Archiv für den Monat: März 2012

wenn einer eine Reise tut (Teil3)

vor dem Abflug habe ich schon gelesen, dass in Deutschland an einigen Flughäfen gestreikt werden sollte. Mein Zielflughafen Stuttgart war natürlich auch mit dabei. Alles klar – bei dem bisherigen Reiseverlauf würde mich das nicht weiter wundern.
Allerdings ist bei dem Zwischenstopp in Amsterdam keinerlei Information über einen Streik in Stuttgart bekannt. Aber in Berlin. Also werden alle Stuttgarter und Berliner nach Stuttgart eingecheckt. Und dann sitzen wir im Flugzeug. Und warten. Und warten. Und bekommen irgendwann die Info, dass es „technische Probleme“ mit einer der beiden Klimaanlagen gäbe und gleich Mechaniker kommen und sich das mal anschauen.
Später waren die Mechaniker weg – aber das Problem nicht. Somit wurde der Flieger gewechselt und mit zwei Stunden Verspätung los geflogen.
In Stuttgart war tatsächlich kein Streik aber die Berliner haben natürlich ihre Anschlussflüge verpasst. Eine Entschädigung gibt es bei Fluglinien allerdings erst ab 5h Verspätung.
Was ’ne Reise!

Canadian Music Week

am ersten Tag, Donnerstag, war alles hier noch ziemlich neu. Ich bin völlig ohne Planung zu den über 900 Künstlern in 60 Clubs hier in Toronto gegangen.
Bei der Ankunft habe ich erst mal ein „Gig Guide“ bekommen. Ah – endlich etwas Struktur für die nächsten Tage! Das ist nämlich ein Buch mit 120 Seiten, mit allen Künstlern, einer Musikbeschreibung mit wenigen Worten (z.B. Alt. Rock, Indie, Pop), deren Herkunft und allen Bühnen. Das kenne ich jetzt zwar noch nicht auswendig, weiß aber zumindest, was dort wo steht.

Für Freitag hatte ich dann einen groben Plan erstellt und so ziemlich alles erlebt.

  • Nachmittags beim „durch die Stadt schlendern“ in einem Bekleidungsgeschäft eine Band aus New York gesehen (als Einziger)
  • viele dieser typischen 40min Shows erlebt (es gibt hier einen überall gültigen und strengen „jede Band hat eine Stunde“-Plan, inkl. Auf- und Abbau)
  • eine kanadische Senkrechtstarter-Band gesehen, die selbst bei uns in Deutschland bekannt sein könnte: Dragonette
  • den Headliner dieses Festivals gesehen: Slash. Dabei habe ich mich gefragt, ob man eigentlich von einer Guns ’n Roses Cover-Band sprechen kann?! Sie haben mehr als die Hälfte ihres Konzertes mit bekannten GNR-Songs bestritten….
    (hier hat sich das VIP-Ticket bezahlt gemacht, denn eigentlich wäre diese Show ausverkauft gewesen)

Also gut, dann werde ich mal schauen, welche Überraschungen der Samstag alles bringt.

wenn einer ein Reise tut (Teil 2)

nachdem ich jetzt tatsächlich alles zusammen hatte, bin ich endlich am Flughafen in München angekommen und war bereit für den Abflug.
An diesen Check-In-Automaten hatte ich allerdings keinen Erfolg. Er meldete, ich sollte zum Schalter gehen. Am Schalter hatte ich auch keinen Erfolg, mein Name war dort nicht bekannt. Ich sollte an einen anderen Schalter gehen. An dieser dritten Eincheck-Möglichkeit wurde mir nun mitgeteilt, dass mein Name zwar im System steht, man mich aber nicht mitnehmen könne, weil der Flug angeblich nicht bezahlt sei. Dabei ist es der Dame am Schalter auch völlig egal, dass ich eine Buchungsbestätigung habe in der auch steht, dass ich ein elektronisches Lastschriftverfahren angegeben habe. Und ich bin mir recht sicher, dass das Geld auch von meinem Konto abgegangen ist. Beweise können ich das aber gerade nicht. Aber sie könne mir den selben Flug nochmal für 1430€ (statt der bereits bezahlten 510€) verkaufen. Morgen wäre günstiger, „nur“ ca. 960€.
Da ich gerade keine 1400€ irgendwo griffbereit rumliegen hatte, musste ich eben für den nächsten Tag umbuchen – und somit auch einen Urlaubstag in Toronto streichen.
Vom Flughafen bin ich dann zur Bank und habe mir nochmal den Kontoauszug vom 22.12.2011 ausdrucken lassen (inkl. dieser Buchung, aber für zusätzliche Gebühren). Und dann wieder zum Flughafen.
Dort waren an dem Schalter nun andere Personen. Denen war meine Geschichte allerdings ziemlich egal, sie haben mich einfach auf das rumstehende Telefon mit dem direkten Draht zur Hotline der Fluglinie verwiesen. Dort war das Problem auch sofort geklärt. Das Geld sei eingetroffen. Weiterhelfen konnte (oder wollte) man mir dort allerdings auch nicht. Ich könne ja versuchen, nach der Reise über ein Internet-Formular mein Geld wieder zurück zu bekommen.

Mein Fazit: Nie wieder KLM!
Wie kann ich einer Fluglinie mein Leben anvertrauen, wenn sie sogar mit so trivialen Sachen wie „Buchungen“ überfordert sind?!

wenn einer eine Reise tut….

das Flugticket war schon lange gekauft und ich habe auch eine Bestätigung erhalten, das Hostel ist gebucht, das VIP-Ticket für die „Canadian Music Week“ ist auch gekauft. Und ich habe eine super-günstige ICE-Zugkarte für 14,25€ für die Strecke Stuttgart-München bekommen. Also noch schnell alles packen und dann geht’s los.
Dummerweise habe ich dann, beim frühsommerlichen Rumliegen im „Englischen Garten“ festgestellt, dass mein Reisepass noch zuhause liegt. Daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Und das ist nun mal das einzige, das man nicht mit Geld kaufen kann.
Glücklicherweise hatte ich einen Puffertag eingebaut – an dem ich eigentlich ein bisschen durch München streifen wollte.
Dies musste jetzt ausfallen und ich bin per DeinBus.de (19€ und nur zehn Leute in einem großen und gemütlichen Reisebus) und der Mitfahrzentrale (15€ zu fünft in einem alten klapprigen Passat) am Montag Vormittag wieder nach Stuttgart und mittags dann gleich wieder zurück nach München gefahren. Mit Pass, ohne München anzuschauen, und mehr als das dreifache für den (dreifachen) Transfer ausgegeben.

Kopf hoch – es kann ja nur besser werden!

Schmierereien

ich war’s nicht! Wirklich nicht. Ich käme ja auch nie auf die Idee, abends auf ein Konzert einen dicken Filzstift mitzunehmen (und wenn, dann hätte ich mir schon etwas mehr Mühe gegeben).
Das schaffen ja sogar viele Bands nicht, obwohl die üblicherweise nach jedem Auftritt einen solchen Stift für die Autogramme brauchen.
Aber ich hatte jetzt doch eine gewisse Affinität zu diesem Geschmier – auch wenn ich sonst kein Fan von Graffiti bin.

Und – wenn wir mal ehrlich sind – es bietet sich doch in dem Falle wirklich an….