The Deanery Project

in den letzten Tagen bin ich kein Rad gefahren. Stattdessen habe ich hier beim Deanery Project zehn Tage lang gehämmert, gesägt, geschleppt, zerlegt.
Angefangen hat es mit diesem Boat House. Es ist im hinteren Teil ziemlich verrottet, weil es dort direkt auf der Erde stand und sich im Laufe der Jahre dahinter (also vom Berg her kommend) jede Menge Laub angesammelt hat und auch schon zu Erde verrottet ist.
Aufgrund der Gesetzgebung hier, kann das Häuschen nicht einfach abgerissen und mal eben schnell neu gebaut werden, dafür bräuchte man eine Genehmigung. Also wollte man es hier einfach so renovieren. Mit einem Wagenheber wurde es hier und da ein bisschen hochgehoben, die verrotteten Teile großflächig rausgenommen und durch Neue ersetzt. Diese passten zwar nicht immer perfekt, aber waren immerhin besser, als die Verrotteten. Nach vorne wurden weitere Stützen eingebaut, die auf größeren Steinen abgestützt wurden. Das sah für mich zwar alles etwas gewagt aus, aber Chris, der Hauptakteur auf dieser Baustelle, meinte, dass das alles gut gehen wird. Vermutlich hat er recht, schließlich bin ich weder Statiker noch Schreiner oder gar Handwerker. Stutzig machte mich auch der ausschließliche Gebrauch von Nägeln. Ich bin absolut kein Freund von Nägeln – die halten irgendwie nie etwas, erst recht nicht, wenn man es dringend braucht. Schrauben sind doch viel besser….

Die Aussicht auf der Baustelle war natürlich gut. Das Boat House stand natürlich am Wasser und immer wenn ich nicht gerade mit Nageln, Sägen oder Brechstangen beschäftigt war, konnte ich diesen Blick genießen.

Als das Projekt mehr oder weniger fertig war, wurde noch an einer weiteren Hütte gearbeitet. Eine Gruppe von Architektur-Studenten hat diese konstruiert und den Rahmen dazu aufgebaut. Jetzt fehlten halt noch alle Wände. Es soll ein Schuppen für Gartengeräte und ein Holzlager werden. Vor allem für die Gartengeräte sollte es schon relativ wettergeschützt sein. Als schwierig stellte sich dabei heraus, dass man hier kein „vernünftiges“ Material hat, sondern nur mit gespendeten „Resten“ einer befreundeten Sägerei arbeiten muss.
Aber auch das hat dann letztendlich mit etwas mehr Aufwand geklappt, indem wir einfach die Reste so zusammensägten, dass wir sie gut verwenden konnten. Dauert halt auch etwas länger, als einfach ein Brett zu nehmen und es hinzunageln.

Ein nicht ganz vollständiges Gewächshaus-Gestell haben wir hier durch einen Besuch auf einem Schrottplatz, sägen und zusammenschrauben auch soweit bekommen, dass man es nun aufstellen kann.

Dann hängt hier noch ein Schaukelpferd rum, das offensichtlich aus einem alten Autoreifen hergestellt wurde. Ich glaube, das kommt auch auf meine „will ich auch mal ausprobieren“-Liste drauf. Wenn so ein Autoreifen 250km/h mit einem zwei Tonnen Auto aushält, dann wird solch ein Schaukelpferd wohl auch Erwachsene aushalten. Gerade als ich diese Zeilen schreibe, fällt mir auf, dass ich mich nicht mal drauf gesetzt habe, um zu testen, wie gemütlich das überhaupt ist. Naja, schon ein Grund mehr, es mal selbst zu basteln.

Sonst hatte ich hier interessante Gespräche, bei denen ich auch das ein oder andere Stuttgarter/Nachhaltigkeits-Thema (wie z.B. das kleine Parkraumwunder) einbringen konnte, mit denen ich mich ja durchaus auch beschäftige. Es ist immer interessant, mit Leuten außerhalb seiner eigenen „Blase“ zu reden, um mal mitzubekommen, wie andere Menschen über Themen denken. Sehr passend dazu kam dazu die Meldung über das dramatische Insektensterben in Deutschland oder dieses Video über die vierzig ausgesetzten Wölfe im Yellowstone Nationalpark, das gerade wieder durch eine meiner social media timelines zog. (Ich finde ja, dass es dabei überhaupt nicht betont wird, dass der Mensch dieses ganze negative Szenario durch die Ausrottung der Wölfe erst möglich gemacht hat.)

Am letzten Tag habe ich mitbekommen, wie sie hier bei ihrem WordPress-Support angerufen haben und nach etwa 30min die Aussage „das geht nicht“ bekommen haben. Ich habe ihnen dann aber kurz gezeigt, wie es sehr wohl geht.

Hier gibt es jedes Jahr im August eine „Sealight – Skylight“ Veranstaltung, just wenn der Perseiden-Schauer stattfindet. In dem Wasser leben anscheinend auch irgendwelche Algen, die bei stärkeren Bewegungen des Wassers zu leuchten anfangen. Das hört sich doch interessant an: nachts im grün leuchtenden Wasser schwimmen und über sich zig oder gar hunderte Sternschnuppen sehen!
Mal sehen, ob ich irgendwann in der näheren Zukunft nochmal hier vorbeischauen werde….

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