Archiv für den Monat: Januar 2018

Greymouth – Hari Hari

ich habe das Projekt „Tour Aotearoa“ ja noch nicht 100% aufgegeben und probiere, alle möglichen Foto-Beweispunkte noch anzufahren und die restlichen mit guten Begründungen eben nicht gemacht zu haben. Dazu gehört auch ein Bild, das auf diesem West Coast Wilderness Trail liegt.

Ich schieße kurz drauf mein Foto, am Ende dieses Piers. Lieber hätte ich jedoch so einen Pinguin gesehen, vor dem hier gewarnt wird. Jetzt bin ich leider auf dem Mist-Trail gefangen. Diese Strecke hier ist ziemlich mies mit meinem Rad zu fahren. Kurz darauf treffe ich noch einen Engländer, der ebenfalls nicht besonders begeistert davon ist, also fahren wir auf der Straße weiter.
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Reefton – Greymouth

vor dem Hostel steht diese Bank, auf der schon einige Personen ihre Heimatstadt hinterlassen haben. Stuttgart habe ich nicht gefunden, aber mir fällt da doch glatt wieder die Geschichte aus einem anderen Hostel ein. Eines dieser Teenager-Mädels fragte so rum, woher denn die Leute kommen und als ich „Stuttgart“ sagte, meinte sie etwas überheblich, dass die meisten, die „Stuttgart“ sagen, ja gar nicht von dort kämen, sondern von irgendwelchen kleinen Käffern irgendwo in Baden-Württemberg. Ich sagte dann einfach nur „Stuttgart-West“ und konnte sehen, wie sie Mühe hatte, dass ihr Kiefer nicht einfach runterklappte, damit hatte sie wohl nicht gerechnet und versuchte ihr „Esslingen“ (bzw. das ihrer Eltern) damit schön zu reden, dass sie ja auch in 20min mit der S-Bahn in Stuttgart sei. Ich wusste nicht mehr allzu viel zu diesem Gespräch beizutragen und sagte nur, dass ich das weiß und es zum Hauptbahnhof eigentlich sogar nur 17min sind.
Aber gut, ich bin ja im Urlaub und muss mich nicht um die Erziehung der freilaufenden Kinder hier kümmern.
200m nach dem Hostel steht noch ein Reiseradler rum. Es ist Eric aus Holland, der schon seit fast drei Stunden unterwegs ist. Also fahren wir jetzt mal zu dritt weiter. Erst auf dem Highway 7, in der guten Stunde sind uns vielleicht 20-30 Autos begegnet. Josef meinte, dass es schon etwas viel Verkehr hatte – ich kenne vermutlich keine Straße in Deutschland, auf der weniger los wäre. Am ersten Hügel hängen wir Eric ungewollt ein bisschen ab, weil wir nicht richtig aufpassen. Als er uns wieder eingeholt hat, hören wir, dass er offenbar Musik aus einem ca. flaschengroßen Bluetooth-Lautsprecher zur Motivation dabei hat. Er spielt gerade Ramstein „We’re all living in America, America ist wunderbar“. Ob er es extra auf uns abgestimmt hat (ich als Deutscher und Josef, der teilweise in den USA aufgewachsen ist) oder eher Zufall ist, habe ich nicht erfragt. Josef kannte mit seinen 19 Jahren Ramstein zumindest nicht. Danach kamen noch ein paar Ramstein Songs, bevor er eher vernünftige Musik (z.B. REM) abspielte.
Wer jetzt einwendet, dass es ja gar nicht so heiß sein kann, weil Josef eine lange Jacke anhat, der irrt. Er will sich keine Sonnencreme leisten und fährt daher in einem langen Jäckchen rum (vielleicht sollte ich hier eher Jeck’chen schreiben).
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Glenhope – Reefton

