Wurzel des Übels

ich befürchte ja, dass viele der aktuellen Probleme in Deutschland, Europa und der ganzen Welt am falsch, bzw. ungerecht verteilten, Vermögen liegen. Dazu muss man sich einfach mal die Zahlen veranschaulichen: laut einer Studie von Oxfam hatten 2015 etwa 62 Menschen die Hälfte des weltweiten Vermögens. Klar ist das nur eine grobe Hochrechnung, aber ehrlich gesagt, ist es ziemlich irrelevant, ob es 50, 62 oder 200 sind; es ist ein verschwindend geringer Teil der kompletten Weltbevölkerung.
Ich war letztes Jahr schon entsetzt über diese Info – und es ist nicht besser geworden, im Gegenteil. Ich weiß gar nicht, wo ich hier überall Ausrufezeichen hinsetzen sollte.
Was mich dabei so schockiert, ist die irrige Annahme, dass „Geld arbeiten könne“. Das tut es nicht. Unmöglich. Das kann jede/r selbst mal ausprobieren. Leg Geld irgendwo hin, gerne auch zwei (oder viel mehr) verschiedene Münzen oder Scheine, gerne in eine dunkle Ecke und warte. Warte. Warte. Egal, wie lange du wartest, es wird nicht einen einzigen Cent mehr. Niemals. Geld kann nicht arbeiten! Es sind immer Menschen, die die geforderte Dividende erarbeiten müssen und die natürlich nichts davon sehen. Die Hälfte der Menschheit ist sozusagen in einem ziemlich unfreiwilligen Arbeitsverhältnis mit diesen 62 Leuten. Die – davon mal abgesehen – vermutlich auch genügend (halb-) legale Wege kennen, möglichst keine Steuern zu zahlen und der Gesellschaft diese Einnahmen verwehren.

Ich bin enttäuscht darüber. Wir – als Menschheit – haben so unglaublich viel Wissen und Erfahrungen angesammelt, aber dennoch ist keiner unserer PolitikerInnen (oder sonstige Führungspersonen) in der Lage, an diesem offensichtlichen Missstand etwas zu ändern. Warum müssen „wir“ immer erst Kriege oder (blutige) Revolutionen ausbrechen lassen, um unser Fehlverhalten zu ändern? Und das, nachdem oft schon ganze Generationen mit diesem Fehlverhalten leben mussten?

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