, wie die Briten ihre Abstimmung bereuen (sogar schon am nächsten Tag), kann man in den ganzen Lokalzeitungen in BW auch ständig lesen, dass die Menschen dort inzwischen auch ganz anders abstimmen würden. Einfach nur, weil sie sich inzwischen selbst informiert haben, oder die Lügengebilde der Bahn sich in Luft aufgelöst haben.
Schwieriges Thema, diese Demokratie….
der Anlass, etwas über direkte Demokratie nachzudenken
Ich bin auf jeden Fall weiter diesen Radweg von gestern gefahren, bis ich nach etwas 100km ein Schild gesehen habe, dass er noch 103 weitere Kilometer bis zu meinem Ziel gehen sollte. Das war so nicht geplant, also verlasse ich ihn und folge der Blumen-Straße. Das ist jetzt zwar nicht mehr so schön, wie der Radweg, aber dafür schneller.nicht nur für Hippies: Blumenstraßen
Wovon es hier auch jede Menge gibt: Campingplätze. Vom Autoverkehr her zu urteilen machen hier hauptsächlich Schweden Urlaub. Ich habe kaum Norwegische, Deutsche, Dänische und Österreichische Autos gesehen. Wenn ich mir den Strand so anschaue, kann ich verstehen, warum es eine Touri-Gegend ist. Einen Zugang zu der Camper-Welt habe ich aber noch nicht bekommen.
Wie man sieht, hat sich das Wetter inzwischen auch geändert und seit der Mittagszeit ist hier wieder alles gut.
Strand!
Nach 110 (von 160) Kilometern war auf meiner Strecke dann noch ein Berg mit ganzen 175m. Nichts steiles und nichts besonders hohes – und meist entschädigt ja wenigstens die Aussicht. War, meiner Meinung nach, in dem Fall jetzt aber nicht so. Naja, auf einer Strecke mit 160km hätte ich in Baden-Württemberg üblicherweise mindestens 1500-2000 Höhenmeter aufzusteigen gehabt, anstatt der heutigen 600. Also lasse ich diesen Berg einfach Berg sein und radle weiter nach Helsingborg, wo ich morgen früh (hoffentlich) eine Fähre nach Dänemark erwische (auf der Homepage der Fähre ist nichts herauszufinden).
die Aussicht von 175m

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