ich höre mich noch ein bisschen Musik von Platte an, während ich mich langsam fertig mache. Bei der Tagesplanung sieht es etwas schlechter aus. Ich könnte mich an der Tour Aotearoa entlang hangeln und hätte dann in ca. 120km einen sehr rudimentären Zeltplatz mit – laut Kommentaren – jeder Menge dieser Sandflies. Mit deren Stichen/Bissen komme ich nicht so klar und es gibt auch keine erwähnenswerten Ortschaften auf dem Weg, also schaue ich mich nach Alternativen um. In etwa 130km könnte ich bis Reefton kommen, was so aussieht, als ob es ein Hostel, einen Zeltplatz und Lebensmittelmärkte hat. Was will ich mehr (abgesehen von vielleicht 10°C weniger – danke Merkel für die Hitzewelle hier!)?
Also los geht’s in einer Art Badewannen-Höhenprofil. Anfangs geht’s bergab und am Ende wird es wieder ein bisschen hoch gehen. Mittendrin, eher Badenwannen-untypisch, bisschen hügelig.
Schatten suche ich heute auch oft vergeblich, die Sonne brennt unerbittlich und ich bin schon wenige Minuten nach dem Losfahren schon wieder auf 2000°C und denke an das erste Lied, das ich gestern von Platte abgespielt habe: Melissa Etheridge – Somebody bring me some water, can’t you see I’m burning alive.

Vielleicht probiere ich es ja mal, in einen dieser bestimmt erfrischenden Flüsse zu springen. Bis jetzt habe ich mich dazu noch nicht überreden können.

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Matueka – Glenhope

es geht heute wieder nicht allzu früh los. Aber dafür nur Straßen.

Davor kriege ich im Hostel noch mit, wie ein Mädel (natürlich deutsch) offenbar per Skype zum Geburtstag gratuliert wurde. Sie ist entsetzt (vielleicht gespielt), dass sie jetzt stark auf die 20 zugeht.
Ich denke mir, dass es wohl spannender ist, mir diesen Kiwi-Baum/Strauch anzuschauen; ich habe mir bisher noch nie Gedanken darüber gemacht, wo die Dinger eigentlich herkommen.

Heute sind wieder 30°C angesagt. Aber ich will gar nicht klagen, das ist immer noch deutlich besser als Regen!

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Nelson – Matueka

vielleicht ein Beispiel-Bild, wie es hier im Hostel so aussieht. Die ganzen Kinder, die hier ihren ersten Urlaub ohne die Eltern verbringen und ohne Mama keine Ahnung haben, wie man eine Küche benutzt (vor allem: aufräumt), machen es nicht viel besser. Leider habe ich das hier in jedem Hostel festgestellt, sobald man näher an einen „Touristen-Hotspot“ kommt. Da ich von diesen Orten keine Ahnung habe (Vorbereitung ist alles!), erkenne ich sie immer an so etwas und plane definitiv keinen zweiten Tag ein.

Was ich hier geplant hatte (eigentlich schon etwas länger, aber das hat nie geklappt): das neue Rad zur Erstinspektion bringen, hauptsächlich ein paar Kabel und Speichen nachziehen. Der erste Laden ist auch wieder auf Tage ausgebucht, aber er ruft seine Kumpels an und die haben Zeit. Ich solle halt noch ein/zwei Stündchen durch die Stadt ziehen, dann kann ich das Rad wieder abholen.
Das mache ich dann auch. Ich wandere zu einer Galerie (die mir aber nicht besonders zusagt). Auf dem Weg dorthin begegne ich diesem Fiat 625, der zwar auch illegal abgestellt ist, bei dem Autochen macht das aber fast gar nix aus. Wenn alle Autos diese Größe hätten, gäbe es in unseren Städten wenigstens das Platz-Problem nicht (wobei zu spekulieren ist, ob es dann einfach viel mehr davon gäbe, bis der Platz wieder aufgebraucht wäre).

Ebenso ist dieser schwarze Transporter eine gute Nummer kleiner, als andere Fahrzeuge dieser Kategorie. Und – wie ich schon in Deutschland sehen konnte – gibt es hier auch die gelben Post/DHL-Transporter, die sich nicht an die Regeln halten, sondern einfach „mal kurz“ in zweiter Reihe halten. Ich muss zugeben, dass ich die Regeln hier in Neuseeland nicht kenne, aber ich vermute, dass es auch hier nicht erlaubt ist. #DHLillegal

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Havelock – Nelson

ich kann gar nicht sagen, wer in der Situation blöder, bzw. überraschter, geschaut hat. Die Hostel-Katze, die sich mein Zelt mal von innen anschauen wollte und dabei mich gesehen hat, als ich gerade aufwachte, oder eben ich, als ich gerade aufwachte und diese Katze fast neben meinem Kopf sah. Natürlich habe ich gleich mal das Smartphone gezückt und davon ein Bild gemacht. Warum das Viech sich dabei direkt auf mein Solarpanel setzte, hat es mir aber nicht verraten.

Das Wetter heute soll sogar zu gut werden, kaum eine Wolke am Himmel und dazu 30°C. Mit der starken Sonneneinstrahlung und der nicht ganz trockenen Luft hier, wird das bestimmt eine etwas größere Herausforderung heute.

Aber ich mache das hier ja alles zum Spaß, dann fahre ich heute halt etwas kürzer (was sowieso dazu passt, dass ich nicht unbedingt gleich nach dem Aufstehen losgekommen bin). 75km und zwei Hügel müssten heute aber schon drin sein. Anfangs ist es aber noch schön flach, sogar mit ein bisschen Rückenwind. Die Berge sehe ich nur am Horizont.

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Wellington – Havelock (Südinsel)

morgens noch ein bisschen beim Sonnenschein entlang der Strandpromenade entlang geradelt, und mittags dann auf die Fähre einchecken. Komisch, dass der eine Fähren-Anbieter teurer ist (das Fahrrad kostet dort extra) und dazu noch weiter weg ist. Aber gut, ist mir jetzt egal – beim Einchecken kriege ich einen „Boarding Pass“, der eher an einen Staffelstab erinnert. Ziemlich nachhaltig, ob das wohl die Idee dahinter war? Wie passt dann das ausgedruckte e-Ticket dazu?

Vom Schiff aus sehe ich noch die großen Jungs mit ihrem Container-Lego spielen und werde ein bisschen neidisch.

Und auf der anderen Seite sehe ich noch zum letzten Mal die Hauptstadt.

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in Wellington

für Wellington habe ich mir ein paar Tage Ruhe genehmigt. Muss ja auch mal sein, Urlaub vom Urlaub.
Ich schaue mir kurz das Parlament an, das aber – dank Commonwealth – so aussieht, wie in Kanada oder Australien. Zu weiteren Diskussionen (angeblich sollen ihre Wahl so ablaufen, wie die deutsche, nur halt ohne die Alternative für Dummköpfe) blieb aber keine Zeit. Arg viel mehr konnte ich am Montag auch gar nicht machen, weil hier wieder ein lokaler Feiertag ist, Wellington Day und daher alles zu ist. Irgendwie scheint mir das überproportional häufig zu passieren.

Beim Rumfahren bin ich noch zufällig an der deutschen Botschaft vorbei gekommen. Ein Betonklotz, direkt an einer sechsspurigen Straße. Man muss scheinbar seinem Image gerecht werden.

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Summit Campground – Wellington

der Plan, ohne Zelt zu schlafen, hat gut funktioniert. Mein Ausblick am nächsten Morgen dann dies:

Die ganze Nacht hat der Wind nicht nachgelassen und es war daher ziemlich laut. Ich bewundere die unglaubliche Kraft der Natur. Wenn ich mir überlege, welchen Aufwand ich betreiben müsste, damit sich nur ein einziger Baum so bewegt, wie es der Wind schafft, und dann noch bedenke, dass der Wind das heute stundenlang mit allen Bäumen machte – wow.

Frühstück gibt es keins, abgesehen von einer Banane. Aber es sind ja auch nur 60km und außerdem geht es ja überwiegend abwärts. Ohne Zelt geht das Einpacken auch sehr fix. Und trotzdem sind von den fünf Zelten, die hier stehen schon vier weg, bis ich überhaupt aufgestanden bin.

Es ist zwar ein Schotterweg, aber ziemlich gut zu fahren.

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Masterton – Summit Campground

bis Wellington wäre es heute zu weit, aber zwischen drin gibt es keine gute Möglichkeiten zum Übernachten. Daher trödle ich ziemlich lange rum, bis die lange Strecke auf jeden Fall nicht mehr machbar ist. Aber eine gute Alternative habe ich trotzdem noch nicht gefunden, nicht mal danach gesucht.
In der Stadt hängt dieses Kunstwerk rum.

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Palmerston North – Masterton

am Pausentag ist nicht besonders viel passiert. Ich habe bisschen am Rechner rumgespielt und war auch beim Friseur. Vancouver, Toronto, Palmerston North – genau die Städte, die man sich für Friseur-Besuche halt so aussucht.
Und ich habe jetzt ein ziemlich gutes Rad, das definitiv für Touren geeignet ist. Ich hoffe jetzt noch, dass es von der Geometrie zu mir passt, so dass ich auch wochenlang längere Touren damit fahren kann, ich habe es ja nicht mal probegefahren.

Was mich beim Rumfahren in der Stadt noch gewundert hat, ist diese christlich-wissenschaftliche Vereinigung. Die zwei Dinge, die sich komplett widersprechen unter einen Hut bringen – wie das wohl gehen kann?

Und ich habe mir mal wieder ein ordentliches Abendessen gekocht. Die Spirali sind nur eine halbe, übrige Packung, daher musste ich etwas mehr besorgen. Im grünen Teller ist eine Dose von schon fertigen Cheese-Macaroni aus der Dose (ähnlich wie die Spaghetti letztens), weil ich das einfach mal ausprobieren wollte. Sind bestimmt auch, laut Angaben, zwei-vier Personen (ich habe nicht auf die Dose geschaut). Dazu noch ein paar Oliven und dieses Brot mit Spinat und Feta – das wäre zwar nicht mehr unbedingt nötig gewesen, aber so ist das halt, wenn man hungrig einkauft und man davon angelacht wird.

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Mangaweka – Palmerston North

endlich, das wird wohl meine letzte Etappe mit diesem roten Rockhopper, meinem Energie-Vernichter. Ich habe mit Specialized ausgemacht, dass ich dieses Mountain-Bike in Palmerston North mit einem vernünftigen Tourenrad austausche. Jetzt stehen nur noch 115 (vermutlich harte) Kilometer vor mir.
Der Zeltplatz ist von einer Seite mit diesen Papa-Felsen umgeben (keine Ahnung, wie das auf deutsch heißt). In der Nacht bin ich einmal kurz aufgewacht, als es dort einen Abrutsch gab und ich dieses laute Geräusch im Schlaf nicht deuten konnte. Passiert ist natürlich nix, zwischen dem Zeltplatz und diesen Felsen ist noch ein Fluss.

Aber ich bin dann heute schon etwas respektvoller an diesen Felsen entlang gefahren. Erst recht, da man überall links und rechts der Straße diese Brocken in allen Größen liegen sieht.

Eine der vier Bananen hatte ich gestern zum Abendessen, eine zum Frühstück. Die anderen beiden müssen mir für die nächsten 95km ausreichen.

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Whanganui – Mangaweka

irgendwie habe ich gestern viel zu viel zum Essen eingekauft, leider auch so unpraktisches Zeug wie frische Früchte (Pflaumen und Tangelos) und Eis, was man nicht so recht auf dem Rad mitnehmen kann. Also bleibe ich einfach bisschen länger und esse es nach und nach auf. Das Eis ist ja auch super, volle fünf Sterne auf dem „Health Star Rating“! Da ich heute lediglich 60km radeln will, kann ich mir ja Zeit lassen, selbst auf diesem Energie-vernichtenden Mountain-Bike brauche ich nicht mehr als 4h dafür.
Ich schaue mich noch etwas um und entdecke fasziniert diese Solar-Dusche, die in ihrer zweiten Funktion sogar noch als Kissen dienen kann. Ein Meisterwerk der Produkt-Fotografie!

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